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Knapp 250 Karnevalisten feiern neues Prinzenpaar / Burgfrieden bis Aschermittwoch

OCC-Narren starten in die heiße Phase

Hessisch Oldendorf. „Jetzt müssen wir uns alle zusammenraufen und das durchziehen“, sagt Heidi Lücke-Lange wenige Augenblicke vor Beginn des großen OCC-Prinzenballs. Mit der 42. Auflage der Traditionsveranstaltung beginnt für das Hessisch Oldendorfer Narrenvolk die heiße Phase der Session. Fünf Großveranstaltungen stehen auf dem Programm, dazu zahllose kleinere Auftritte. Eine echte Herausforderung für Lücke-Lange, die seit vier Jahren als erste weibliche Präsidentin die Geschicke des OCC lenkt.

veröffentlicht am 20.01.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 05:41 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Wie bei den Karnevalisten üblich, nimmt die Stimmung auch an diesem Abend schnell Fahrt auf. Dafür sorgen an den Tischen im mit 250 feierwütigen Närrinnen und Narren gut besuchten Baxmann-Zentrum karnevalserprobte Gäste wie der „Prinz aus Pöhlde“ samt Prinzessin und Hofstaat, und auch die Küsten-Karnevalisten von der „FG Schlicktown“- Wilhelmshaven, der 46-jährige Servicemeister Thorsten I. und ihre Lieblichkeit Martina II., sorgen mit vielen anderen Prinzenpaaren für reichlich närrisches Flair.

Die von Tanz-Trainerin Jasmine Grundmann effektvoll choreografierten Mädchen der Prinzengarde in Rot-Weiß entzückten einmal mehr das Publikum – „allerliebst“. Selbst gestandene Funktionäre wie der Präsident des Niedersächsischen Prinzenclubs, Horst Dieter Bieri, schmolzen dahin.

Von einem Tisch ganz hinten aus beobachtete das Rattenfänger-Ehepaar Bärbel und Michael Boyer, wie ihr Sohn als Brian I. seinen Abschied nahm. Und der gelang dem 27-Jährigen trotz seiner erkrankten Prinzessin vortrefflich. Mit viel Witz, Charme und Schlagfertigkeit schlüpfte Brian I. in eine Doppelrolle, und als er auf der Treppe sitzend Sinatras „I did it my way“ singt, fliegen ihm die Herzen zu. Der große Abschied des Brian – sicherlich ein Höhepunkt des Abends.

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Geheimnis gelüftet: das Prinzenpaar Hans-Jürgen II. und Monika I.

Punkt 21.25 Uhr dann erfolgte der Einmarsch des neuen Prinzenpaares. Bis zuletzt geheim gehalten, präsentierten sich Hans-Jürgen Prehm als Hans-Jürgen II. zusammen mit seiner Lebensgefährtin Monika Wielebinski als Monika I. dem närrischen Publikum. Der Rentner, Jahrgang 1944, war bereits vor vielen Jahren einmal OCC-Karnevalsprinz. Seiner Partnerin zuliebe sei er noch einmal angetreten, ist zu hören. Das rührt ihn so sehr, dass ihm bei der Begrüßung die Stimme versagt.

Doch die Narretei ist auch eine ernste Sache. Hinter den Kulissen des OCC hat es gekracht. Vereins-Vize Thomas Jentsch hat sein Amt aufgegeben. „Wegen unüberbrückbarer Differenzen“, erklärt er. Er sei bei einer Personalentscheidung einfach übergangen worden. Doch zumindest an diesem Abend wahrt man den Schein, arbeitet bei Großprojekten wie dem Prinzenball reibungslos zusammen. Aber Heidi Lücke-Lange lässt durchblicken, dass es eine weibliche Präsidentin in der weithin von Männern dominierten Karnevalswelt alles andere als einfach habe. Jentsch und seine Präsidentin sind sich nur noch darin einig, dass das alles auf der Jahreshauptversammlung im April geklärt werden müsse. „Nein, nicht heute Abend“, wehrt Jentsch entschieden ab. Und Lücke-Lange bleibt auf die Frage nach einer möglichen neuerlichen Kandidatur einsilbig: „Kein Kommentar.“ Ein Auseinanderbrechen des 1972 gegründeten OCC sei allerdings nicht zu befürchten, versichern beide unabhängig voneinander. Bis Aschermittwoch, so scheint es, ist Burgfrieden vereinbart. Danach aber besteht bei den Narren Klärungsbedarf.

Zahlreiche Fotos gibt es in der Bildergalerie unter: dewezet.de

Zahlreiche Büttenreden bestimmen das Programm – hier mit Kinderprinz Fabian Jentsch.



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