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„Eine ganz schwere Entscheidung“ / Zu wenige Wagen und Fußgruppen angemeldet

OCC sagt Karnevalsumzug 2018 ab

HESSISCH OLDENDORF. Der Karnevalsumzug in Hessisch Oldendorf findet im nächsten Jahr nicht statt. Wie der Oldendorfer Carnevals Club (OCC) bekanntgab, haben sich nicht genügend Wagen und Fußgruppen für den Umzug angemeldet. Der OCC bedauert diese Entscheidung und hofft, dass sich 2019 wieder mehr Teilnehmer anmelden.

veröffentlicht am 13.12.2017 um 14:24 Uhr

Bunte Wagen und gute Stimmung in Hessisch Oldendorf im Februar 2017. Im kommenden Jahr fällt der Umzug aus. Foto: Archiv/Dana
Johanna Lindermann

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Johanna LindermannDWZ Volontärin
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Schlechte Nachrichten für alle Karneval-Fans in und um Hessisch Oldendorf: Der Karnevalsumzug im nächsten Jahr findet nicht statt. Dazu habe es zu wenige Anmeldungen gegeben, teilt der Oldendorfer Carnevals Club (OCC) mit.

„Nur drei Fußgruppen und sieben Wagen haben sich angemeldet“, sagt OCC-Schriftführerin Frederike Knief. Die Anmeldefrist hatte am 12. Dezember geendet. Bereits im letzten Jahr hätten es mit zehn Wagen und zehn Fußgruppen relativ wenige Teilnehmer gegeben. „Mindestens zehn Wagen und fünf Fußgruppen hätten sich für 2018 anmelden müssen, damit wir den Umzug hätten durchführen können“, sagt Knief. „Das hätte uns sehr gefreut, denn der Umzug ist eine Tradition und gehört einfach zum Karneval dazu.“ Die Veranstaltung im nächsten Jahr abzusagen, sei „eine ganz schwere Entscheidung“ für den OCC und den Elferrat gewesen. „Es ist der Sessionsabschluss, auf den wir uns immer sehr freuen, vor allem die Kinder.“

Der Vorstand des Carne-
valsclub habe auch überlegt, „ob wir die Strecke verkürzen und so nur einen kleinen Umzug mit weniger Beteiligten durchführen können“, sagt die Schriftführerin. Dazu habe es Gespräche mit den Teilnehmern gegeben, die einen Wagen angemeldet hätten, ob sie auch nur als Fußgruppe mitlaufen würden, sodass es wenigstens zehn Gruppen gewesen wären. Doch auch dies gelang nicht. Und mit weniger als zehn Gruppen wäre es „ein sehr trauriges Bild“ gewesen, meint Knief.

Ich bedauere sehr, dass kein Umzug stattfindet. Das macht mich betroffen.

Harald Krüger, Bürgermeister

Dabei hatte der OCC im Vorfeld wie in jedem Jahr für die Veranstaltung geworben. „Wir haben sehr oft Anfragen gestartet und auch Teilnehmer angesprochen, die in den vergangenen Jahren dabei waren. Doch die Resonanz war einfach nicht hoch genug.“

Das liege vor allem an den in den vergangenen Jahren und speziell seit letzem Jahr gestiegenen Anforderungen. Aus Sicherheitsgründen müssten etwa die kompletten Räder mit bodentiefen Aufbauten bedeckt sein, damit es zu keinen Unfällen käme, und ein Sicherheitskonzept müsse erarbeitet werden. „Einige der neuen Auflagen sind gar nicht umzusetzen“, sagt Knief. „Viele Teilnehmer hätten gerne mitgemacht, aber sie bekommen die Wagen erst wenige Tage vor dem Umzug und schaffen es dann einfach zeitlich nicht, sie so groß umzubauen.“

Die übrigen Veranstaltungen des OCC im nächsten Jahr, wie etwa der Prinzenball, der Hexenball, der Kinderkarneval oder der seit zwei Jahren stattfindende Discoabend sollen bislang aber wie üblich stattfinden. Lediglich der Umzug könne mit so wenigen Teilnehmern nicht mehr kostendeckend durchgeführt werden, sagt Knief. Es sei auch eine Anfrage nach finanzieller Unterstützung an die Stadt gestellt worden. „Es hat fast den Anschein, als wäre der Stadt der Karnevalsumzug nicht wichtig“, meint Knief.

Dieser Meinung widerspricht Bürgermeister Harald Krüger vehement. „Mir liegt der Karneval persönlich sehr am Herzen und ich hatte dort schon tolle Erlebnisse.“ Bereits in der Vergangenheit habe sich die Stadt stets für den Karneval einsetzt. So seien selbst zu Zeiten, als die Stadt eine Haushaltssicherungskommune war, stets Gelder für den Karneval zurückgestellt worden.

Auch jetzt habe die Stadt versucht, den Umzug doch stattfinden zu lassen. „Wir haben Gespräche mit der Polizei, der Feuerwehr und allen Beteiligten geführt“, sagt Krüger. „Aus unserer Sicht haben wir alles Mögliche dafür getan.“

Auch finanziell sei die Stadt dem OCC entgegenkommen mit dem Angebot, keine Gebühren für die Stadthalle am Tag des Umzugs zu nehmen. „Wir haben wirklich versucht, den Umzug zu retten, und ich weiß, dass auch der OCC viel versucht hat.“ Das komplette finanzielle Risiko des Vereins könne die Stadt aber natürlich nicht tragen. „Ich bedauere sehr, dass kein Umzug stattfindet“, sagt der Bürgermeister. „Das macht mich betroffen.“

Frederike Knief hofft darauf, dass die Absage im nächsten Jahr vielleicht „einige Leute wachrüttelt“, die sich 2019 dann doch wieder anmelden. Denn da, so wünscht es sich der OCC, soll der Karnevalsumzug wieder stattfinden. Denn die eigenen Wagen behält der Carnevalsclub natürlich.

Mein Standpunkt
Johanna Lindermann
Von Johanna LindermannDWZ

Sehr schade. Der Umzug in Hessisch Oldendorf ist immer ein Highlight, selbst für nicht eingeschweißte Karnevalisten. Natürlich ist jedem klar, dass und warum die Sicherheitsbestimmungen bei jeder größeren Veranstaltung in den letzten Jahren verschärft wurden. Doch wenn dies dazu führt, dass beliebte und traditionsreiche Veranstaltungen nicht mehr stattfinden, führt das ja auch nicht zum gewünschten Ziel, nämlich in Sicherheit feiern zu können. Hoffentlich fassen sich im nächsten Jahr wieder mehr Teilnehmer ein Herz und nehmen die Arbeit auf sich, einen Wagen zu gestalten oder als Fußgruppe mitzumarschieren.



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