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Hemeringer von regelrechter Plage heimgesucht / Selbst Kammerjäger konnte nichts dagegen ausrichten

Ratten bringen Ehepaar zur Verzweiflung

HEMERINGEN. Auf dem Grundstück von Erich und Christa Gutsmann treiben sich Ratten herum – jede Menge sogar. Der Hemeringer spricht bereits von einer Plage, kommt kaum gegen die Nager an. Er hat sich an den Kümmerer der Dewezet gewandt, um anderen Betroffenen Tipps zu geben, wie man einer Rattenplage Herr werden kann.

veröffentlicht am 10.07.2018 um 16:04 Uhr
aktualisiert am 11.07.2018 um 19:24 Uhr

30 bis 40 Ratten sollen sich am helllichten Tag auf dem Grundstück von Erich und Christa Gutsmann herumgetrieben haben. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Schaut man sich das schmucke Einfamilienhaus mit dem äußerst gut gepflegten Garten an, mag man kaum glauben, dass dort ungebetene Gäste ihr Unwesen treiben. Aber doch: Auf dem Grundstück von Erich und Christa Gutsmann treiben sich Ratten herum – jede Menge sogar. Der Hemeringer spricht bereits von einer Plage, kommt kaum gegen die Nager an. Er hat sich an den Kümmerer der Dewezet gewandt, um anderen Betroffenen Tipps zu geben, wie man einer Rattenplage Herr werden kann. Erfahrungen auf dem Gebiet hat er in den letzten Wochen reichlich sammeln müssen – wider Willen.

Von woher die Ratten kommen, können die Eigenheimbesitzer nur vermuten. „Zwei, drei Ratten sieht man auf dem Dorf immer mal“, sagt der 78-Jährige. Aber was Gutsmanns vor acht Wochen nach ihrer Rückkehr aus ihrem Tirolurlaub erlebten, hatte eine ganz andere Dimension. 30 bis 40 Ratten sollen am helllichten Tag auf der Terrasse herumgelaufen und über Tische und Stühle gesprungen sein. „Die ließen sich nicht verscheuchen, liefen einem sogar durch die Beine“, erzählt Gutsmann.

Von den angerichteten Schäden ganz zu schweigen. Die Ratten gruben Löcher in den Rasen, kratzten Mauerfugen auf, zerfraßen hölzerne Sichtschutzwände und nagten auch Pflanzen an. Unter einem Sandsteintrog entdeckte der Mann Nester mit 20 Jungen. Noch schlimmer: Seine Frau sei beim Blumengießen von zwei Nagern angesprungen worden. Als sie sich vor Schreck wegdrehte, sei sie schwer gestürzt und habe sich den Oberschenkelhals gebrochen, erzählt Gutsmann.

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Hilfe, um die Plagegeister loswerden zu können, erhoffte sich der Hemeringer von der Stadtverwaltung. Die bestellte zwar einen Kammerjäger, der im Garten Fallen mit Giftködern auslegte. Doch die Schädlinge seien dem professionellen „Rattenfänger“ nicht auf den Leim gegangen. Die Fanggeräte blieben unangetastet. „Da war keine Ratte drin. Die seien so schlau, dass es länger dauern würde, bis die da überhaupt mal reingehen, hat man mir erzählt“, so der Hemeringer.

Nun legte Erich Gutsmann selbst Hand an, zerschlug Glasflaschen, vermischte die Scherben mit Erde und füllte damit die Löcher im Rasen. „Das haben die schön wieder ausgegraben“, meint der Rentner. Besser sei der Versuch gewesen, die Erdhöhlen mit Trockenbeton und Bauschaum zu füllen. „In frischen Bauschaum gehen die nicht rein. Da verkleben sie sich wohl die Augen“, vermutet Gutsmann. Die angenagten Sichtschutzwände wurden erneuert und Teerpappen angenagelt, um die Ratten vom Grundstück fernzuhalten. „Bitumen mögen die nicht“, weiß Gutsmann inzwischen.

Dann erhielt er von einem Bekannten einen Tipp, den der Hemeringer nun anderen Betroffenen weiterempfehlen möchte. Ratten sollen auf die Creme stehen, die jeden Morgen auf Tausenden von Brötchen landet: auf Nussnugatcreme. „Ich habe damit eine Lebendfalle bestrichen. Sofort waren drei Stück drin. Die gehen daran wie verrückt“, erklärt der Mann aus Hemeringen. Mittlerweile habe er 64 Ratten „ausgewildert“, sprich mit einem Anhänger in den Wald gefahren und freigelassen, erzählt Gutsmann. „Kaputtmachen“ könne er die Nager nicht, meint er.

Eine Anfrage, ob in Hemeringen weitere Vorfälle gemeldet wurden, konnte von der Stadtverwaltung am Dienstag nicht beantwortet werden.

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