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Heidi Frühwald und Dr. Martinus Luther lassen die Petri-Kirche lebendig werden

„Nicht gleich Liebe auf den ersten Blick“

KRÜCKEBERG. Kennen Sie den Weibecker Aufgang, die weiße Gartenpforte an der alten B 83, durch die Kirchgänger aus Weibeck auf den Krückeberger Friedhof gelangten? Dort beginnt Heidi Frühwald ihre Führung. Sie und Dr. Martinius Luther lassen die Petri-Kirche durch ihre Führungen lebendig werden.

veröffentlicht am 26.10.2017 um 18:29 Uhr

Gästeführerin Heidi Frühwald befragt Dr. Martinus Luther, wie das so war vor 500 Jahren in der Krückeberger Kirche. Foto: ah
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Autor

Annette Hensel Reporterin
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„Meine Gemeindekirche im Lichte der Reformation“. Auf den zugemauerten Weibecker Eingang verweisend, macht sie mit den zahlreich Erschienenen vor dem heutigen Kircheneingang Halt. Erst seit 50 Jahre besteht er, zuvor war an der Stelle nur eine Türe, hinter der sich der Kartoffel-, Rüben- und Kokskeller verbarg, weiß Kirchenvorsteher Heinz Koch.

Im Pilgerschritt geht es ins 1331 erstmals urkundlich erwähnte Gotteshaus, in dem Heidi Frühwald die Gruppe mit Manfred Hausmanns Gedicht „Ich möchte eine alte Kirche sein“ empfängt und gesteht: „Diese Kirche und ich, das war nicht gleich Liebe auf den ersten Blick. Erst seit der Trauerfeier für meinen Mann in der damals eingerüsteten Kirche, die so zu meinem Seelenzustand passte, finde ich hier Trost und entdecke, dass sie sogar Geschichten bereithält.“

Ein paar davon erzählt sie mit prominenter Unterstützung von Dr. Martinus Luther – in Form einer 1858 gefertigten Statue, die Heidi Frühwalds Mann ihr hinterließ. Auf die Frage, was es im Innenraum denn schon zur Zeit Luthers gegeben habe, antwortet eine Teilnehmerin: „Die Mensa des Altars.“„Das stimmt“, sagt die Kirchenführerin aus Zersen, aber die habe die Gemeinde erst vor 50 Jahren aus Hessisch Oldendorf erhalten. „Den Gekreuzigten“, meint jemand anderes. „Genau, das ist das älteste Stück in der Petri-Kirche“, lobt Frühwald. 1966 sei jene leidende Christus-Figur auf dem Dachboden des Pfarrhauses in Weibeck gefunden worden: Die Finger vor Schmerz verkrümmt und auf dem Kopf eine Dornenkrone. „Das Kreuz ist neu, man vermutet, dass er ursprünglich an einem Astgabelkreuz hing, wie es für Prozessionen und Beerdigungen genutzt wurde und um 1320 entstanden ist.“ In Verbindung von alter und moderner Darstellung steht das Kreuz dem reformatorischen Gedanken nach vor dem Ostfenster in der Mitte des Altars.

Heidi Frühwald vergisst nicht, auf die Geschichte der Reformation einzugehen, die 1559 im Schaumburger Land eingeführt wurde. „Krückebergs Pastor Eberhard Poppelbaum, früh mit Luthers Gedankengut vertraut, hatte da schon sieben Jahre lang auf Deutsch gepredigt, getauft und gesungen. Als er 1559 die Pfarrei in Hessisch Oldendorf übernahm, wurde die Stelle des Weibecker Pastors Gerhard Hugo um die Krückeberger Gemeinde erweitert. So wurde Weibeck-Krückeberg zur Pfarrei“, erinnert sie und sagt: „Dass unsere Kirche evangelisch-lutherisch ist, erkennen wir heute noch an der Kanzel sowie an den zwei Sakramenten Taufe und Abendmahl, die auf Gemälden festgehalten sind. Nach der Reformation hinzugekommen sind Sitzbänke, verschwunden ist vor 50 Jahren der Orgelaltar.“

Mit dem Luther-Gassenhauer „Nun freut euch, lieben Christeng’mein …“, bei dem alle Gäste mitsingen, beendet Heidi Frühwald ihre lebendige Führung, die Lust auf mehr gemacht hat. Mit Privatfotos von der Kirche, etwa der Rückkehr der großen Glocke 1946 bereichert Heinz Koch den Nachmittag.

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