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Rohdenerin leidet unter Feuchtigkeit in ihrem Haus und fühlt sich von der Stadt allein gelassen

Schimmel durch Regenwasser?

ROHDEN. „Wir hatten unser Haus so schön, und jetzt ist alles kaputt“, klagt Sigrun M. (Name von der Redaktion geändert). Im untersten Stockwerk ihres Hauses in Rohden sind Wasserflecken und es riecht muffig. Auch gesundheitlich setzt M. die Feuchtigkeit schon zu. Von der Stadt fühlt sie sich im Stich gelassen.

veröffentlicht am 04.08.2017 um 11:24 Uhr

In der Küche des Kellergeschosses, in der sich Sigrun M. während des Tages meist aufhält, ist der Boden vom Wasser sichtlich angegriffen. Einige der Fliesen lösen sich bereits und werden zu Stolperfallen. Foto: jli
Johanna Lindermann

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Johanna LindermannDWZ Volontärin
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Im Jahr 1959 hatten ihre Eltern das Haus erbaut, 1988 übernahm M. es mit ihrem Mann, auch die gemeinsamen Kinder wuchsen hier auf. Vor einigen Jahren dann wechselte der Eigentümer eines benachbarten Grundstücks, der daraufhin seinen Garten umbaute. Und hier fingen die Probleme für M. an: Sobald es regne, fließe das Wasser die Straße hinunter, über ihr Grundstück und gegen ihr Haus, berichtet M. Die Folge: Im Kellergeschoss sind in nahezu allen Zimmern feuchte Stellen an Wänden und Boden auszumachen, Teppiche und Tapeten lösen sich ab, lockere Fliesen werden zu Stolperfallen, es riecht feucht und stellenweise bildet sich sogar Schimmel.

Dies wirkt sich inzwischen auch auf die Gesundheit der Rentnerin aus. Zwar lebt sie seit dem Tod ihres Mannes alleine im ganzen Haus, hält sich jedoch meist in der unteren Etage auf, da sie nicht mehr so gut Treppen steigen kann und zudem viel im Garten arbeitet. Durch das regelmäßige Einatmen der feuchten Luft habe sie Probleme mit der Atmung bekommen. „Die Ärzte haben bei mir eine chronische Reizung der Nasen- und Rachenschleimhäute festgestellt“, erklärt sie.

Aufgrund ihrer Situation wandte sich M. mehrfach an die Stadt Hessisch Oldendorf. Nachdem ein Vertreter der Verwaltung Untersuchungen an ihrem Grundstück durchgeführt habe, hätte man ihr gesagt, die Schäden würden durch Grundwasser verursacht, erzählt M. Daran glaubt sie jedoch nicht. Schließlich habe sie selbst gesehen, wie das Regenwasser auf ihr Grundstück fließe. Auch ein neuer Zaun, der um ihr Grundstück errichtet wurde, habe an der Lage nichts geändert.

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An der Treppe blättert durch die Feuchtigkeit der Putz von der Wand. Foto: jli

Die Rohdenerin ist sich sicher: Helfen würde hier nur eine Gosse an der Straße, damit das Niederschlagswasser, das die Straße hinablaufe, nicht mehr auf ihr Grundstück fließen könne. Doch mit diesem Anliegen hatte sie bei der Stadt keinen Erfolg, da nicht vor einem einzelnen Grundstück eine Gosse gebaut werden könnte, sondern dann die ganze Straße saniert werden müsste. Und die Gosse selbst zu finanzieren, würde etwa 3000 Euro kosten, so M. Die Rentnerin ist verzweifelt. „Ich habe nur eine kleine Rente – wo soll ich denn 3000 Euro hernehmen?“, klagt sie. Von der Stadt fühlt sie sich allein gelassen. „Mein Mann und ich haben so viel für das Haus getan – und jetzt ist alles umsonst gewesen.“

Die Situation von M. sei bei der Stadtverwaltung seit Längerem bekannt, bestätigt Bürgermeister Harald Krüger auf Nachfrage der Dewezet. So sei auch bereits mehrfach vonseiten der Verwaltung geprüft worden, ob bei Starkregen Wasser auf das Grundstück von M. abfließe. Bei den Überprüfungen der Stadt sei dies jedoch nicht zu beobachten gewesen. Der Abfluss von Regenwasser auf das Grundstück „konnte bisher nicht festgestellt werden, ist aber auch nicht gänzlich auszuschließen“, sagt Krüger.

Aus diesem Grund habe die Stadt bereits vor mehreren Jahren im Bereich der Zufahrten und Wege zum Grundstück „entsprechende Maßnahmen“ in Form von Aufpflasterungen durchgeführt. Die Stadt habe Frau M. somit nicht im Stich gelassen, sagt der Bürgermeister.

Um den Fall, dass bei sehr starken Regenfällen doch etwas Wasser über das Grundstück fließen könne, jedoch völlig auszuschließen, plane die Verwaltung darüber hinaus, auf dem grasbewachsenen Seitenraum der Straße eine niedrige Verwallung, also eine Erhöhung des Geländes, aus Schotter herzustellen. Weitere Maßnahmen, wie etwa der Bau einer Gosse, seien vor geraumer Zeit zwar geprüft, aber nicht für erforderlich gehalten worden.

„Unabhängig von der bereits umgesetzten sowie der kurzfristig geplanten Maßnahme vertrete ich aufgrund der Örtlichkeit die Auffassung, dass feuchte Keller bei dem hier vorliegenden Hanggrundstück in der Regel auf Grundwassereinflüsse zurückzuführen sind und insofern ein Einfluss durch Niederschlagswasser weitgehend auszuschließen ist“, so Krüger.



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