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Hessisch Oldendorf hofft darauf, als erste Kommune im Landkreis angeschlossen zu werden

„Schnelles Internet so bald wie möglich“

HESSISCH OLDENDORF. Die Mitglieder des Planungsausschusses der Stadt Hessisch Oldendorf werden nach der Lektüre der Dewezet am Mittwochmorgen vermutlich erfreut gewesen sein, weil sie erfahren durften, dass die Kreisverwaltung noch in diesem Jahr den Auftrag für den Ausbau eines schnellen Internet-Netzes vergeben will. Die Weserstadt macht sich dabei Hoffnungen, als erste Kommune des Landkreises mit dem gerade für die Wirtschaft enorm wichtigen Infrastrukturelement bedacht zu werden.

veröffentlicht am 15.02.2018 um 13:45 Uhr
aktualisiert am 09.07.2018 um 16:47 Uhr

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Autor

Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Das jedenfalls war die Tendenz während der Aussprache über die Sachinformation durch Heiko Wiebusch, den Fachbereichsleiter für Planen und Bauen in der Verwaltung.

Wiebusch hatte dem Ausschuss mitgeteilt, dass ihm von Andreas Manz, dem Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung beim Landkreis, mitgeteilt worden sei, dass die dritte Bieterrunde für die potenziellen Provider mittlerweile abgeschlossen sei und es jetzt um die „finalen Angebote“ gehe. Noch vor Ostern werde die Entscheidung über den Provider fallen, habe ihm Manz gesagt. Ob die Entscheidung des Kreistages in der nächsten ordentlichen Sitzung gefällt werde sei noch offen. Manz selbst erklärte tags darauf im Rahmen der Unternehmer-Matinee der Weserbergland AG, nötigenfalls könne auch eine außerordentliche Kreistagssitzung anberaumt werden, um die Auftragsvergabe kurzfristig spruchreif zu machen.

Aber nicht nur die Ausschussmitglieder werden erfreut über die Aussagen von Manz gewesen sein. Auch die Fischbecker Bürgerin Ilona Fischer dürfte sich über die Ankündigung freuen. Sie versucht schon seit längerer Zeit vergeblich, einen schnellen Internet-Anschluss für ihre Immobilie in Fischbeck zu bekommen. „Das war bislang einfach nicht möglich“, berichtet Ilona Fischer dem Ausschuss während der Einwohnerfragestunde und beklagte dabei, dass einer ihrer Söhne aus beruflichen Gründen dringend einen DSL-Anschluss benötige. „Muss ich denn mein Haus verkaufen, um diese Technik zur Verfügung stellen zu können?“, fragte die Fischbeckerin, nicht ohne zu erwähnen, dass sie ohne DSL-Anschluss im Falle eines Verkaufs einen erheblichen Wertverlust befürchte. „Denn wer kauft heute schon noch ein Haus ohne schnelles Internet“, lautete ihre Aussage. „Das schnelle Internet muss so bald wie möglich installiert werden.“ Die Reaktion des Ausschusses war auch ohne Vorlage der Verwaltung der spontan gefasste Beschluss: „Das wollen wir einstimmig auch.“

Wiebusch konnte Ilona Fischer zumindest mit auf den Weg geben, dass alle Häuser in Fischbeck für den Ausbau und Anschluss an das geplante Glasfasernetz vorgesehen seien. Einzige Bedingung laut Wiebusch: „Mindestens 40 Prozent der Haushalte müssen sich für den Provider des Landkreises entscheiden.“ Es spiele dabei keine Rolle, ob sie jetzt vertraglich an einen anderen Provider gebunden seien. Der Vertragsübergang werden dann schon mit den entsprechenden Fristen geregelt. „Werben Sie deshalb auch bei Ihren Nachbarn dafür, dass sie sich bei dem Provider des Landkreises anmelden.“ Je mehr Haushalte sich in einem Ort anmelden, desto größer schätze er die Chance ein, dass der Netzausbau dort auch vorrangig durchgeführt werde. Klar sei auch, dass alle 24 Ortsteile von Hessisch Oldendorf an das Netz angeschlossen würden. Wo begonnen werde, könne er allerdings nicht sagen.

Bürgermeister Harald Krüger hatte in einem Interview mit der Dewezet zum Jahresbeginn bereits betont, zu seinen wichtigsten Zielen zähle in diesem Jahr die Versorgung mit dem schnellen Internet. „Das ist für die Wirtschaftsbetriebe vor Ort enorm wichtig“, hatte er betont. Es sei grotesk, „mit welchen Krücken teilweise in den Betrieben gearbeitet werden muss“, hatte der Bürgermeister beklagt.

Derzeit versorgt die Telekom einige ihrer wichtigen Kunden mit Glasfaseranschlüssen. Allerdings müssten diese Kunden die Kosten dafür selbst tragen, berichtete Heiko Wiebusch am Mittwochabend im Ausschuss für Bau-, Umwelt-, Feuerschutz und Energiemanagement mit Blick auf die derzeitigen Anschlussarbeiten für die BDH Klinik in Hessisch Oldendorf. Das habe nichts mit dem künftigen Provider zu tun und sei ein einzelner Anschluss.

Hameln-Pyrmont will sich beim Ausbau nicht auf die Telekom verlassen, sondern ein eigenes Netz ausbauen, um alle Haushalte zu versorgen. Ziel ist laut Manz eine Übertragungsgeschwindigkeit von einem Gigabit pro Sekunde. Im relativ gut versorgten Bad Pyrmont seien derzeit per Kabel 400 Megabit pro Sekunde möglich. Wichtig ist es laut Manz, Planung, Bau und Betrieb in eine Hand zu geben, um eine klare Verantwortlichkeit zu haben. Immerhin gehe es um 500 Kilometer Glasfaserkabel. Wo die Arbeiten in diesem Jahr begonnen würden, sei auch abhängig davon, wo dies sinnvoll sei, hatte Manz auf der Unternehmer-Matinee erklärt. Klar ist aber auch, dass alle Kommunen ungeduldig auf das Netz warten.



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