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Beim Welseder Fünfkampf messen sich Athleten unter anderem im Steinstoßen und Baumstammweitwurf / Und diese Disziplinen haben es in sich

Nicht alltäglich

Welsede. Ein Stein kullert vor meine Füße. Um ihn aufzuheben, greife ich mit beiden Händen zu – und gebe ein überraschtes „Oh“ von mir. Der Stein ist infolge des Regens nicht nur matschig, er ist ein richtig schwerer Brocken.

veröffentlicht am 14.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 11:41 Uhr

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Autor:

VON ANNETTE HENSEL
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Einige aus der Mannschaft, die beim Steinstoßen an der Reihe ist, grinsen, doch Christian Koch aus Krückeberg gesteht: „So ging es mir vorhin auch.“

Es ist Kochs erster Start beim Welseder Fünfkampf. „Wie fasse ich den Stein denn am besten an, schmeiße ich ihn mit einer oder mit beiden Händen weg?“, sei ihm beim ersten Durchgang im Steinstoßen durch den Kopf gegangen. Und am meisten habe ihn das Gewicht, 15 Kilo, beeindruckt, erklärt Koch. Damit wiegt der Stein fast doppelt so viel wie ein beim Fünfkampf des TV Jahn Welsede geworfener Baumstamm. „Das Problem ist, das Gewicht beim Stoßen mit einer Hand auszubalancieren“, sagt Teilnehmer Volker Struck aus Großenwieden und ergänzt, dass eine Kugel beim Kugelstoßen nur 7,257 Kilo wiege.

Die kräftigen wie schmächtigen starken Kerle, die in Welsede starten, sind sieben bis 81 Jahre alt, darunter drei Frauen und sieben Kinder. Lina vom TSC Fischbeck, das einzige Mädchen, schafft beim Baumstammweitwurf 1,98 Meter. „Diese Disziplin macht mir am meisten Spaß“, schwärmt die jüngste Teilnehmerin, die kaum größer als der Baumstamm selbst ist. Oft gibt es Fehlversuche, weil die Starter die Wurftechnik nicht richtig umsetzen. „Der Stamm muss vom Körper weg mindestens 90 Grad überkippen“, sagt Organisator Alfred Schwob. Mit einer Weite von 7,99 Metern erzielt Uwe Janosch das beste Ergebnis. Für den Geschäftsführer der BDH-Klinik ist der Fünfkampf eine „sehr angenehme, nicht alltägliche sportliche Betätigung, die einen guten Ausgleich bringt“.

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Auch beim Standweitsprung wachsen manche Sportler über sich hinaus und fliegen regelrecht jedem einzelnen Zentimeter entgegen. „Die schwierigste Disziplin ist Schleuderball, weil man da in einem bestimmten Korridor bleiben muss, alles andere hat mehr mit Kraft zu tun“, sagt Christian Koch und ergänzt: „Hier in Welsede werden Spaß und Sport unheimlich gut kombiniert, ich bin 2014 wieder dabei.“

„Wer einmal mitgemacht hat, kommt immer wieder“, sagt der 57 Jahre alte Waldemar Rydz, der vom ersten Fünfkampf im Jahr 1991 an dabei ist. Während er beim Vollballwurf vor Jahren noch 27 Meter schaffte, trifft sein Medizinball, der vor jedem Wurf mit dem Handtuch gründlich abgetrocknet wird, in diesem Jahr nach 17 Metern am Boden auf. „Von der Kraft her anstrengend ist das Steinstoßen, von der Technik her der Schleuderballwurf“, sagt Rydz. Manche jener Schleuderbälle landen fern ab im Gebüsch.

Als „gewöhnungsbedürftig“ bezeichnet Bianca Hartmann die Disziplin und verrät, dass der Stein, den Frauen stoßen, nur fünf und der der Kinder drei Kilo wiege.

Urgestein Herbert Harting, immerhin 79 Jahre alt, berichtet: „Früher gab es zig Leichtathletik-Wettkämpfe im Kreis, das ist heute nicht mehr so, dafür haben wir angelehnt an die Jahn-Bergturnfeste auf dem Bückeberg unseren Fünfkampf.“

„Der stand gestern Abend allerdings aufgrund des Regens auf der Kippe“, sagt Alfred Schwob. Herbstferien- und wetterbedingt sind weniger Teilnehmer als in den Vorjahren am Start: 49 aus zehn Vereinen. In der Mannschaftswertung gewinnt der TSC Fischbeck vor dem TSV Großenwieden und dem TuS Bad Pyrmont. Zum Abschied ist immer wieder zu hören: „Tschüss, bis zum nächsten Jahr.“

Die jüngste Teilnehmerin (Foto links): die sieben Jahre alte Lina beim Baumstamm-Werfen. Waldemar Rydz beim Steinstoßen. Noch schleppt die zwei Jahre Leni schwer am Medizinball.ah



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