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Wie die Hemeringer sich auf dem Exerzierplatz auf ihre Traditionsveranstaltung einstimmen

Seine Majestät nimmt die Parade ab

Hemeringen. Dunkle Wolken ziehen über Hemeringen am Samstagabend hinweg und lassen ihre nasse Fracht herniederprasseln. Das stört aber die ersten auf dem Exerzierplatz an der Schule eintreffenden königstreue Bürger nicht. „Bei jeder Mobilmachung war und bin ich dabei. Nur Räuber haben Angst vor schlechtem Wetter“, sagt Hans-Otto Deppe.

veröffentlicht am 12.05.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 22:21 Uhr

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Autor:

Heiko Gropp
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Was bei Außenstehenden bisweilen Stirnrunzeln verursacht, ist den Hemeringern eine ernste Angelegenheit: Das Spektakel gehört mit zu den Vorbereitungen für das Schützenfest. Dabei sein will auch die 16 Jahre alte Ann-Christine Lohmeier. Regen mache ihr an diesem Tag nichts aus. Angelika Pyzik hat drei gute Gründe, trotz der Regenfluten dabei zu sein. Sie ist Ehefrau und Mutter einer Familie, die zwei Räuber und einen Buren im Hause versorgt. „Meine Jungs stehen heute hier ihren Mann. Da bin ich natürlich dabei“, sagt Christa Bollermann. Hauptmann Stephan Pfennig meint kurz vor dem Antreten über die Offiziere und Mannschaften: „Sie werden alle erscheinen, weil sie gehorsam und königstreu sind.“

Langsam haben sich die verschiedenen Kompanien um den Exerzierplatz aufgestellt. Gemurmel, Befehle der Offiziere sind hier und da zu hören. Da meldet sich Oberst von Kirchberg mit mächtiger Stimme. „Ruhe. Das ist ja nicht auszuhalten dieses Geschnatter – und das auf meinem Übungsplatz. Hier wird nicht gelacht und nicht gegrinst. Und der Mann da im grünen T-Shirt. Offizier, zieh ihm was an, sonst ist der morgen weg vom Fenster.“

Kurz darauf melden die Kompanien die Stärke und zusammen sind 33 Offiziere, 328 Mannschaftsgrade, 15 Ehrendamen und 14,5 Krankenschwestern angetreten. Dann ruft der Oberst den Musiker Frank Heusing nach vorn. Er wird zum Leutnant befördert und anschließend mit verschiedenen Hochrufen der Truppen wie „Zickezacke“, „Schlüpfer aus“, „Näh zu“ und weiteren Kuriositäten geehrt. Wachtmeister McPinkel, bürgerlich Heinz Ehlebracht, wird dann die Bürde seines vor vier Jahren erhaltenen Namens genommen. Er heißt ab sofort von Guldenburg. Bevor Seine Majestät Frank I. erscheint, verabreicht Dr. Zaster, bürgerlich Gerd Hundertmark, dem Oberst einen Waldmeisterpudding und Dunkelbraunes mit dem Löffel für die Stimme und Kondition. Dann ist es so weit. Majestät Frank I. erscheint mit Gefolge und nimmt die Parade ab. Er ruft alle Soldaten und Offiziere dazu auf, mit ihm am 22. Juni die Marodeure zu vertreiben. Bis dahin sollten alle gut üben, um für das Königreich und das Volk Ruhe und Frieden in Hemeringen und Umgebung einkehren zu lassen.

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