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Theatergruppe Haddessen erntet donnernden Applaus für ihre „Männerwirtschaft“

Schrill, schräg – zum Brüllen komisch

Haddessen/Pötzen. Derber Humor, skurrile Typen – wenn die Theatergruppe Haddessen auf der Bühne steht, sind Schenkelklopfer garantiert. Diesmal glänzt das Ensemble mit dem Stück „Männerwirtschaft“.

veröffentlicht am 01.02.2016 um 19:35 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 14:12 Uhr

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Autor:

Stefan Bohrer
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Ein Bindfaden baumelt von der Decke, und Klaus ist gerade im Begriff, sich daran aufzuknüpfen. Dumm nur, dass ihn dieser Strick kaum halten wird. Sonja und Susi kommen hinzu und stellen lapidar fest, dass Männer häufig als Genies auf die Welt kommen und als Volltrottel enden, weil sie eben nur ein Stück Bindfaden benutzen. Spätestens jetzt hat die Theatergruppe Haddessen in dieser „Männerwirtschaft“ von Uschi Schilling ihre Zuschauer im voll besetzten Schützenhaus in Pötzen fest am Haken. Und drei Akte später steht fest, dass das Ensemble selbst aus einem von teilweise billigen Klischees strotzenden und sämtliche Logik umschiffenden Theaterstück einen perfekten Theaterabend machen kann. Eindeutig ein Verdienst von Regisseurin Martina Drews, die ein sicheres Händchen darin beweist, ein Schauspielensemble zu führen und zu Höchstleistungen anzutreiben. Die Geschichte ist schnell erzählt. Die Brüder Klaus und Gabriel betreiben eine heruntergekommen Kneipe. Leider kreist ständig der Pleitegeier über der Theke und den beiden Protagonisten sitzt die Bank im Nacken. Aber kein Problem für den zwielichtigen Zwinker-Eddi, der gemeinsam mit Quartalssäufer Arno und der schrillen Susi den Besitzern hilfreich unter die Arme greift. Logisch, dass nach zahlreichen Verwirrungen dem Happy-End natürlich nichts im Wege steht.

Einmal mehr beweist die Theatergruppe Haddessen enorme Spielfreude und vor allem viel Sinn für Situationskomik. Verständlich, dass im Publikum nach über zwei Stunden kein Auge trocken bleibt. Das Ensemble agiert immer dicht am und vor allem mit dem Zuschauer, beweist ein wunderbares Timing für Screwball-Comedy und begeistert durch ausgefeilte Mimik und Gestik. Allen voran natürlich Thorben Drews, der auch als säbelbeinige Blond-Tussi mit bemerkenswerter Oberweite ebenso die Lacher auf seiner Seite hat wie Silke Wollnik als seine Freundin Sonja, Marion Scharf als mannstolle Irre, die eigentlich Lokalverbot hat oder Detlef Henke als Freibier saufender Stammgast, der den beiden Brüdern schließlich finanziell aus der Patsche hilft. Brüllkomisch wird über die gesamten drei Akte dermaßen über die Bühne gewirbelt, dass die Theatergruppe zum Schluss berechtigterweise donnernden Applaus erntet. Dumm nur für denjenigen, der sich nicht rechtzeitig um Karten bemüht hat. Der verpasste nämlich, warum Haddesser Füße generell nicht mit italienischem Schuhwerk ausgestattet werden sollten, es sei denn, die Schuhe hätten Geigenkastengröße. Und der verpasste, dass das reichlich auf der Bühne genossene Bier (selbstredend alkoholfrei) weibliche Hormone beinhaltet, die dazu führen, dass man anfängt, wirres Zeug zu reden und schließlich in keine Parklücke mehr reinkommt.

Unterm Strich macht diese „Männerwirtschaft“ einfach Lust auf mehr. Und wenn die acht ausverkauften Abende Ende Februar Geschichte sind, startet die Theatergruppe ohnehin die Suche nach einem neuen Stück, was im nächsten Jahr in Pötzen auf die Bretter kommen soll.

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  • Manchesmal rächt es sich, wenn man seine Freundin in die Wüste schicken will.


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