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Abenteuer-Dreh

Nibelungen-Doku wird in Schillat-Höhle gedreht

HESSISCH OLDENDORF. Was hat die Schillat-Höhle mit der Nibelungensaga zu tun? Eigentlich nichts – und doch dient die Tropfsteinhöhle nun einem Dokumentarfilmer, der sich selbst als Abenteurer bezeichnet, als Kulisse für die Gnitaheide, der Ort, an dem die Sagen-Hauptfigur Sigurd den Drachen Fafnir laut der Mythologie überfallen und getötet hat.

veröffentlicht am 20.08.2018 um 17:52 Uhr

Am Ende des begehbaren Teils der Schillat-Höhle befinden sich Mineralablagerungen. Foto: MG

Autor:

Marcel GAwel
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Tim von Lindenau ist der Filmemacher, der sich jetzt von Hartmut Brepohl durch die Höhle führen ließ und zugleich die Gelegenheit nutzte, die Höhle für eine mehrteilige Dokumentationsreihe zur Nibelungensaga in Szene zu setzen.

Höhlenführer Brepohl, der vor 26 Jahren die heutige Schauhöhle entdeckt hatte, zeigte mit Stolz die Besonderheiten und Eigenschaften der Höhle, präsentierte vor allem mannigfaltige Gesteinsarten, Fossilien und Kristalle, die durch die besondere Beleuchtung eindrucksvoll zur Schau gestellt werden.

Die Höhle ist wie ein Kind für mich und es ist eine Leidenschaft, die ich mit meiner Familie teilen kann.

Hartmut Brepohl, Höhlenentdecker

Der Gast zeigte sich wissbegierig, ließ keine Frage ungestellt. Und Tim von Lindenau zeigte sich von den Gegebenheiten der Höhle begeistert. Vor allem das Ende des begehbaren Teils der Schillat-Höhle hat ihm besonders gut gefallen. Deshalb führte er dort auch das Interview mit dem Höhlenentdecker. Brepohl gab sehr emotionale Einblicke in die Entdeckung der Höhle und ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass es für ihn ein Herzensprojekt und eine Leidenschaft ist, diese Höhle zu leiten. „Was ist das für ein Gefühl, wenn man der erste ist, der diese Höhle zu Gesicht bekommt?“, fragte von Lindenau. „Ein unbeschreibliches Gefühl, verbunden mit Freude und Neugier“, so der Höhlenentdecker. „Die Höhle ist wie ein Kind für mich und es ist eine Leidenschaft, die ich mit meiner Familie teilen kann.“

Die Schillat-Höhle hat viel zu bieten. Foto: mg
  • Die Schillat-Höhle hat viel zu bieten. Foto: mg
Tim von Lindenau in der Schillat-Höhle. Foto: MG
  • Tim von Lindenau in der Schillat-Höhle. Foto: MG

Es ist nicht das erste Mal, dass Tim von Lindenau für derartige Dreharbeiten unterwegs ist. Seit 15 Jahren erkundet der „Explorer“ Orte, die teilweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind, da er „dem Verborgenen auf den Ursprung gehen möchte“.

Information

Die Höhle

Die Schauhöhle wurde am 9. September 1992 vom Sprengmeister Hartmut Brepohl entdeckt. Sie ist Deutschlands nördlichste Tropfsteinhöhle und zieht jährlich 20 000 bis 23 000 Besucher an. Seit der Eröffnung im Jahr 2004 können sich die Besucher in Begleitung eines Bergführers die 45 Meter in der Tiefe befindende und 106 Meter lange Schauhöhle anschauen. Bei dieser handelt es sich um eine trockengefallene Flusshöhle. Die Besucher können neben den vorhandenen Tropfsteinen vielfältige Gesteinsarten wie Fossilien und Kristalle bestaunen.

Viele seiner Geschichten kann man in seiner eigenen Dokumentationsreihe „Exploring lost places“ auf dem YouTube Kanal „Tim von Lindenau“ nachverfolgen. Dort zeigt er seinen insgesamt 2,6 Millionen Zuschauern eindrucksvolle Schauplätze und Geschichten, die nur wenige kennen. Sein bekanntestes Video stellt dabei der erste Teil der Doku-Reihe „Das Geheimnis von Schloss Lütetsburg“ mit 1,2 Millionen Aufrufen dar.

Die Dreharbeiten der sechsteiligen Dokumentationsreihe für einen externen Auftraggeber, dessen Namen von Lindenau nicht nennen durfte, sind auch für seinen YouTube-Kanal interessant. Mit dem Mehrteiler möchten die Initiatoren der Dokumentation der Geschichte der Nibelungensaga aus dem 12. Jahrhundert neues Leben einhauchen. Die im germanischen und skandinavischen Raum verbreitete Saga erzählt von der Reise des Protagonisten Sigurd (Siegfried), der einen Drachen tötete und danach den Schatz der Nibelungen eroberte. Die Heldenepik ist die berühmteste Sage des Mittelalters und wurde im Juni 2009 von der Unesco in das Memory-of-the-World-Register aufgenommen. Wann und wo der Mehrteiler zu sehen sein wird, ist zur Zeit noch nicht bekannt.



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