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130 Menschen lauschen Plänen für Erneuerungsprozess / Krüger: „Seien Sie offen, seien Sie ganz kreativ“

So sexy sind die Weserdörfer

Großenwieden. Rund 130 Menschen haben die erste Bürgerversammlung besucht, um die Erneuerung der Weserdörfer Großenwieden, Kleinenwieden, Rohden, Segelhorst und Welsede anzustoßen. Es handelt sich dabei um die erste Dorferneuerung im Landkreis Hameln-Pyrmont, bei der sich mehrere Dörfer zusammengeschlossen haben.

veröffentlicht am 21.01.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 07:21 Uhr

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Autor:

VON ROBERT MICHALLA
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Unter den Gästen waren überwiegend Einwohner, aber auch viele Politiker und Rathausmitarbeiter. Bürgermeister Harald Krüger (SPD) appellierte an die Menschen in den fünf Dörfern: „Seien Sie offen, seien Sie ganz kreativ.“ Er selbst sagte, dass er sich auf die Dorferneuerung freue. Am Ende des Prozesses wolle er eine Antwort haben auf die Frage, „wie sexy so ein Dorf werden kann“.

Norbert Lütke, stellvertretender Leiter der Regionaldirektion Hannover des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung, erläuterte die Grundlagen des neu strukturierten Dorferneuerungsprogramms des Landes Niedersachsen. Lütke betonte, dass die Probleme vieler Dörfer nicht an der Ortsgrenze endeten. Aus diesem Grund sei die Erneuerung im Verbund auch so wichtig. Schließlich sei es auch oft eine „Frage des Geldes“, um das Leben auf dem Dorf angenehm zu gestalten. Man könne heute „nicht mehr alles vor Ort vorhalten“, sagte Lütke. Im Rahmen der Dorferneuerung sei es daher wichtig, sich zu fragen, welche Strukturen es brauche, „damit das Leben vor Ort angenehm bleibt“. Ziel sei es, die Region attraktiv zu machen, „damit Leute hier wohnen bleiben oder hierherziehen“.

Lütke betonte, dass es derzeit noch keine genauen Richtlinien dafür gebe, welche Projekte genau gefördert würden. Sehr wahrscheinlich würden aber Basisdienstleistungen gefördert, also zum Beispiel Dorfläden oder Ärztehäuser, aber auch Scheunen, die zu Wohnungen werden. Lütke rechnet nach eigenen Worten bis Mitte des Jahres mit den genauen Vorgaben. Das Fördergeld selbst fließt dann im kommenden Jahr. 2015 sei nur der Planung vorbehalten.

Als wichtig gilt die

weitere touristische Entwicklung

Und wie geht die Erneuerung der Dörfer von der Weser bis zum Süntel weiter? Nach den Worten von Dipl.-Ing. Peter Flaspöhler, Stadtplaner und Architekt, soll der Entwurf des Dorferneuerungsplanes bis zu den Herbstferien stehen. Bis zum Sommer sollen sich zudem die Arbeitskreise mehrmals treffen, eine zweite Bürgerversammlung sei für Juli geplant. Im November soll der Plan, der mehrere Jahre umfasst, dann mit konkreten Projekten vorgestellt werden. Mit der Planung beauftragt sind die Büros Ackermann aus Hannover und Flaspöhler aus Fischbeck.

Die Stadt wird fast 58 000 Euro ausgeben, um einen Plan für die Dorferneuerung erstellen zu lassen. In der kommenden Förderperiode bis 2020 stehen landesweit insgesamt 115 Millionen Euro aus EU-Mitteln für die Dorferneuerung zur Verfügung. Hinzu kommen Bundes- und Landesmittel.

In der Vergangenheit wurden stets nur einzelne Dörfer in das Programm aufgenommen. Für die Zukunft hat die Landesregierung vorgegeben, dass eine Dorferneuerung nur noch im Verbund mehrerer Dörfer stattfinden wird. Die Liste der Wünsche, die bereits für die Bewerbung aufgestellt wurde, ist lang: In allen Dörfern gilt es, verschiedene Herausforderungen zu bewältigen. Dazu gehören etwa der drohende Leerstand, die Zukunft des Vereinslebens, Fragen der Versorgung und Mobilität, das schnelle Internet oder Arbeits- und Ausbildungsplätze. Diese Zukunftsaufgaben lassen sich im Verbund häufig besser lösen als für ein einzelnes Dorf.

Es gibt auch bereits einige Ideen. Als wichtig gelten die weitere touristische Entwicklung an der Weser in Großenwieden und Kleinenwieden, die Gestaltung der Dorfmitte in Segelhorst und Rohden oder die Gewässerrenaturierungen in Rohden und Welsede.

Das Teilnehmerfeld auf Kreisebene bestand beim 25. Durchgang aus zehn Kandidaten. Aus Hessisch Oldendorf nahmen Barksen, Fuhlen, Großenwieden, Kleinenwieden, Rohden, Segelhorst, Welsede sowie Zersen teil.

Der Platz rund um den Fähranleger in Großenwieden dürfte eine zentrale Rolle bei der touristischen Entwicklung spielen.Wal



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