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Freiwillige Feuerwehr Rohden feiert heute / Erinnerungen an kuriose und gefährliche Einsätze

Seit 85 Jahren Tag und Nacht einsatzbereit

Rohden (ah). Sturm peitscht über das Weserbergland hinweg. Im Rohdental fliegen Frankfurter Pfannen vom Dach eines freistehenden Bungalows. Die darin wohnende ältere Dame droht im wahrsten Sinne des Wortes das Dach über dem Kopf zu verlieren. Dass es nicht dazu kommt, verdankt sie Feuerwehrleuten, die gegen den Sturm ankämpfend ihr Dach mit Sandsäcken sichern. „Professionell gemacht, so etwas habe ich noch nicht gesehen“, lobt ein Dachdecker, der später zur Begutachtung des Schadens aufs Dach der Dame steigt.

veröffentlicht am 15.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 10:21 Uhr

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Stadtbrandmeister Jürgen Hilpert, der 22 Jahre in Rohden Ortsbrandmeister war, erzählt neben diesem kuriosen Einsatz auch von zwei Großbränden. Schnell seien die Aktiven zur Stelle gewesen beim Brand auf einem ehemaligen Bauernhof in der Ellerbachstraße, der „gewaltig aussah, weil das ganze Dachgeschoss verqualmt war.“ Jahre zuvor sei die obere Etage eines Hauses im Mühlenweg komplett ausgebrannt. „Wir mussten lange Brandwache halten, da das Feuer in dem Haus mit Zwischendecken immer wieder aufloderte“, berichtet er.

Eine Überschwemmung in der Steineiche, durch die laut Hilpert „eine Bäckerei regelrecht abgesoffen ist“, beschert der Wehr eine wahre Schlammpartie. Ihr Haupteinsatzgebiet in Rohden sei jedoch die Landesstraße 434, auf der es regelmäßig Ölspuren zu beseitigen gebe. „Angesichts der hohen Geschwindigkeiten, mit denen auf der Straße zur Autobahn gefahren wird, ist es sehr gefährlich, da zu arbeiten“, betont Hilpert.

Seit ihrer Gründung 1927 ist die Feuerwehr Rohden bei Tag und Nacht bereit, in Notsituationen zu retten, löschen, bergen und schützen. „Früher war die Wehr noch auf Fremdhilfe angewiesen“, berichtet der stellvertretende Ortsbrandmeister Marco Brandes anhand von Protokollen aus dem Jahre 1951. Sein Amtsvorgänger Georg Knauf habe seinen Lastwagen zur Verfügung gestellt, auf den die Ausrüstung aufgeladen und zur Einsatzstelle gefahren worden sei. Das erste eigene Fahrzeug schafft die Gemeinde Rohden 1963 an, weitere gebrauchte Wagen folgen, bevor die Ortswehr 1998 ihr erstes neues Tragkraftspritzenfahrzeug erhält. Dafür wird an das Gebäude in der Brinkstraße, in dem Einsatzmaterialien gelagert werden, angebaut. Als neues Domizil der Feuerwehr wird 2008 die ehemalige Grundschule eingeweiht.

Vorerst keine Sorgen muss sich die Wehr um Nachwuchs machen: Seit fast 20 Jahren gibt es in Rohden eine Jugendfeuerwehr, an Ostern 2012 gründen zehn „Löschkids“ die Kinderfeuerwehr. „85 Jahre Freiwillige Feuerwehr Rohden – das ist für uns ein Grund zum Feiern“, erklärt Brandes. Heute startet nach der Begrüßung um 15 Uhr am Gerätehaus ein erlebnisreicher Orientierungsmarsch mit anschließender Preisverleihung und gemütlichem Beisammensein.



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