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Stadthalle: Marcus Kaiser will seinen Vertrag zum Jahresende nicht verlängern

Pächter erteilt Verwaltung eine Absage

essisch Oldendorf. Im kommenden Jahr muss sich die Stadt Hessisch Oldendorf erneut einen neuen Pächter für die Stadthalle suchen. Der erst seit August als Betreiber tätige Marcus Kaiser aus Bünde hat der Stadt nach einem unter der Woche geführten Verhandlungsgespräch mitgeteilt, dass er für weitere Vertragsverhandlungen über den 31. Dezember hinaus nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

veröffentlicht am 30.10.2015 um 19:19 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:49 Uhr

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Autor:

Andreas Timphaus
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„Nach reiflicher Überlegung, Gesprächen mit Nachbarn, Anliegern, Vereinen, der örtlichen Presse und auch potenziellen Kunden haben wir uns dazu entschlossen, einen weiteren Pachtzeitraum nicht angehen zu wollen“ – mit diesen Worten erteilte der Diplom-Medienwirt der Verwaltung eine Absage. Ergänzend fügt er hinzu: „Insbesondere wegen des nicht ausreichenden Lärmschutzes lässt sich das beabsichtigte Veranstaltungskonzept mit regelmäßigen Abendveranstaltungen nicht umsetzen.“ Zu einer weiteren Stellungnahme über die Hintergründe seines Ausscheidens war Kaiser, der in Bünde ebenfalls die Stadthalle betreibt und mit einem neuen Konzept bekannte Künstler nach Hessisch Oldendorf locken wollte, gestern nicht bereit.

Kaiser hatte sich direkt zu Beginn des Pachtvertrags nicht unbedingt viele Freunde in Hessisch Oldendorf gemacht. Denn um die Stadthalle wirtschaftlich betreiben zu können, erhöhte er die Mietpreise und sorgte damit bei den Vereinen für Unmut, die die bis zu 850 Besucher fassende Halle zuvor zu relativ günstigen Preisen für ihre Veranstaltungen genutzt hatten. Die Landesschau der Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht musste daraufhin abgesagt werden, weil der austragende Verein, die Vogelfreunde Schaumburg, die von Kaiser aufgerufene Hallenmiete nicht zahlen konnte. Die Europäische Patronensammlervereinigung (ECRA), die seit 1986 ihre Events in der Stadthalle ausrichtete, wechselte innerhalb der Stadt in den Palast Gjyveri nahe der alten Zuckerfabrik.

Stadt will nun

den Zustand der Halle analysieren

Die noch bis zum Jahresende geplanten Termine wie das Jahreskonzert des Musikkorps werden wie vorgesehen durchgeführt, heißt es in der Mitteilung. Die Stadt plant nun, die Halle im kommenden Jahr bis auf weiteres anlassbezogen zu öffnen. Sie will den Betrieb auf Grundlage der vom Stadtrat für diesen Fall beschlossenen Gebührensätze, die sich an den Mietpreisen für ähnliche Veranstaltungsräume in der Umgebung, wie dem Brückentorsaal in Rinteln, orientieren, selbst in die Hand nehmen.

Diese sind in drei Tarifstufen unterteilt und staffeln sich wie folgt: Für kommerzielle Veranstaltungen von Verbänden, Betrieben, Unternehmen, Privatpersonen und Vereinen werden 500 Euro pro Tag fällig. Bei kulturellen Veranstaltungen ohne Gewinnabsicht kostet die Hallenmiete 350 Euro pro Tag, für Basare oder den Kinderkarneval – also nichtkommerzielle Veranstaltungen – müssen Vereine und Schulen 150 Euro zahlen. Zusätzlich wird für die Monate von Oktober bis April eine Heizkostenpauschale von 100 Euro fällig.

„Ich bedauere es, dass der Pachtvertrag nicht verlängert wird. Eine Zusammenarbeit mit einem Veranstaltungsprofi wie Marcus Kaiser wäre eine Chance gewesen, die Stadthalle wieder auf Vordermann zu bringen“, sagt Bürgermeister Harald Krüger. Das ab 2016 greifende Prinzip sei nicht viel mehr als eine Interimslösung. „Wir als Stadt sind der Ansprechpartner, stellen ansonsten aber nur die Räumlichkeiten zur Verfügung und geben eine kurze Einführung. Einen Caterer muss sich jeder Veranstalter selbst suchen. Es ist dann so etwas wie ein großes Dorfgemeinschaftshaus.“ Auch die Kegel- und Bowlingbahnen bleiben 2016 außer Betrieb. „Das könnten wir überhaupt nicht leisten, dafür fehlt uns das Personal“, erklärt Krüger.

Die Verwaltung will nun vor den Hintergrund der Erkenntnisse in eine Analyse gehen, bei der geklärt werden soll, an welchen Stellen des sanierungsbedürftigen Gebäudes etwas getan werden muss. „Dabei soll es einen minimalen und einen maximalen Ansatz geben“, sagt der Bürgermeister.



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