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Kraja aus Schweden gastiert in der ausverkauften Stiftskirche mit musikalischer Reise in den Norden

Quartett stimmt besonderes Klangerlebnis an

Fischbeck. „Himmlisch, das ging unter die Haut“, schwärmt Marion Heise-Nillesen. Sie hatte das Glück, das restlos ausverkaufte Konzert von Kraja in der Fischbecker Stiftskirche zu hören. „Ein Volltreffer“, wie sie anmerkt. Ein Quartett aus Schweden, für Unkundige reduziert sich das schnell auf „Abba“, die vor 40 Jahren ihre Popkarriere starteten. Dass aus dem Norden auch ganz andere musikalische Talente kommen, bewies das Folkmusik-Quartett Kraja. „Unser Sommerkonzert gehört in die Rubrik der Weltmusik, Kraja bringt heute andere Klänge in unsere Kirche“, sagt Äbtissin Uda von der Nahmer bei der Begrüßung. Das wird schon nach den ersten sanften Tönen deutlich, die Linnea Nilsson, Frida Johansson, Eva und Lisa Lestander im Hochchor anstimmen. Ungewohnt für manche Ohren, doch die Schwedinnen nehmen ihr Publikum gleich mit, heraus aus dem lauten Alltag hinein in ein Klangerlebnis der besonderen Art.

veröffentlicht am 30.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 13:21 Uhr

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Autor:

Anennete Hensel
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Zum Auftakt intonieren sie ein wunderschönes gefühlsbetontes Lied, dessen Inhalt, da Schwedisch, für die meisten Zuhörer nicht einzuordnen ist. Später erfahren sie, dass es sich um ein traditionelles Beerdigungslied gehandelt habe. Stimmungsvolle selbst geschriebene Liebeslieder folgen, Choräle, schwedische Volkslieder und Hymnen, allesamt selbst arrangiert. Kraja singt a cappella, die Musik lebt von den vier klaren, perfekt harmonierenden Stimmen, die zu einem Klangkörper verschmelzen, von Leichtigkeit und Frische. Ein falscher Ton wäre sofort herauszuhören, aber den gibt es nicht. „Diese reinen Stimmen sind ein ganz besonderer Genuss“, lobt Gisela Hölscher aus Aerzen. „Ich bewundere die herrlichen Arrangements, die eng geführten Stimmen und die Spannungsklänge, die wunderschön aufblühen“, sagt Stiftsdame Ursula Schroeder.

Die von Linnea Nilsson angeschlagene Stimmgabel, das Einstimmen, leichtes rhythmisches Wiegen und ein Lächeln auf den Lippen, mehr Choreografie benötigt das Quartett nicht. Beim Liebeslied mit dem übersetzten Titel „In meinem Herzen“ gelingt es Kraja, in der Vielstimmigkeit das Herz regelrecht pulsieren zu lassen. „Es handelt davon, wie froh sie sind, Familie zu haben, in der ihnen die Hand auf die Schulter gelegt wird“, erzählt die 20-jährige Laura, Enkelin von Gisela Hölscher. Sie hat ein Jahr als Au-pair in Schweden hinter sich und versteht die Texte über Natur und Gemeinschaft, die in dem nordischen Land „sehr viel zählen“.

Von dieser Poesie bekommt der Großteil des Publikums nicht viel mit; die englischen Ansagen von Kraja greifen detaillierte Bilder nicht auf. Das ist schade, mindert aber nicht das Hörvergnügen. Manche der Lieder wirken wie ein sanfter Sommerregen nach langer Hitze, erfrischend und erholsam, selbst die leisesten Töne breiten sich im Kirchenschiff aus. Schwungvoller, dynamisch und harmonisch perfekt intoniert die Gruppe auch ein eher jazziges Lied, bei dem einzelne Silben Instrumente imitieren, das steht Kraja ebenfalls gut.

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  • Das stilvolle Ambiente des Stifts genießen die Gäste in der Pause.

Schon zur Pause gibt es tosenden Beifall. Viele Konzertbesucher nutzen die Gelegenheit, ins besondere Ambiente des Stiftes und seiner Gärten einzutauchen, manche nehmen den klösterlichen Imbiss im Kreuzgang ein. „Das ist eine sehr schöne Kirche und so historisch“, sagt Lisa Lestander, und Frida Johansson ergänzt: „Es ist spannend hier zu singen, der Klang ist so klar und rein.“ Sie erzählt, dass sie seit zehn Jahren gemeinsam auftreten, regelmäßig auch in Deutschland; sogar in Japan seien sie gefragt.

Vierstimmiges Summen, traurige wie fröhliche Liebeslieder, auch im zweiten Teil begeistert Kraja. Nach der Choral-Hymne über die Schönheit in der Natur brandet Applaus auf, der zwei Zugaben entlockt: Frida Johanssons Lied über die Stille sowie ein schwedisches Kindergebet, mit dem das Quartett sein Publikum durch den Mittelgang verlässt. Sanft verklingen die Töne und hinterlassen eine einzigartige, fast andächtige Stimmung in der Stiftskirche. „Das war fantastisch, so schön sphärisch“, sagt ein Paar aus Hameln, das Kraja aneinander gekuschelt gelauscht haben. „Die Musik versetzt in eine Stimmung in Schweden, erinnert an Mittsommernacht und Stille und ist die ideale Vorbereitung auf unseren Sommerurlaub in Schweden“, fügen die beiden begeisterten Hamelner unisono hinzu.



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