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Neuer Förster am Hohenstein

LANGENFELD/HOHENSTEIN. Das Waldgebiet um den Hohenstein ist ein besonderer Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Dort fühlen sich Berg-Lauch, Hufeisenklee und das Westfälische Brillenschötchen wohl. Kalkfelsen und unerschlossene Höhlen bereichern den Lebensraum. Verschiedenste Fledermausarten und der Uhu haben das Gebiet zu ihrem Zuhause erkoren. Die Liste der Besonderheiten ließe sich noch um Einiges ergänzen. Der Wald um den Hohenstein im Süntelgebirge liegt zum größten Teil in der Obhut der Naturwaldförsterei Hohenstein, ehemals Revierförsterei Langenfeld. Dass die Naturwaldförsterei einen Sonderstatus hat, liegt an der Besonderheit des Gebietes mit den Voraussetzungen als Lebensraum und den darin heimischen geschützten Tieren und Pflanzen.

veröffentlicht am 04.04.2019 um 12:38 Uhr

Der Wald um den Hohenstein ist der größte Buchennaturwald in Niedersachsen und ein wichtiger Lebensraum für geschützte Tiere und Pflanzen. Foto: Dana
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Diese Artenvielfalt und den Lebensraum zu bewahren, ist seit diesem Jahr die Aufgabe eines neuen Försters. Der vorherige Revierleiter Uwe Sprick ist Ende vergangenen Jahres mit 63 Jahren in den Ruhstand gegangen. In seinen Dienstjahren hat sich Sprick bereits sehr an Naturschutzaspekten orientiert und mit seiner Arbeit dazu beigetragen, dass das Gebiet so wertvoll ist. Sein Nachfolger ist der 28-jährige Roman Spenner. Er übernimmt die Naturwaldförsterei Hohenstein. Dort gibt es keine Forstwirtschaft für die Holzproduktion. Stattdessen stehen Naturschutz, Forschung und Aufklärung für Spenner im Vordergrund. Die Pilotstelle des Naturwaldförsters ist einzigartig in Niedersachsen und für ihn „eine Wunschstelle, aber auch eine Herausforderung“ wegen des anderen Arbeitsschwerpunktes. Die „forstwirtschaftliche Brille“ müsse er jetzt ablegen. Stattdessen arbeite er daran, dass der Wald im Gebiet Hohenstein der Vorzeigewald der Niedersächsischen Landesforsten wird.

Persönlich habe ihn die Natur schon von klein auf interessiert. „Schon als Kind habe ich meinen Vater bei vogelkundlichen Wanderungen begleitet“, erzählt Spenner, und auch heute noch ist er gern draußen. Eigentlich sei aber Sturm Kyrill der Auslöser gewesen, sich intensiv mit dem Ökosystem Wald auseinanderzusetzen, verrät er. In seinem Studium der Fortwissenschaft in Dresden hat Spenner Naturschutz als Vertiefungsrichtung gewählt. Nach Stationen in Clausthal, Fuhrberg und Nienburg hat der gebürtige Paderborner in diesem Jahr die Stelle am Hohenstein angetreten und ist nach Hameln gezogen. Für ihn ist seine neue Aufgabe als Naturschutzförster kein Beruf, „es ist eine Leidenschaft“, betont Spenner.

Nun ist sein Arbeitsort der größte Buchennaturwald in Niedersachsen. Naturwälder erfahren den höchsten Schutz der Niedersächsischen Landesforsten. Sie sind aus der Nutzung genommen worden, um sie langfristig und dauerhaft zu Wildnis werden zu lassen. Um die natürliche Eigendynamik möglichst wenig zu beeinträchtigen, ist für Wanderer das Verlassen der Wege in verboten. Hunde dürfen am Hohenstein mitgenommen werden, müssen aber ganzjährig an der Leine geführt werden.

Revierleiter Uwe Sprick ist im Ruhestand, für ihn übernimmt Roman Spenner das Gebiet um den Hohenstein. Foto: ms

Aus den unbewirtschafteten Naturwäldern sollen auch für die Wirtschaftswälder Rückschlüsse gezogen werden. Darüber informieren die Niedersächsischen Landesforsten. Daher sei die Erforschung der Naturwälder genauso wichtig ist, wie ihr Schutz. In Naturwäldern werden die Verjüngung, das Wachstum und Absterben der Gehölze ohne direkte menschliche Einflussnahme beobachtet. Damit wirken ausschließlich naturdynamische Prozesse. Die Themen der Naturwaldforschung sind dabei so vielfältig wie die Wälder selbst. Artenzusammensetzung, Waldstruktur, Konkurrenz der Baumarten in Abhängigkeit vom Standort, Einfluss von Störungen, zum Beispiel durch Borkenkäfer oder genetische Fragestellungen sind nur einige Beispiele, die die Landesforsten nennen.

Das Forsthaus der Revierförsterei Langenfeld ist seit dem Ruhestand von Revierleiter Sprick übrigens nicht mehr im Betrieb. Wer Kontakt aufnehmen möchte, wird gebeten, sich an das Forstamt Oldendorf zu wenden, Telefon: 05152/94760.

Info: Am Donnerstag, 16. Mai, wird das neue Vollschutzgebiet im Bereich des Hohenstein sowie das Programm zur Stilllegung von Flächen der Niedersächsischen Landesforsten vorgestellt. Der Vortrag zum „Naturwald im Süntel“ findet in der Zeit von 19.30 Uhr bis 21 Uhr im Kulturforum am Rathaus in Hessisch Oldendorf statt. Eintritt wird nicht erhoben. Darüber hinaus wird am Sonntag, 19. Mai, eine Exkursion in den Naturwald Süntel angeboten. Thema: Vom Wirtschaftswald zum Urwald von Morgen. Dabei werden Flächen besucht, die seit fast 50 Jahren aus der Bewirtschaftung genommen wurden und mit genutzten Flächen verglichen. Die Exkursion findet in der Zeit von 10 bis 13 Uhr statt. Treffpunkt ist das Naturnahzentrum an der Schillat-Höhle, Riesenbergstraße 2a, Hessisch Oldendorf. Die Teilnahmegebühr beträgt 5 Euro. Kontakt: anfrage@schillathoehle.de; Telefon: 05751/403980.



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