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Leih-Fahrräder auf der Kippe

Pedelec-Angebot der Öffis wird möglicherweise abgeschafft

HESSISCH OLDENDORF. Die nächste Haltestelle ist zu weit entfernt, um zu Fuß dorthin zu laufen? Kein Problem – auch wer im ländlichen Bereich einige Kilometer bis zum nächsten Haltepunkt des ÖPNV zurücklegen muss, ist dank der „MobilCard“ mit Leih-Elektrorad nicht aufs Auto angewiesen. Am 1. Juni 2015 startete in Hessisch Oldendorf ein Pilotprojekt, Inhabern des Tickets ein Pedelec bereitzustellen, damit sie damit zur nächsten Haltestelle radeln können. Seitdem wurde das Angebot auf vier Kommunen ausgeweitet, doch bald ist eventuell Schluss damit. Ende Mai könnte bei den Öffis die Entscheidung fallen, die Leih-Pedelecs zukünftig nicht mehr anzubieten.

veröffentlicht am 07.05.2018 um 16:58 Uhr

Zur Einführung der Leih-Pedelecs im Jahr 2015 drehte Bürgermeister Harald Krüger demonstrativ eine Runde. Möglicherweise wird das Angebot der Öffis nicht fortgeführt. Foto: Öffis/Astrid Reinbach
Jens Spickermann

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Jens Spickermann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Am Rande der jüngsten Sitzung des Salzhemmendorfer Ausschusses für Jugend, Senioren, Soziales, Sport und Mobilität war von einem Vertreter des Landkreises der Hinweis gefallen, dass die Leih-Pedelecs in allen beteiligten Kommunen bald nicht mehr angeboten würden. Man habe es lange genug versucht, das Angebot habe aber nicht genug Anklang gefunden, hieß es.

Weniger eindeutig äußert sich auf Nachfrage die Verkehrsgesellschaft Hameln-Pyrmont mbH. Melanie Talbot vom Qualitätsmanagement und Marketing will weder bestätigen noch dementieren, dass die „MobilCard“ künftig nicht mehr angeboten wird, sondern verweist auf einen laufenden Entscheidungsprozess. „Zur Zukunft der MobilCard können wir zurzeit leider keine verbindliche Aussage machen, da der Entscheidungsprozess zu diesem Projekt noch nicht endgültig abgeschlossen ist“, so Talbot. Ein endgültiger Beschluss sei Ende Mai zu erwarten.

Bislang ist die „MobilCard“als übertragbares Ticket für 49 Euro erhältlich und beinhaltet ein Leih-Pedelec. „Dahinter steckt die Idee, Menschen auch ohne Pkw in die Lage zu versetzen, den Weg zur nächsten Haltestelle schnell, günstig und unkompliziert zurückzulegen. Die so vergrößerte Reichweite der Haltestellen eröffnet neue Mobilitätsoptionen für Anwohnerinnen und Anwohner vor allem im ländlichen Bereich“, schreibt Talbot. Das Leih-Pedelec kann zu Hause aufbewahrt und für den Weg bis zur Bushaltestelle (oder auch für andere Strecken) genutzt werden. Die Mehrkosten gegenüber einem Ticket ohne Elektrofahrrad betragen 14 Euro.

Von allen insgesamt vier Kommunen, in denen die Pedelecs angeboten werden, seien sie in Hessisch Oldendorf am besten angenommen worden, heißt es von der Verkehrsgesellschaft. Dort sei der Hauptkundenstamm entstanden.

Besonders groß kann allerdings der Hauptkundenstamm nicht sein: „In mittlerweile vier Gemeinden ist dieses Angebot nutzbar, mittlerweile haben wir ca. 30 Kunden“, teilt Talbot mit. Wie viele der Kunden in Hessisch Oldendorf wohnen, war nicht zu erfahren.

Noch im Juli waren die Öffis davon ausgegangen, dass die Idee aufgegangen ist. Der Nachfrage entsprechend wurde die Anzahl der Räder von ursprünglich 20 auf 40 aufgestockt.

Warum über das Pedelec-Angebot neu entschieden werden soll und was gegebenenfalls mit den vorhandenen Rädern geschehen soll, dazu gaben die Öffis keine Auskunft.

Mein Standpunkt
Jens Spickermann
Von Jens Spickermann

Es war eine gute Idee, ein Nahverkehrsticket mit einem Leih-Pedelec zu kombinieren. Das Modell könnte Zukunft haben, wenn die Öffis sich gedulden würden. Leute an alternative Mobilitäts-Formen zu gewöhnen braucht Zeit. Sofern die Entscheidung gegen die Leih-Pedelecs fällt, wird eine Chance für den Nahverkehr unnötig verspielt.



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