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Ein Stück des Tannenweges liegt in Rinteln – Hessisch Oldendorf saniert ihn trotzdem

Pflaster für Privatweg zahlt die Stadt

Rohdental. Den Weg sanieren wollen alle: Der Ortsrat Rohdental hatte die Idee, die Anlieger sind begeistert. Aber einen Haken gibt es doch noch: Die Anlieger des Tannenweges müssen wegen der Straßenausbausatzung die Sanierung mitbezahlen. „Ein Einverständnis der Bürger müssen wir für so ein Vorhaben nicht einholen“, sagt Christian Mork, zuständiger Mitarbeiter der Stadt Hessisch Oldendorf.

veröffentlicht am 14.04.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:41 Uhr

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Autor:

von Julia Rau
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In dem Fall ist dies wohl auch gar nicht der Aufreger, zumal die vier Anlieger die huckelige Asphaltstraße, die unzählige Male geflickt wurde, gern gegen eine neue Pflasterstraße eintauschen würden, wie sie bei der jüngsten Ortsratssitzung betonten. Wären da nicht diese riesigen Forstlaster. Die beschädigen den Weg seit Jahren am meisten, sind sich die Anlieger einig. Zahlen muss aber die Stadt Hessisch Oldendorf. Den Landesforsten gehört der Wald am Ende des Tannenweges. Aus dem holen große Fahrzeuge regelmäßig Holz und transportieren es – auch über den Tannenweg – weiter. Der Weg, den sie nehmen, liegt zum Teil auf Rintelner Gebiet und ist Eigentum der Landesforsten Niedersachsen, der größte Waldeigentümer des Landes. Hessisch Oldendorf zahlt den Ausbau dort gleich mit. „Die Eigentümer selbst haben kein Interesse am Ausbau, im Prinzip gestatten die uns nur, den Weg mitzumachen“, so Mork.

„Glück für den Eigentümer“

Der Weg ist auf Rintelner Gebiet nicht als öffentliche Straße gewidmet, wie Andreas Wendt aus der Rintelner Stadtverwaltung sagt. Privatweg also, zwar auf dem Stadtgebiet, aber nicht in deren Besitz. Und Hessisch Oldendorf zahlt. Öffentliche Gelder fließen dafür aus der Stadtkasse.

„Glück für den Eigentümer“ nennt Wendt das. Und weil man natürlich nicht auch noch die Anlieger für den Privatweg aufkommen lassen will, zahlt die Stadt die Kosten an dem Teil, der zum Wald führt, allein. Die insgesamt 78 Meter des Weges werden für 46 000 Euro neu gepflastert. Eigentlich waren Pflasterarbeiten auf der vollen Länge von 115 Metern angedacht. „Aber dafür ist kein Geld da“, so Mork. Also eben nur 78 Meter. 60 Prozent der Kosten für den mittleren Teil der Straße, den aufseiten des Hessisch Oldendorfer Gebietes, müssen die vier Anlieger stemmen. 17 400 Euro insgesamt. 4350 Euro pro Haushalt. Die Stadt übernimmt für den mittleren Bereich den Rest. 21 400 Euro für die Maßnahme schießt der Ortsrat aus Ortsratsmitteln zu. 7200 Euro sind noch von 2014 bei der Stadt übrig, wie Mork erklärt.

Der Weg bekommt eine Gosse und eine kleine Regenabflussrinne, denn der Regen ist das Hauptproblem der Anlieger. Deren Grundstücke werden regelmäßige von kleinen Sturzbächen heimgesucht. Die Pflasterdecke wird 65 Zentimeter dick. Vollausbau, ausgelegt für „gelegentlichen Schwerlastverkehr“, wie Ortsratsmitglied Hiddessen erklärt. Das Müllauto, Öllieferanten und Möbelwagen müssten schließlich gelegentlich auch da hoch.

Sven Sattler (SPD) sieht das ganz anders: „Wir verbessern die Zufahrt für die Lastwagen“, meint er und fragt scherzhaft, ob die Stadt dann auch einen Schlagbaum aufstellen könnte. „Natürlich nicht“, immerhin ist und bleibt der Weg ein öffentlicher. „Die Anlieger haben einfach Sorge, dass der Forstbetrieb die Straße kaputt fährt und die Stadt nachher wieder zahlen muss“, sagt Peter Ziegler (CDU). Und so ist es auch vorgesehen. Bei Schäden repariert die Stadt. „Ich werde genaustens alles dokumentieren, wenn mir auffällt, dass dort ein Laster etwas beschädigt“, kündigt ein Bürger an.

Stefan Fenner, Sprecher der Landesforsten Niedersachsen, sagt: „Wir halten es nicht für erwiesen, dass wir da den Weg kaputt fahren.“ In der Vergangenheit habe man sich bereits an Baumaßnahmen dort beteiligt. Darüber hinaus hole der Betrieb nur wenig Holz aus dem Wald. Als Anlieger zählt der Forstbetrieb nicht. Aber „den Forstbetrieb kann man eben nicht abbestellen“, wie Christdemokrat Ziegler sagt. Ortsbürgermeister Friedrich Meier hält die gesamte Maßnahme für ein „Highlight“, die Straße für wichtig, „da fahren Leute zum Café hoch“.

Die Ausschreibung des Auftrages läuft übrigens bereits. Im Herbst soll mit den Arbeiten begonnen werden. Ein Leerrohr für Glasfaserkabel wird laut Mork nicht gleich mit in die Straße gelegt. Davor soll es im Juni noch eine Bürgerversammlung geben.



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