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Rinder im Wald aufgespürt – noch sind sieben auf der Flucht / Polizei veranlasst Rundfunkdurchsagen

Ordnungsamt bittet Cowboys um Hilfe

Pötzen. Die ausgebüxte Rinderherde eines Landwirts aus Fischbeck hat auch gestern Polizei, Ordnungsamt und Kreisveterinäramt beschäftigt – Hauptkommissar Wolfgang Römer, Leiter der Polizeistation Hessisch Oldendorf, nahm schließlich selbst die Zügel in die Hand und betätigte sich als Fährtensucher. Er fand Kuhfladen und folgte einer Spur im niedergetretenen Gras. Bereits nach einer halben Stunde spürte der Beamte die letzten noch vermissten Ausreißer im Wald südlich des Pötzer Kirchwegs auf.

veröffentlicht am 05.05.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:46 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Unklar war zunächst, wie die Highland-Rinder zurück zur Weide geschafft werden können. Es soll bereits über den Einsatz eines Betäubungsmittel-Gewehrs nachgedacht worden sein. Niemand kann jedoch vorhersagen, wie sich die übrigen Tiere verhalten werden, wenn ein Rindvieh von einem Pfeil getroffen wird und zusammensackt.

Nun sollen es Cowboys aus Nordhessen richten: Ordnungsamtsleiter Wolfgang Linde hat gestern Nachmittag das Cattle Drive Team (Cattle = Vieh, Drive = treiben) aus Edertal um Hilfe gebeten. Wenn alles klappt, kommen die berittenen Experten schon heute nach Pötzen. Auf der Internet-Seite der modernen Viehtreiber heißt es: „Wir sind Cowboys und -girls, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Umgang mit Rindern und Pferden nach den Prinzipien des Low Stress Stockmanship beziehungsweise des Natural Horsemanship zu pflegen, zu entwickeln und zu verbreiten. Dabei orientieren wir uns an den Arbeitstechniken und Fertigkeiten der Buckaroos, Vaqueros, australischen Stockmen und anderer.“ Man darf also gespannt sein, wie die Cowboys die Sache oberhalb von Höfingen-Texas angehen.

Die Polizei geht davon aus, dass die Wiese, auf denen die Herde graste, „schlecht umzäunt“ war und die Rinder deshalb am Freitagnachmittag ausbrechen konnten. Ein Großteil der Tiere ist bereits wieder eingefangen worden.

Der Bauer hatte am Samstagabend 13 Highland-Rinder entdeckt und zur Wiese oberhalb von Höfingen zurückgetrieben. Auch am Sonntag war er mit Unterstützung der Hessisch Oldendorfer Polizei auf der Suche nach den übrigen Ausreißern. Sie waren am Abend zwischen Fischbeck und Pötzen auf einem Feld mit Futterpflanzen gesehen worden. Dem Landwirt gelang es allerdings nicht, die Tiere bis zur Weide zu treiben – unterwegs schlugen sie sich wieder in die Büsche und verschwanden im dunklen Finnenberg. Die Suche musste am späten Abend abgebrochen werden.

Solange die Highland-Rinder im Wald bleiben, geht von ihnen keine Gefahr aus. Polizei und Ordnungsamt hoffen, dass sie nicht weiterziehen, sich Straßen nähern und vor Autos laufen. Als letztes Mittel bliebe nur die Erschießung der Rinder. „Das wollen wir aber nach Möglichkeit vermeiden“, sagt Linde.

Die Polizeiinspektion Hameln/Holzminden hat auch gestern wieder Rundfunkdurchsagen veranlasst – „damit Autofahrer gewarnt sind“.



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