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Rekates Heimatmuseum in Lachem

Sammler aus Leidenschaft zeigt seine Schätze

Lachem (jhe). Durch wenige gläserne Ziegel scheint das Tageslicht auf die alte Zimmereibank. An der Wand hängen Beile, Sägen und Hämmer. Schon seit Jahrzehnten hat niemand mehr an dieser Bank gearbeitet. Es scheint, als liege die Arbeitsstätte im Dornröschenschlaf. Allein die Staubschicht fehlt und überhaupt macht alles einen alten, aber unbeschädigten Eindruck.

veröffentlicht am 10.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 10:21 Uhr

Nachgebautes Plumpsklo.
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Die Gegenstände sollen „der Nachwelt erhalten bleiben“ – das zumindest wünscht sich Friedrich-Wilhelm Rekate, leidenschaftlicher Sammler alter Objekte. Auf rund 230 Quadratmetern stellt er in seinem Museum für Heimatgeschichte in Lachem Exponate „von der Steinzeit bis zum Ersten Weltkrieg“ aus.

Die Sammelleidenschaft begann bei Friedrich Wilhelm Rekate schon im Alter von zehn Jahren. „Alles fing an mit einer Bronzekette, die ich immer mit mir herumgetragen habe“, erinnert sich der 59-Jährige. So kamen immer mehr Gegenstände dazu. Als vor neun Jahren der landwirtschaftliche Betrieb auf dem Hof seiner Frau Annegret eingestellt wurde, hatte der Landwirt Zeit, die angesammelten Stücke zu restaurieren und ein Museum zu eröffnen. „Ich möchte das, was hier einmal gewesen ist, erhalten. Die Menschen sollen wissen, dass die Basis hier früher so interessant war“, erklärt der Sammler, der sich zu seinem 50. Geburtstag „nur alte Klamotten“ wünschte.

Mit dem Kopf im Plumpsklo

Mit den großen und kleinen Geschenken von 120 Gästen und vielen eigenen Sammelstücken eröffnete er im Jahr 2001 sein Museum. Immer wieder führt Rekate kostenlos Schulklassen, Vereine oder Privatpersonen durch das Museum. Geordnet in verschiedene Bereiche wie Schmiede, Tischlerei, Waschstube oder Pferdezubehör, können Besucher die alten Werkzeuge, Möbel und Kleidungsstücke bestaunen. Dazu erzählt Rekate Wissenswertes über deren einstige Verwendung. So erklärt er beispielsweise Kindern, die ihren Kopf gerne mal in ein nachgebautes Plumpsklo stecken, warum sie das früher nicht getan hätten. Oder er beschreibt, wie sich die häusliche Niederlassung der Menschen über die Jahrhunderte veränderte: „Ab der Bronzezeit begann eine Dreiteilung in Wohnen, Wirtschaften und Viehzucht.“ Zuvor hätten sich die Menschen die Schlafplätze mit dem Vieh geteilt.

2 Bilder
Diese Keule gestaltete Friedrich-Wilhelm Rekate für das Heimatmuseum Lachem. Fotos: jhe

Um den Wandel zu veranschaulichen, hat der Rentner eigenhändig die alten Wohnstätten in Miniaturform nachgebaut. Auch ein Mammuthorn und eine Keule hat er selbst angefertigt. Denn „Sehen und Anfassen ist wichtig – nicht nur für Kinder“, erklärt Rekate, der sein Handwerk als „experimentelle Archäologie“ bezeichnet.

Sein handwerkliches Geschick liege in den Genen, erklärt Rekate, sein Wissen habe er sich aus Büchern angeeignet: „Ich lese zwar keinen Shakespeare, aber alles, was mit unserer Vergangenheit zu tun hat.“



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