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Drei Bauabschnitte geplant

Sanierung der Bergstraße: Für die Anlieger wird es teuer

HESSISCH OLDENDORF. Die derzeitigen Bauarbeiten sind nur ein Vorgeschmack für das, was in den nächsten Jahren auf die Anwohner der Bergstraße zukommt. Die Telekom buddelt, um die BDH Klinik mit einem leistungsfähigeren Internetzugang zu versorgen. Dass die geplante Straßensanierung und die Arbeiten der Telekom nicht in einem Aufwasch erledigt werden, erzürnt viele.

veröffentlicht am 22.02.2018 um 12:20 Uhr
aktualisiert am 22.02.2018 um 13:00 Uhr

Einschließlich der Gehwege und der Fahrbahn soll die Bergstraße komplett erneuert werden. Foto: wft
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Es ist nur ein Vorgeschmack für das, was in diesem und den nächsten Jahren auf die Anwohner der Bergstraße und der anliegenden Wohnquartiere zukommt: eine aufgerissene Straße und bis auf die Wintermonate dauerhafte Umleitungen. Dass die Bagger schon jetzt in der Berg- und der Greitstraße am Werk sind, hat allerdings nichts mit der geplanten Sanierung der Bergstraße zu tun. Derzeit buddelt dort die Telekom, um die BDH Klinik Hessisch Oldendorf an der Greitstraße mit einem leistungsfähigeren Internetzugang zu versorgen (wir berichteten).

Dass die geplante Sanierung und die Arbeiten der Telekom nicht in einem Aufwasch erledigt werden erzürnt besonders den Hessisch Oldendorfer Ortsbürgermeister Claus Clavey (SPD). Dass nicht so verfahren werde, sei dem Bürger nicht zu vermitteln, was Anwohner der Bergstraße im Gespräch auf der Straße unisono bestätigen. „Da wurde offenbar nicht genug Druck auf die Telekom und die Klinik ausgeübt“, wettert ein Anwohner, der seinen Namen nicht nennen will. „Ein paar Monate wären die garantiert noch mit ihrem alten Anschluss ausgekommen. Es hat doch bis jetzt auch funktioniert.“

Bei allem Ärger – es steht fest, dass jetzt gebuddelt, die Straße wieder verschlossen und voraussichtlich im April die Bagger erneut anrücken, um den ersten Bauabschnitt der Bergstraßensanierung von der Schilfstraße bis zur Wiesenstraße in Angriff zu nehmen. Dieser Termin wurde am Mittwochabend auf der Sitzung des Ausschusses für Bau-, Umwelt-, Feuerschutz und Energiemanagement (BUFE) von Heiko Wiebusch, dem Fachbereichsleiter Planen und Bauen der Stadtverwaltung, und dem für den Straßenbau in Hessisch Oldendorf verantwortlichen Christian Mork genannt. Der zweite Bauabschnitt ist demnach für das Jahr 2020 von der Wiesenstraße bis zur Narzissenstraße geplant, der dritte Bauabschnitt dann 2021 oder 2022 von der Narzissenstraße bis zur Grundschule Rosenbusch.

Hintergrund der Sanierung der Bergstraße ist einerseits der Zustand der Fahrbahnoberfläche, die Fahrspuren und Verdrückungen aufweise, wie es in der Sachdarstellung der Verwaltung heißt. Gehwege und Bordanlagen seien zudem teilweise abgängig. Und: „Die Verkehrssicherheit ist punktuell nicht mehr gewährleistet. Untersuchungen des Fahrbahnkörpers hätten außerdem ergeben, dass der Streckenabschnitt von der Einmündung der Schilfstraße bis zur Einmündung Narzissenstraße keinen frostsicheren Aufbau habe. Teilweise seien nur Aufbaustärken von 33 Zentimetern festgestellt worden. Deshalb müsse die Straße in diesem Bereich von Grund auf neu aufgebaut werden. Von der Narzissenstraße bis zum Ende der Bergstraße sei der Fahrbahnaufbau deutlich besser. Für diesen Bereich plant die Stadt denn auch nur die Erneuerung der Fahrbahnoberfläche. Generell soll die Fahrbahnbreite 5,50 Meter in Asphaltbauweise betragen; beidseitig sind pflasterbefestigte Gehwege in einer Breite von 1,20 Meter bis 1,50 Meter geplant. Auch die Straßenbeleuchtung soll auf voller Länge mit LED-Leuchten erneuert werden.

Gleichzeitig mit der Sanierung des Abschnitts Schilf- bis Wiesenstraße werden der Abwasserbetrieb und die Stadtwerke Hessisch Oldendorf auch ihre abgängigen Leitungen erneuern und entsprechend mit 25 bis 30 Prozent an den Kosten für den Straßenbau beteiligt.

Die Kosten für die Sanierung der Bergstraße sind mit rund 1,1 Millionen Euro veranschlagt. Da die Stadt mit 60 Prozent an der Maßnahme beteiligt ist, wird sie rund 633 000 Euro zu tragen haben. Mit etwa 40 Prozent der Kosten werden gemäß der Straßenausbaubeitragssatzung die Anlieger beteiligt – auf sie kommt eine Belastung von 410 000 Euro zu. Den Anteil des Abwasserbetriebs und der Stadtwerke gibt die Verwaltung in ihrer Kostenkalkulation mit 90 000 Euro an.

Die Festsetzung der Straßenausbaubeiträge mittels Bescheid erfolgt nach Darstellung der Verwaltung nach Fertigstellung der Gesamtmaßnahme. Da der Gesamtausbau sich bautechnisch aber über mehrere Jahre erstreckt, würden alle Anlieger im Verlauf der Sanierungsmaßnahme zu Vorausleistungen zum Straßenausbaubeitrag herangezogen. Am Straßenausbau beträgt die Beteiligung der Anlieger laut Satzung 40 Prozent. Am Aufwand für die Straßenbeleuchtung, die Entwässerung der Straßen und Gehwege würden sie mit 45 Prozent beteiligt, wie es in der Sachdarstellung der Verwaltung heißt.

Für 2019 sind vorerst keine Baumaßnahmen vorgesehen, um dieses Jahr als mögliche Pufferzeit zur Verfügung zu haben, falls der erste Bauabschnitt nicht in diesem Jahr fertiggestellt werden kann. Eine derartige Pufferzeit plant die Stadt auch mit dem Jahr 2021 ein. Sollte der zweite Bauabschnitt nicht im Jahr 2020 fertiggestellt werden können, würde die Sanierung des dritten Bauabschnitts auf das Jahr 2022 verlegt. In diesem Jahr solle die Sanierung der Bergstraße aber auf jeden Fall abgeschlossen werden.



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