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IGS-Initiative: „Elternwille ist entscheidend“ / Befragung zur Schulform für September angekündigt

Oberschule ist genehmigt – Start im August

Hessisch Oldendorf (doro). Seit gestern ist es offiziell: Das Kultusministerium hat die Genehmigung zur Gründung einer Oberschule in Hessisch Oldendorf gegeben. Im August startet die dann zusammengelegte Haupt- und Realschule – pünktlich zur Verabschiedung von Günter Höfelmann, Rektor der Hauptschule am Hohenstein. Während Minister Bernd Althusmann von einem Erfolgsmodell spricht, übte die Opposition Kritik, mehrere Landkreise, darunter Schaumburg, wollen wegen Ungleichbehandlung bei der Neugründung von Gesamt- und Oberschulen klagen.

veröffentlicht am 04.05.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:21 Uhr

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Dass aus der neuen Oberschule noch eine IGS werden könnte, so wie es die Rintelner planen und wie es sich viele Eltern in Hessisch Oldendorf wünschen, will Höfelmann nicht ausschließen, allerdings: Wenn sich am Quorum des Kultusministeriums nichts ändert, werden die Schülerzahlen kaum ausreichen, so Höfelmann. Doch ob das am Ende wirklich ein Nachteil für Hessisch Oldendorf wäre, wagt er zu bezweifeln. „Die Debatte ist bildungspolitisch zu stark aufgeladen.“ Aus seiner Sicht sind die Unterschiede zwischen Oberschule und IGS nicht klar erkennbar. Statt starr auf den eigenen Positionen zu verharren und auf Kommunalebene auf die Landespolitik lediglich nachzukarten, solle man die Chance nutzen und aufeinander zugehen. „Die Oberschule bietet einigen Spielraum, der vielen noch nicht bekannt ist“, sagt Höfelmann. So zum Beispiel die Möglichkeit, dass die Schulen selbst entscheiden könnten, ob die Haupt- und Realschulschüler bis zur 6. Klasse gemeinsam geführt werden. Andererseits sei auch ein Offenhalten des Differenzierungssystems wichtig. Eine erneute Umwandlung in eine IGS werde vielen Eltern schwer vermittelbar sein, fügt Ottmar Framke, Rektor der Wilhelm-Busch-Realschule, an. Dadurch gehe viel Zeit für schulische Aufgaben verloren.

Dass man nicht so genau weiß, was die Wundertüte Oberschule so alles beinhaltet, ist aber immer noch genau das Problem der Gegner. Es ist zwar in letzter Zeit etwas still geworden um die IGS-Initiative, „doch das heißt nicht, dass wir still stehen“, sagt Reinhard von Aulock. Mit dem Beharren auf der Fünfzügigkeit bei der Neugründung von IGSen wolle die FDP in erster Linie die Gymnasien in ihrem Bestand schützen, „das hat Heinrich Fockenbrock klar gesagt“. Die Schützenhilfe der Opposition in der Landesregierung kommt da gerade recht: Grünen-Schulexpertin Ina Korter unterstützt die Klagen der verschiedenen Landkreise gegen die Ungleichbehandlung von Gesamt- und Oberschulen.

Gegen eines allerdings wehrt sich die IGS-Initiative: „Es gibt Stimmen, die behaupten, wir würden mit unserer Blockadeeinstellung den Schulstandort Hessisch Oldendorf gefährden, das weisen wir entschieden zurück“, sagt von Aulock. „Wir wollen an dieser Stelle festhalten, dass wir zwar für eine IGS sind, aber für den Schulstandort Hessisch Oldendorf nicht den Alleinvertretungsanspruch stellen. Wir sind nur der Überzeugung, dass diese neue Schulform vorschnell eingeführt wird und zu diesem Zweck mit diversen Bonbons als Lockmittel ausgestattet wurde.“

Wichtig sei der Initiative, dass nicht Politiker oder Gremien über die Schulform in Hessisch Oldendorf entscheiden, sondern die Eltern vor Ort. „Wenn eine Befragung dieser Eltern dazu führt, dass es keine IGS in Hessisch Oldendorf geben wird, dann werden wir uns in Elternvertretungen an der Oberschule genauso engagieren, wie wir es für eine IGS tun würden.“

Um dem Elternwillen Genüge zu tun, kündigt die IGS für Anfang September die vom Landkreis verabschiedete kreisweite Befragung zu einer IGS in Hessisch Oldendorf an. Kreisweit deshalb, weil die Initiative davon ausgeht, dass die IGS in Hameln nicht alle Kinder aufnehmen kann. Wenn es in Hessisch Oldendorf auch eine IGS gäbe, wird es mehr Plätze in Hameln für Schüler zum Beispiel aus Coppenbrügge geben, da Schüler aus dem Einzugsgebiet Hessisch Oldendorfs die IGS vor Ort besuchen.

Auch mit Eltern aus Rinteln habe man gesprochen, die ihre Kinder lieber zur IGS nach Hessisch Oldendorf schicken würden als zu einer Oberschule nach Rinteln. Ein Vorteil dieser IGS wäre nach Ansicht der Initiative, dass sie für die Einrichtung eines gymnasialen Zweiges keine weitere Zustimmung braucht.

Direkt nach den Sommerferien wird es in der Mensa der Haupt- und Realschule Hessisch Oldendorf eine Informationsveranstaltung geben, die von der Verwaltung als neutrale Bürgerinformation durchgeführt wird. Teilnehmen wird auch Landrat Rüdiger Butte.



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