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PiekBuBen überzeugen im ausverkauften Kultourisforum / Musikkabarett, bei dem die Chemie stimmt

Schwarzer Humor – in Worten und Noten

Hessisch Oldendorf (ah). Ausverkauft hieß es beim zweiten Auftritt der PiekBuBen am Samstag im Kultourismus. Das Werkhaus Hessisch Oldendorf hatte mit dem Musikkabarett auf die richtige Karte gesetzt. Als Vorgeschmack auf ihr zweistündiges schwarzhumoriges Programm „Doppelwert“ ließen Stefan Bohrer und Lutz Göhmann, die PiekBuBen, ihre Schatten Kreislers „Kleine Gutenachtmusik“ anstimmen und erhöhten so die Spannung.

veröffentlicht am 25.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 02:41 Uhr

Langanhaltenden Applaus gab es vom Publikum.
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„Generalüberholte“ Kreis-ler-Klassiker servieren Bohrer (Gesang) und Göhmann (Klavier und Gesang) im ersten Teil des Abends. Angesichts der Pleite der Stadt oder des nicht mehr messbaren Wertes des Vertrauens in Politiker darf „Der Staatsbeamte“ ebenso wenig fehlen wie „Der Ticker“. Dazu gesellen sich „traurige“ Lieder wie „Das Triangel“ oder „Sieben Euro“. „Zur Lage der Nation“ der Wise Guys mit Deutschlandkäppi, -flagge und sächselndem Akzent, „Leichenschmaus“ im neuen, fromm-bösen Gewand und das „gepimpte Rentnervergiften“ ernten lautstarken Beifall.

Im Dialog streuen die PiekBuBen doppelwertige, würzige Kurzeinlagen ein wie die berufsspezifischen Abschiedsfloskeln à la „Ich verpiss mich!“ oder die Wahrnehmungsstörung der Männer. Makaber köstlich der Flirt der „Eintagsfliege“ im Backenbart zum Auftakt des zweiten Teils, bei dem „Die Chemie“, die zwischen den beiden Protagonisten beängstigend gut stimmt, Lachsalven hervorruft. „Meine neue Freundin“ Klaus, die Tochter eines Schönheitschirurgen, die „visuell beglückend“ ist, lässt „Hase“ Göhmanns Finger über die Klaviertasten fetzen. Der Rock ’n‘ Roll-Rhythmus geht sofort ins Publikum über. Danach das wunderbar schmalzige „Wir zwei sind ein Paar“ und der Tango im Stil der 20er Jahre, „Wir wollten doch nur Freunde sein“, böse, böse, böse. Eine Mordsgaudi, Bodo Wartkes „Ja, Schatz“: Göhmann „am Geflügel“ und Bohrer singend, das Bad in der Menge suchend, bedrohlich gut.

Doch dann tritt einer musikalisch in Erscheinung, der alle umhaut! „Wladimir“, der „Mensch mit Zuwanderungserfahrung“, „der schönste Mann im Land vom Hermes Paketversand, der scharf wie Wodka ist.“ Göhmanns Klavierspiel holt den Ural ins Kultourismusforum, Bohrer füttert die Fantasie, manche im Publikum weinen vor Lachen, die Lachanfälle im sogenannten Südflügel geraten fast außer Kontrolle. Herrrrrrlich, wie die PiekBuBen zweistimmig ihr „Joi, Joi, Joi“ zum Besten geben. Danach vier Zugaben, von denen Funny van Dannens von Bohrer hinreißend phlegmatisch vorgetragene „Schilddrüsenunterfunktion“ die allerletzten Lachhemmungen löst. Langanhaltender Applaus hilft, die Hormone wieder ins Lot zu bringen.

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Einfach eindrucksvoll: Die PiekBuBen mit Lutz Göhmann (links) und Stefan Bohrer. Die Begeisterung war groß – vier Zugaben erweiterten das Programm.

Fotos: ah

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