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Entsorgung bleibt problematisch / Prognose: Wasser- und Abwasserpreis bleiben auch 2020 stabil

Probleme mit dem Klärschlamm

HESSISCH OLDENDORF. Die große Unbekannte für den Abwasserbetrieb und den Baubetriebshof ist die Entsorgung der Klärschlämme. „Die Abgabe wird immer teurer“, erklärt Betriebsleiter Björn Ladage. Dennoch geht er davon aus, dass bis 2020 die Wasser- und Abwassergebühren nicht erhöht werden müssen.

veröffentlicht am 13.06.2019 um 15:33 Uhr
aktualisiert am 13.06.2019 um 19:10 Uhr

Täglich wächst der Klärschlammhügel unter dem Förderband. Kaum ein Landwirt hat indes Interesse an dem Dünger. Um diesen loszuwerden, muss jährlich mehr Geld bereitgestellt werden. Foto: PJ

Autor:

PETER JAHN
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Die Abwässer aus Fischbeck, die nicht mehr nach Hameln fließen, sondern in der Kläranlage in Hessisch Oldendorf aufgenommen werden, „kompensieren die Übernahme des Betriebsanteils der Firma Dura“, den das Unternehmen der Teppichbranche bis Mitte August mit 49 Prozent hielt, wie Frank Werhahn, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und Geschäftsführer der Stadtwerke, ausführt.

Der Jahresüberschuss für Abwasserbetrieb, Baubetriebshof und Betriebsführung ist positiv. Dieser schließt das Jahr 2018 mit einem Überschuss von rund 431 000 Euro ab. Der Gesamtbilanzgewinn sank gegenüber dem Vorjahr von rund 377 000 Euro auf 327 000 Euro. Es bleibt ein Gewinnvortrag von 326 840 Euro. Die Bilanz zum Jahresende 2018 weist 31 990 316 Euro aus. Und noch einige Zahlen: Die im Vorjahr eingeleitete Abwassermenge lag bei rund 844 557 Kubikmetern und ist damit um 33 679 Kubikmeter höher als 2017. An Abwassergebühren flossen rund 103 000 Euro mehr als im Vorjahr in die Kasse des Abwasserbetriebes. Das liegt an dem heißen und trockenen Sommer, in dem von den Unternehmen und den Privathaushalten mehr Wasser verbraucht wurde.

Mit den Abwässern, die aus Fischbeck in die Kläranlage an der Umgehungsstraße westlich der Hessisch Oldendorfer Kernstadt fließen, steigen die betrieblichen Aufwendungen um rund 72 000 Euro im Vergleich zu 2017. Auch die tarifliche Entwicklung schlägt mit einer Mehrausgabe von rund 28 000 Euro zu Buche. Die sinkenden Zinsen wirken sich hingegen positiv auf das Jahresergebnis aus, wie die Bilanz zeigt, die in der gemeinsamen Sitzung von Betriebs- und Haushaltsausschuss und gestern Abend den Politikern des Stadtrates vorgestellt wurde.

Susanne Hellmann zieht sich eine Akte im Archiv der Stadtwerke. Heute muss sie noch die steile Treppe hinaus unter das Dach steigen, nach der Digitalisierung genügt ein Knopfdruck. Foto: PJ

Till Hengelbrock von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft WIBERA aus Bad Oeynhausen beziffert die Bilanz aller drei Betriebsteile auf 32 Millionen Euro. Allein 30 Millionen entfallen dabei auf den Abwasserbetrieb. 2,1 Millionen Euro kostete der Bau der sieben Kilometer langen Druckrohrleitung von Fischbeck zur Hessisch Oldendorfer Kläranlage. Mit dem Blick in die Zukunft stimmen die Politiker der Weserstadt zu, dass für den Abwasserbetrieb eine zweckgebundene Rücklage gebildet wird. Damit soll die Digitalisierung analoger Datenbestände erfolgen, wie Ladage ausführt.

Hauptsächlich geht es dabei um die Erfassung von etwa 6500 Grundstückakten, die sämtliche grundstücksbezogenen Daten, wie Entwässerungsanträge und deren Genehmigungen, sämtliche Beitragsangelegenheiten sowie weitere Grunddaten enthalten. Diese lagern derzeit unter dem Dach des städtischen Bauhofes am Steinbrinksweg. Da dort in diesem Jahr Umbauarbeiten erfolgen, ist nicht nur für eine schnellere Verfügbarkeit die Digitalisierung sinnvoll, auch Brandschutzgründe machen diese notwendig, wie der Betriebsleiter betont.

Wie sich die Entsorgung des Klärschlamms entwickelt, ist ungewiss. Kaum ein Landwirt zeigt Interesse am Dünger. „Wir müssen jedes Jahr mehr dafür kalkulieren“, bedauert Ladage. Und dies obwohl die Werte gut seien, die neue Düngeverordnung und der Druck der Lieferungen aus viehreichen Regionen sind die Ursachen dafür, dass die Entsorgung immer mehr Geld verschlingt. Mit Blick auf den Wasser- und Abwasserpreis ist der Vorsitzende des Finanzausschusses, Karl-Heinz Gottschalk, dennoch zuversichtlich: „Der Ausstieg von Dura hat uns nicht aus dem Ruder geworfen, der Vorteil sind die derzeit extrem niedrigen Zinsen. In den letzten Jahren konnten die guten Zahlen fortgeschrieben werden. Ich sehe deshalb kein Risiko.“



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