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Schwierige Preisverhandlungen / Landwirte fordern auch Erhalt der Zuckermarktordnung

Rübenbauern empört über Angebot der Fabrik

Hessisch Oldendorf (bj). „Es war ein eindrucksvolles Rübenjahr, das von Anfang bis Ende unter einem sehr guten Stern stand“, sagt Karl-Friedrich Meyer, Vorsitzender des Verbandes der Rübenanbauer im Lippe-Weser-Raum. „Und nun möchten die Mitglieder des Verbandes teilhaben an dem guten Ergebnis“, bringt er die Erwartungen der Rübenanbauer zum Ausdruck. Zur ersten überregionalen Anbauerversammlung sind viele Bauern bis aus den Räumen Minden und Osnabrück ins Baxmann-Zentrum nach Hessisch Oldendorf gekommen.

veröffentlicht am 11.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 00:41 Uhr

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Die Verhandlungen um die Bezahlung der 838 598 Tonnen Rüben, die ins Werk Lage geliefert wurden, scheinen problematischer als in den Vorjahren zu sein. „Wir führen schwierige Preisverhandlungen mit Pfeifer & Langen. Es gibt noch keinen Konsens, und das ausgehandelte Ergebnis ist noch nicht endgültig“, betont der Vorsitzende den Landwirten gegenüber. Von „lächerlich“ bis „unverschämt“ reichen die Kommentare der Rübenanbauer im Hessisch Oldendorfer Baxmann-Zentrum, als Friedhelm Hüneke, Beiratsmitglied im Verband der Rübenanbauer, das momentan zu erwartende Rübengeld nennt. Demnach sollen die Landwirte für die Quotenrüben 43,13 Euro je Tonne erhalten. Darin enthalten sind 3,71 Euro als Landwirtebeteiligung. „Die Unternehmen erzielen momentan über 600 Euro je Tonne Zucker und damit erheblich mehr als den EU-Referenzpreis von 404 Euro je Tonne“, sagt Meyer. Laut Branchenvereinbarungen müssen die Unternehmen die Landwirte an diesen deutlich höheren Erlösen beteiligen, so der Verbandsvorsitzende. „Pfeifer & Langen soll Geld verdienen, wir Anbauer wollen aber unseren Anteil daran und der sollte zwischen fünf Euro und acht Euro liegen. Wir erwarten von Pfeifer & Langen, das Angebot zu verbessern. Anfang April erfolgt die Endauszahlung des Rübengeldes, bis dahin müssen wir uns einig sein“, macht Karl-Friedrich Meyer deutlich. „Die Auswirkungen der letzten Reform von 2005/2006 sind noch nicht verdaut, da müssen wir uns schon Gedanken um die Zukunft der Zuckermarktordnung nach 2015 machen“, bringt Alexander Sommermeier, Beiratsmitglied der heimischen Region, die Sorgen der Anbauer zum Ausdruck. Europaweit haben 80 von 180 Zuckerfabriken schließen müssen, 140 000 Bauern gaben den Rübenanbau auf, und auf rund 700 000 Hektar ehemaligen Rübenflächen werden nun Getreide, Mais und Ölfrüchte angebaut, führt er einige Folgen der Reform an.

Die Kernforderungen der Zuckerwirtschaft stünden in deutlichem Widerspruch zu den Vorschlägen der EU-Kommission zur Zukunft der Zuckermarktordnung, zeigt Alexander Sommermeier auf. „Die Zuckermarktordnung muss bis mindestens 2020 bestehen bleiben“, fordert der Landwirt aus Fischbeck. Eine zentrale Forderung sei die Fortsetzung des Mengenmanagements mit nationalen Quoten. „Das garantiert eine nachhaltige Versorgungssicherheit für Versorger und Verbraucher“, erklärt Sommermeier. Wesentlich sei auch die Beibehaltung des Rübenmindestpreises, „sie bedeutet für uns Anbauer eine Absatzgarantie gegen die starke Konkurrenz anderer Früchte“, macht er deutlich. Ziel der Zuckermarktordnung müsse es sein, dass der Rübenanbau kalkulierbar bleibe und das für Anbauer, Zuckerfabriken und Zuckerhändler, betont Karl-Friedrich Meyer.

Sogar aus Osnabrück kamen die Bauern nach Hessisch Oldendorf, um eine bessere Bezahlung einzufordern. Foto: bj



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