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Professor Folkhard Isermeyer gegen Direktzahlung auf landwirtschaftliche Flächen

„Nicht Geld mit der Gießkanne verteilen“

Hessisch Oldendorf (pj). Für Professor Folkhard Isermeyer, den Präsidenten des Thünen-Institutes in Braunschweig, steht, wenn es um die Perspektiven der Landwirtschaft geht, fest: „Direktzahlungen laufen in die Sackgasse, sie sind nicht mehr als Sterbehilfe für die kleinen.“ Der Wissenschaftler, der bereits Landwirtschaftsminister Seehofer beraten hat, ist überzeugt, dass der Strukturwandel in der Landwirtschaft weitergeht. Von den Zahlungen, die an die landwirtschaftlichen Flächen gebunden sind, profitierten nur die Grundeigentümer, der knappe Faktor sei der Boden, was bedeute: „Die Landwirte bleiben im Hamsterrad.“ Da der Strukturwandel in der Landwirtschaft weitergehe, bedeute dies: wachsen oder weichen. Wer nicht wachsen kann, der müsse eine Nische suchen, damit seine Kinder eine Chance haben.

veröffentlicht am 01.02.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:41 Uhr

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Gut wirtschaftende Betriebe brauchen keine Direktzahlungen, davon ist Professor Folkhard Isermeyer überzeugt. Er plädiert deshalb für den Ausstieg aus dem System der Direktzahlungen. Man sollte „nicht Geld mit der Gießkanne auf die Fläche verteilen“, fordert Professor Isermeyer vor einigen Hundert Landwirten aus den Kreisen Schaumburg, Springe, Hameln-Pyrmont und Holzminden.

Der Präsident des Thünen-Institutes war der Einladung der Landberatung gefolgt, die in unregelmäßigen Abständen über aktuell diskutierte Themen informiert. Ob es der richtige Weg ist, dass die Direktzahlungen als Umwelt-Prämie (Greening) ausgezahlt werden, die nur die Landwirte erhalten, die bestimmte ökologische Leistungen bringen, auf eine Vielfalt bei den angebauten Kulturen oder die Erhaltung von Dauergrünland setzen, glaubt der Wissenschaftler nicht. „Das Greening ist nur Legitimation, es bringt kaum Umweltnutzen und schwächt den Sektor“, sagt er.

Professor Isermeyer ging auch auf die Bereiche Welternährung und Weltmarkt ein, die auch Konsequenzen für die hiesigen Landwirte haben. „Schade, wie wir in Deutschland mit dem Thema Welternährung umgehen. Es wird in Sonntagsreden miterwähnt, Verantwortung wird nicht deutlich, dabei könnten wir viel mehr tun“, kritisiert er. Von der Welternährung zieht Isermeyer den Spannungsbogen zu den Agrarpreisen. In 40 Jahren habe sich auf der gleichen Fläche der Ertrag verdoppelt. 3,5 Tonnen Weizen würden heute auf einem Hektar geerntet. Was die Früchte anbelangt, die angebaut werden, habe sich nicht viel verändert. Der Anbau der Gerste sei rückläufig, dafür der Mais auf dem Vormarsch, es werden mehr Ölfrüchte und mehr Obst und Gemüse angebaut. Für die heimische Region sei von Bedeutung, dass beim Zucker ein Umschichtungsprozess laufe und zwar weg von der Rübe hin zum Zuckerrohr. In der Tierproduktion haben sich „die Gewichte in den letzten zehn Jahren verschoben“, konstatiert Professor Folkhard Isermeyer. Brasilien zeige dabei ein enormes Wachstum.

Einen pauschalen Rat, was in Zukunft zu tun ist, gab Professor Isermeyer den anwesenden Landwirten nicht, auch wenn sich das der eine oder andere gewünscht hätte. Er zeigte jedoch Felder auf, in denen die Bauern sich orientieren können.



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