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Der Einzelhandel in der Stadt ist stark – trotzdem gibt es Herausforderungen

Sortimente auf dem Prüfstand

HESSISCH OLDENDORF. Was darf wo verkauft werden? Gehören Schuhe und Taschen ausschließlich in die Innenstadt oder dürfen sie auch außerhalb angeboten werden? Mit solchen Problemstellungen befasst sich das Einzelhandelskonzept, das für die Stadt Hessisch Oldendorf nun von einem Planungsbüro geprüft wurde.

veröffentlicht am 07.09.2018 um 15:15 Uhr

Manches, was in der Innenstadt verkauft wird, darf nicht überall angeboten werden. So sollen die kleinen Geschäfte vor Konkurrenz in den Außenbereichen geschützt werden. Foto: dana
Jens Spickermann

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Erste Erkenntnisse daraus, die im Wirtschafts-Ausschuss vorgestellt wurden: Verglichen mit anderen kleineren Kommunen gibt es in Hessisch Oldendorf ein gutes Warenangebot. Etwa 80 Prozent der Konsumgüter können vor Ort erworben werben. „Wir sind für ein Grundzentrum extrem gut mit Einzelhandel versorgt“, sagt Wirtschaftsförderer Heiko Wiebusch von der Stadt. Die weniger positive Erkenntnis ist allerdings: Manche Waren, die für eine belebte Innenstadt eigentlich im Zentrum angeboten werden sollten, gibt hauptsächlich außerhalb des „zentralen Versorgungsbereiches“.

Investitionen in den Handel vor Ort sind zwar sehr erwünscht, Vergrößerungen und Neuansiedlungen auf der „grünen Wiese“ sollen aber nicht auf Kosten der Geschäfte in der Innenstadt gehen. Das ist ein Dilemma, das bei der Bauleitplanung gelöst werden muss und wofür das städtische Einzelhandelskonzept eine Grundlage liefert.

Anhand einer Sortimentsliste wird festgelegt, welche Produkte eher im „zentralen Versorgungebereich“, also in einem abgegrenzten Gebiet im Stadtzentrum angeboten werden sollen und welche eher außerhalb.

Blumen, Kleidung, Taschen und Schuhe gehören aus stadtplanerischer Sicht eigentlich in die Innenstadt. In Hessisch Oldendorf würden sie aber mehrheitlich außerhalb angeboten, erläuterte Corinna Breker vom Planungsbüro Junker und Kruse. Diese Produkte sollten daher zukünftig verstärkt ins Zentrum geleitet werden.

Bei der Ausarbeitung des Planungsbüros handelt es sich zunächst um einen Entwurf, der im Planungsausschuss weiter behandelt werden soll. Laut Wiebusch müsse die Sortimentsliste am Ende bei der Bauleitplanung auch konsequent angewendet werden und dürfe nicht in der Schublade enden.

Konkret bedeutet das: Wenn sich ein Gewerbebetrieb im Außenbereich ansiedeln und zentrumsrelevante Produkte anbieten möchte, darf dafür keine Genehmigung erteilt werden. Für entsprechende Erweiterungen bestehender Betriebe gilt dasselbe.

Der zentrale Versorgungsbereich erstreckt sich in Hessisch Oldendorf über die gesamte Lange Straße, umfasst das Rewe-Gelände, den Lidl und reicht bis zum Penny. Die Mitarbeiter des Planungsbüros haben sämtliche Einzelhändler in der Stadt besucht und die Ladenflächen sowie Sortimente erfasst. Den Auftrag hat die Stadt dazu erteilt, weil das bestehende Einzelhandelskonzept mittlerweile zehn Jahre alt ist. Es habe außerdem Anfragen von Gewerbetreibenden gegeben, die sich vorstellen können, ihre Betriebe zu erweitern, heißt es von der Stadt. „Das war immer verbunden mit der Frage, was lässt so ein Einzelhandelskonzept zu“, sagt Wiebusch. Ziel der Planungen sei es, „dass zukunftsfähige und attraktive Anbieter und Angebote unter Beachtung der städtebaulichen Zielvorstellungen im Stadtgebiet an den richtigen Standorten angesiedelt und weiterentwickelt oder Fehlentwicklungen verhindert werden können“, heißt es in einer Pressemitteilung der Verwaltung.

Mein Standpunkt
Jens Spickermann
Von Jens Spickermann

Sicherlich könnte die Innenstadt ein umfangreicheres Warenangebot gut vertragen. Dass für eine angepasste Planung nun neue Daten erhoben wurden, ist ein sinnvoller Schritt. Die Zahlen machen deutlich: Es gibt Verbesserungsbedarf. Doch Grund für Schwarzmalerei besteht nicht. Insgesamt entwickelt sich der Einzelhandel erfreulich.



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