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Polizei und Seniorenbürog geben Tipps: Wie sich Senioren schützen können

So haben Langfinger keine Chance

HESSISCH OLDENDORF. Alles weg – Geld, Kreditkarte, Papiere. Das muss eine Seniorin feststellen, als sie zum Kauf einer Winterjacke an der Kasse in ihr ausgeräumtes Portemonnaie blickt. Sie muss einem Taschendieb über den Weg gelaufen sein.
„Das ist mir auch schon passiert“ – diesen Satz hört Oliver Bente, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Hameln häufig.

veröffentlicht am 04.12.2017 um 14:18 Uhr

Ein Taschendieb entreißt einer Seniorin die Handtasche. Es gibt jedoch eine Reihe von Maßnahmen, um Langfingern das Leben schwer zu machen. Foto: dpa
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Annette Hensel Reporterin
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Dabei zeigen die Ergebnisse der Studie „Kriminalitäts- und Gewalterfahrungen im Leben älterer Menschen“, dass die Sicherheitslage der Mehrheit jener Generation ausgesprochen gut ist, wie Barbara Schmeißer betont. Trotzdem ist laut der Sicherheitsberaterin für Senioren im Stadtgebiet deren subjektives Sicherheitsgefühl oftmals beeinträchtigt. „Daraus resultiert eine Unsicherheit, die sie Opfer von Straftaten werden lässt, vor allem bei mit Täuschungen verknüpften Eigentums- und Vermögensdelikten. Zudem laufen ältere Menschen durch ihre wenig auf Prävention ausgerichtete Verhaltens- und Lebensweise eher Gefahr Opfer krimineller Machenschaften zu werden“, fügt sie hinzu.

Zum Thema „Schutz vor Kriminalität im Alltag“ hat Barbara Schmeißer eine Informationsveranstaltung für Senioren angeschoben, die das Seniorenbüro der Stadt in Kooperation mit der Polizei und der Bürgerhilfe Bad Nenndorf „Wohnen im Atrium“ in Hessisch Oldendorf durchführt.

Auf die Broschüre „Sicher Leben – Schutz vor Kriminalität im Alltag“ verweisend, versteht es Oliver Bente auf unterhaltsame Weise sein Publikum im „Atrium“ für entsprechende Gefahren zu sensibilisieren. So zeigt der Experte etwa anhand von Videobeispielen, wie einfach es Dieben gemacht wird, Handtaschen ausräumen oder zu stehlen. Für die interessiert Zuhörenden hat er zudem jede Menge Tipps parat.


Haustüre: Sichern Sie Ihre Wohnungstüre mit einer Sperre. Lassen Sie sich von Menschen, die vorgeben, mit behördlicher Befugnis ihre Wohnung aufsuchen zu müssen (Monteure, Polizeibeamte), durch den Türspalt immer den Ausweis zeigen. Handwerker kommen üblicherweise nach vorheriger Terminabsprache.


Telefonate/Enkeltrick: Beim Annehmen eines Telefonats genügt ein freundliches Hallo. Wenn Sie das Gefühl haben, dass eine Ihnen unbekannte Person Sie ausfragen möchte, informieren Sie die Polizei. Ein vermeintlich in Geldnot befindlicher Verwandter (Enkeltrick) würde Sie persönlich aufsuchen und um Hilfe bitten.


Gewinnversprechen/Erbschaften am Telefon: Machen Sie keine Zusagen, sollte Sie jemand über eine Erbschaft oder einen Gewinn am Telefon informieren, bezahlen Sie dafür niemals eine Gebühr und lassen Sie sich keine persönlichen Daten entlocken. Über eine Erbschaft werden Sie nur per Post von einem Notar informiert.


Internetkäufe: Informieren Sie sich beim Einkaufen im Internet über den jeweiligen Anbieter und leisten Sie keinesfalls Vorkasse.


Internetapotheke: Prüfen Sie beim Kauf von Medikamenten im Internet, ob diese in Deutschland zugelassen sind.


Handtaschen: Lassen Sie ihre Handtasche nie unbeaufsichtigt an einem Stuhl hängen, im Rollator, Einkaufswagen oder Fahrradkorb liegen oder am Friedhof neben der Grabstelle stehen, während Sie zum Gießen Wasser holen. Und achten Sie darauf, dass Ihre Tasche immer verschlossen ist.


Bankautomat: Lassen Sie niemanden zusehen, wenn Sie Ihre Geheimnummer am Bankautomaten eingeben. Zählen Sie nach Empfang der Geldscheine niemals für andere sichtbar nach. Ihre Barschaft könnte bei Umstehenden den Wunsch wecken, sie Ihnen zu entwenden.


Weihnachtsmarkt: Nehmen Sie nicht zu viele Utensilien mit zum Weihnachtsmarkt, lassen Sie Ihre Handtasche am Körper und nicht aus den Augen und lassen Sie sich nicht bedrängen – das könnten Taschendiebe ausnutzen.


„Oliver Bentes Berichte erinnern mich an eigene Verhaltensweisen und machen bewusst, dass wir viel tun können für unsere Sicherheit“, meint eine Kernstädterin. „Es ist gottlob lange nichts passiert, insofern lohnt es sich auf jeden Fall, dass hier die Sinne geschärft werden“, ergänzt ein Rintelner und sagt: „Solch eine Veranstaltung sollte auch bei uns in der Stadt angeboten werden.“ Die Senioren stellen viele Fragen, etwa wie sie mit Bettlern aus Rumänien, die regelmäßig vor der Haustüre stehen, umgehen sollen. „Es kann vorkommen, dass Ihnen vertraute Bettler irgendwann fordern, dass Sie ihnen Geld leihen sollen – in diesem Fall sollten Sie uns unbedingt kontaktieren“, sagt Wolfgang Römer, Leiter der Polizeistation Hessisch Oldendorf.


Am Donnerstag, 7. Dezember ist Oliver Bente erneut in der Kernstadt zu Gast: Um 19 Uhr hält er im Kultourismusforum einen Vortrag über „Sicher Wohnen – Einbruchschutz!“ Wer sich vorab informieren möchte: www.k-einbruch.de/medienangebot.

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