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Im kommenden Jahr soll der Rufbus starten

Neues Angebot im Nahverkehr

HESSISCH OLDENDORF. Mit dem öffentlichen Nahverkehr von Dorf zu Dorf oder von den ländlichen Orten in die Kernstadt zu gelangen, ist bislang ohne Auto schwierig. Aus diesem Grund soll es ab dem kommenden Jahr in Hessisch Oldendorf einen Rufbus geben, der den vorhandenen Nahverkehr ergänzt.

veröffentlicht am 20.09.2018 um 17:23 Uhr

Jens Spickermann

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Das Konzept: Es wird zwar feste Haltestellen und Abfahrtszeiten geben, wie beim normalen Linienverkehr auch. Angedacht ist eine stündliche Taktung. Allerdings fährt der Rufbus – wie der Name schon sagt – nur, wenn er zuvor telefonisch angefordert wird. So können auch die kleinen Ortsteile mit geringem Fahrgastaufkommen bedient werden. Der Fahrpreis entspricht dem Tarifsystem der Öffis. Wer also beispielsweise eine Monatskarte für den Nahverkehr besitzt, muss keine Extra-Gebühr zahlen.

Ursprünglich hatte sich auf Anregung des Grünen-Stadtrats Günter Kuhnert eine Initiative gegründet, die einen ehrenamtlich betriebenen Bürgerbus einrichten wollte. Nach den ersten Beratungen wurde das Vorhaben aber auf Eis gelegt. Der Grund: Der öffentliche Nahverkehr soll weiterhin eine kommunale Angelegenheit bleiben und nicht von bürgerschftlichem Engagement abhängig sein, so die Begründung der Stadt und des Landkreises.

Die Bürgerbus-Initiative wird trotzdem an den Planungen beteiligt und hat sich nun mit dem zuständigen Mitarbeiter des Landkreises, Bastian Schwarz und Hermann Faust von der Stadt über die weitere Vorgehensweise beraten. Wichtige Fragen waren dabei, welche Strecken der neue Rufbus fahren soll und inwieweit das Angebot letztendlich überhaupt genutzt wird.

Erste Hinweise auf Letzteres, geben die Erfahrungen aus dem Bereich Ilsetal, wo vor einigen Wochen bereits ein Rufbus-Angebot gestartet ist: „Es gibt nichts Negatives zu berichten“, lautet die Einschätzung von Schwarz. Das Angebot werde genutzt, allerdings in recht begrenztem Umfang, was zu Teil der geringen Größe der Dörfer geschuldet sei. Obwohl man sich viel Mühe gegeben habe, das System möglichst verständlich darzustellen, habe es außerdem noch immer Anrufer gegeben, die damit überfordert waren.

Im kommenden Jahr möchte der Landkreis zwei oder drei weitere Kleinbusse mit 18 oder 20 Sitzplätzen anschaffen. Mindestens einer davon soll voraussichtlich den Bereich Hessisch Oldendorf abdecken. Welche Strecken er genau fahren wird, muss noch geklärt werden. Die vorhandenen Bedarfe zu ermitteln ist nun eine Aufgabe der Bürgerbus-Initiative.

Im Gespräch ist unter anderem eine Südweser-Anbindung an die Kernstadt. Möglichst alle Dörfer, die bislang schlecht angebunden sind, sollen abdeckt werden. Dazu gehört auch beispielsweise der Bereich Langenfeld. „Ziel des Rufbusses ist es, alle Dörfer adäquat an die Kernstadt anzubinden“, sagt Heiko Wiebusch von der Stadt. Es werde aber nicht möglich sein, dass jeder noch so abgelegene Winkel direkt angefahren wird, gibt Schwarz zu bedenken. Aus Kostengründen müssten eben auch Prioritäten gesetzt werden.

Weitgehendes Einvernehmen herrscht darüber, dass der Rufbus an Werktagen von morgens bis abends sowie samstagvormittags zur Verfügung stehen soll. Er würde auch die Fahrten der Schulbusse abdecken, die während der Ferien nicht fahren, obwohl sie auch von Erwachsenen genutzt werden. Gegenüber Vorschlägen aus den Reihen der Initiative auch einen „Marktbus“ beziehungsweise einen „Eventbus“ anzubieten, zeigt Schwarz sich skeptisch. Wichtiger sei es, im Sinne der Daseinsvorsorge Mobilität für die alltäglichen Besorgungen zu schaffen.

Im Gegensatz zu den Anruf-Sammel-Taxis (AST) sollen die Rufbusse die Fahrgäste nicht direkt bis nach Hause bringen, obwohl aus der Initiative ein entsprechender Wunsch geäußert wurde. Unter Umständen könnten aber „Haltezonen“ eingerichtet werden, also Ausstiegsmöglichkeiten innerhalb bestimmter Bereiche und keine fixen Haltepunkte.

Vieles sei zwar wünschenswert, jedoch müsse man auch die Kosten im Auge behalten, heißt es sinngemäß von Schwarz. Für den Fahrer sei es außerdem psychisch nicht angenehm, unter Umständen den ganzen Tag nur am gleichen Ort stehen zu müssen, wenn mal kein Anruf eingeht. Unabhängig davon, ob der Rufbus angefordert wird oder nicht, muss nämlich über die gesamte Bereitschaftszeit ein Fahrer beschäftigt und bezahlt werden. Aus diesem Grund soll der Rufbus als „lernendes System“ etabliert werden. Die Strecken könnten angepasst werden, falls manche Haltestellen sich als permanent verwaist herausstellen sollten.



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