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Seniorinnen übernehmen Patenschaft für syrische Flüchtlingsfamilie

Drei Hessisch Oldendorferinnen haben die Patenschaft für eine syrische Flüchtlingsfamilie übernommen, um sich im Alltag um sie zu kümmern. Auch wenn es mit der Verständigung noch etwas schwierig ist: Dankbare Blicke sagen oft mehr als Worte.

veröffentlicht am 25.12.2015 um 11:22 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 08:38 Uhr

Ingrid Smolka kleidet eine Jugendliche ein. dpa

Autor:

Annette Hensel
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Wir freuen uns so sehr, zu Weihnachten Menschen in Not helfen zu können! Diese Worte stammen aus dem Mund von drei Hessisch Oldendorferinnen, die sich kurz vor Weihnachten zusammengetan haben, um die Patenschaft für eine Flüchtlingsfamilie zu übernehmen.
 Neben Ingrid Smolka (76) sind das Frieda Meier (76) und Elisabeth Fischer (79), deren Namen geändert wurden, weil sie sich nicht hervorheben lassen möchten – „schließlich helfen ja viele andere auch“.
 „Als ich in der Zeitung gelesen habe, dass in Hameln Flüchtlingskinder beschenkt werden sollen, wollte ich das hier auch tun“, sagt Elisabeth Fischer. Also nahm sie Kontakt zur Stadt auf. „Nach mehreren Anläufen erreichte mich letzten Mittwoch ein Anruf von Stephanie Wagener aus der Stadtverwaltung, die berichtete, dass eine achtköpfige Familie aus Syrien in der Stadt angekommen sei, bei der Hilfe vonnöten sei“, so die siebenfache Urgroßmutter.
 Sie erzählt: „Zum Erstkontakt trafen wir uns mit einer Dolmetscherin in der Wohnung der Familie – das war für mich schon sehr beeindruckend: Die Kinder im Alter von zwei bis 18 Jahren sahen sehr zerbrechlich und viel jünger aus, als sie sind.
 Es war kalt in den Räumen, weil die Familie nicht wusste, wie die Heizung angedreht wird, ein Kind lief im T-Shirt herum, die Mutter und ein Kleinkind waren stark erkältet. Ich konnte mich nicht verständigen, aber als ich eines der Kinder streichelte, hat es mich angestrahlt – das hat mich sehr bewegt.“
 Sie muss nicht lange überlegen: Genau um diese Familie möchte sie sich mit den beiden anderen Seniorinnen kümmern. Gleich am nächsten Tag bringen zwei von ihnen die Familie zwecks Erstausstattung zur Kleiderkammer.
 Stephanie Wagener begleitet sie und bekommt vor Ort spontan einen schlafenden Jungen in den Arm gelegt, als die Mutter einer weiteren Familie Kleidung aussuchen möchte. Für ein Kleinkind in Hausschuhen und eine Jugendliche, die keine Socken in ihren Leinenschuhen trägt, suchen ehrenamtliche Helfer passende Schuhe. Andere, darunter auch Frieda Meier und Ingrid Smolka, bringen aus Regalen Pullis, Hosen und Jacken herbei; jeder darf mitnehmen, was gefällt. Eine Syrerin deutet mit den Händen an, dass sie für ihre kleine Tochter statt einer Winterjacke einen Mantel haben möchte.
 Auch wenn nicht viel geredet wird: Dankbare Blicke signalisieren, wenn das Richtige gefunden wird. Eine Jugendliche möchte etwas sagen, gähnt und reckt sich, nimmt dann ein Blatt mit darauf abgebildeten Kleidungsstücken und macht klar, dass sie einen Schlafanzug braucht. Der ist jedoch nicht vorrätig.
 „Innerhalb von einer Woche kamen bei uns vier Familien mit über 20 Personen an, da sind wir dankbar für jede Hilfe“, sagt Wagener und ergänzt: „Wir benötigen dringend noch Winterbekleidung für Kinder, Schuhe, Hausschuhe, Nachthemden und Pyjamas und für Frauen Kleidung in den Größen 36 und 38.“ „Wir feiern Weihnachten, also waren wir diese Woche auch bei unserer Familie und haben schön verpackte Geschenke überreicht, für jedes Alter etwas“, erzählen die drei Patinnen und fügen hinzu: „Unser Plan ist: Wer Zeit hat, besucht sie und zeigt ihr, dass sie willkommen ist.“
 „Weihnachten ist eine Zeit, in der jeder innerlich bereit ist mehr zu geben als im normalen Alltag“, ergänzt Frieda Meier und fährt fort: „Aber ich würde das auch zu jeder anderen Jahreszeit machen, denn mir geht es gut und so kann ich auch etwas davon abgeben.“



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