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101-Jähriger auf den Spuren eines berühmten Vorfahren

Poppelbaum – ein Familienname mit besonderer Geschichte

Hessisch Oldendorf (ah). Die Suche nach den eigenen Wurzeln ist gerade Menschen fortgeschrittenen Alters ein Anliegen. Gerd Poppelbaum aus Bad Nenndorf hat solch eine Reise in die Vergangenheit zu seinem 101. Geburtstag geschenkt bekommen. „Meine älteste Schwester ist 108 Jahre alt, meine andere Schwester starb vor einem Jahr im Alter von 105 Jahren“, berichtet der Senior, der in Wesel am Niederrhein geboren und aufgewachsen ist. „Das stammt bestimmt von den Genen des ersten Poppelbaums“, flachst Schwiegersohn Ralf Lürig.

veröffentlicht am 16.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 11:21 Uhr

Gerd Poppelbaum am Taufbecken der Hessisch Oldendorfer St. Marienkirche. Foto: ah
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Tochter, Schwiegersohn und Enkel luden Gerd Poppelbaum zu einer Fahrt nach Hessisch Oldendorf ein, konnten kurzfristig den Baxmann-Darsteller, Lutz-Arnim Simon, herbeirufen, der ihnen bei einem kleinen Rundgang Sehenswertes in der Kernstadt zeigte. Nach einem Abstecher zum Seniorenzentrum Eberhard Poppelbaum in der Schulstraße endete der historische Spaziergang in der St. Marienkirche.

Hier hatte 1554 ein Vorfahr Gerd Poppelbaums, jener Pastor Eberhard Poppelbaum, die erste Pfarrstelle übernommen und bereits zwei Jahre zuvor in Krückeberg und Oldendorf die Reformation eingeführt, die darauf das ganze Schaumburger Land erfasste. Pfarrer Eberhard Poppelbaum predigte und sang der neuen Lehre Martin Luthers entsprechend in deutscher Sprache.

Gerd Poppelbaum reagiert bewegt, als er die Wirkungsstätte Eberhard Poppelbaums betritt. „Angeregt durch die Reise in die Vergangenheit, bin ich die Aufzeichnungen des Großvaters meiner Frau von 1919 durchgegangen und habe die Generationen gezählt. Zwischen meinem Schwiegervater und Eberhard Poppelbaum liegen zehn Generationen“, erklärt Ralf Lürig.

Bei seinem Besuch in Hessisch Oldendorf erfährt Gerd Poppelbaum einiges über das Leben in der Kirchengemeinde – auch, dass Margot Käßmann 2002 zum 450. Reformationsjubiläum von der Kanzel predigte. Dass er im Weserbergland einen berühmten Vorfahren hatte, wusste Gerd Poppelbaum von seinem Vater. Der sei auf den für die Region bedeutenden Pfarrer gestoßen, als er in der Zeit des Nationalsozialismus den Arier-Nachweis erbringen musste. 28 Jahre lang war Gerd Poppelbaums Vater, ein gebürtiger Rintelner, übrigens Bürgermeister von Wesel. Auf die bekannte Echo-Frage: „Wie heißt der Bürgermeister von Wesel?“, kannte die Enkelin Ulrike Lürig nur eine Antwort: „Poppelbaum!“



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