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Fachschüler machen neue Erfahrungen

Pilgern bis an die Belastungsgrenze

Hessisch Oldendorf (ah). 68 058 Schritte sind es von Loccum nach Hessisch Oldendorf. Das zeigt zumindest der Schrittzähler an, den die 19-jährige Denise auf ihrem Handy abrufen kann. Sie gehört zu einer Pilgergruppe der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik in Rotenburg/Wümme, die erstmals „Unterricht auf Tour“ erlebte. Der humpelnde Gang vieler Teilnehmer belegt, dass dieser Unterricht nicht ganz einfach gewesen sein dürfte. Etwa 50 Kilometer entlang des Pilgerweges Loccum– Volkenroda marschierten die 42 angehenden Erzieher im dritten Ausbildungsjahr mit Schulpastorin Sabine Sievers und Musikdozent Stephan Orth; nur ihre großen Gepäckstücke wurden im Bus befördert.

veröffentlicht am 14.04.2010 um 14:52 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 14:41 Uhr

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Die Idee kam bei der Erarbeitung eines Musicals auf: „Damals äußerten Schüler den Wunsch, selber einmal zu pilgern“, erinnert sich die Schulpastorin, die nun statt einer Klassen- eine Pilgerreise mit Start in Loccum organisierte. Von dort ging es nach Nordsehl mit Übernachtung in einem Heuhotel. Mit zwei ehrenamtlichen Pilgerbegleitern wanderten sie über die Bückeberge weiter bis nach Kathrinhagen. „Dabei stießen viele an ihre Grenzen“, erzählen einige. Die letzte Etappe führte Schüler und Lehrer nach Segelhorst, wo sie einen Gottesdienst feierten, und schließlich nach Hessisch Oldendorf. Im Senioren- und Pflegezentrum Eberhard Poppelbaum fanden sie in drei Gruppenräumen ein finanzierbares Dach über dem Kopf und konnten sich in den Mahlzeitendienst einklinken, der ihnen nach Vorbestellung bereits warmes Essen nach Kathrinhagen geliefert hatte. „Vorsicht, wir haben noch nicht geduscht“, warnen drei Schülerinnen, die geduldig warten, dass die Dusche frei wird. „Wir haben unterwegs Höhen und Tiefen erlebt, alleine hätten manche aufgegeben, doch in der Gemeinschaft haben es alle geschafft, darauf sind wir stolz“, sagt die 18-jährige Svenja. Schwierig sei es gewesen, in der großen Gruppe einen Laufrhythmus zu finden, erklärt die gleichaltrige Lisa, der die mit dem Pilgern verbundene Selbsterfahrung zu kurz kam. „Pilgern ist eine Herausforderung, für mich eine ganz neue Erfahrung“, meint die 21-jährige Dorothee. Ob sie noch mal pilgern würde, weiß sie nicht, für solche Gedanken fühlt sie sich zu kaputt.

„Auf jeden Fall brauche ich dafür keine Stempel“, sagt sie und blickt auf viele freie Stempelfelder in ihrem Pilgerpass. Eine Frage beschäftigt die drei noch: „Darf man die Pilgerwegstrecke auch mit dem Pferd bewältigen?“

Die Fachschüler sind froh, inmitten von Isomatten, Ruck- und Schlafsäcken sitzen zu können – dort, wo sonst Veranstaltungen für Senioren stattfinden.

Foto: ah

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