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Aus für Schulungszentrum in ehemaligem Amtsgericht / Eigentümer Kexel: „Hessisch Oldendorf momentan nicht attraktiv“

Neuer Besitzer für altes Gebäude gesucht

Hessisch Oldendorf. Sehenswert ist es für Touristen und Einheimische bis heute, das Backsteingebäude am Kirchplatz 4. Getrübt werden könnte die Freude, wenn der Blick auf das Schild eines Immobilienmaklers fällt: Das ehemalige Amtsgericht, das vor sieben Jahren von Thomas Kexel aufwendig saniert und zu einem Schulungszentrum ausgebaut worden war, soll verkauft werden.

veröffentlicht am 19.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 23:41 Uhr

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Autor:

Barbara Jahn-Deterding
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Das Haus in zentraler Lage in der Hessisch Oldendorfer Innenstadt hat eine lange Geschichte. Als das Königreich Hannover 1866 vom Königreich Preußen annektiert und in die Provinz Hannover umgewandelt wurde, blieb die bestehende Gerichtsverfassung erhalten. Erst nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs im Jahr 1871 ging auch die Gesetzgebung über die Gerichtsverfassung auf das Reich über. Mit den Reichsjustizgesetzen, die im Oktober 1879 in Kraft traten, wurde für das ganze Reich der Gerichtsaufbau einheitlich in Amtsgerichte, Landgerichte, Oberlandesgerichte und das Reichsgericht in Leipzig gegliedert.

„Ich trenne mich

schweren Herzens von dem Gebäude.“

Das Amtsgericht (Hessisch) Oldendorf verdankt seine Entstehung den preußischen Verordnungen vom 26. Juli 1878, die die Errichtung von Amtsgerichten regelten und im Juli 1879 die Bildung von Amtsgerichtsbezirken anordneten. Damals entstanden auch die Amtsgerichte in Coppenbrügge, Hameln, Lauenstein, Münder, Polle, Pyrmont und Springe, die sämtlich zum Landgericht Hannover gehörten.

Das Ende der kleinen Amtsgerichte begann nach dem Zweiten Weltkrieg. Aus der preußischen Provinz Hannover und den Ländern Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe war das Land Niedersachsen entstanden. Mit der Verwaltungs- und Gebietsreform des Landes Niedersachsen in den Jahren 1972 bis 1974 vergrößert sich das Gebiet des Amtsgerichts Hameln beträchtlich. Die umliegenden Amtsgerichte Bad Münder, Bad Pyrmont und Hessisch Oldendorf wurden aufgehoben und dem Amtsgericht Hameln zugeschlagen.

Die Stadt Hessisch Oldendorf erwarb das Gebäude des ehemaligen Amtsgerichts im Oktober 1978 vom Land Niedersachsen. Von 1979 bis Oktober 2007 nutzte es die Verwaltung für ihre Zwecke. Mit der Erweiterung des Rathauses am Marktplatz wurde die Immobilie nicht mehr benötigt und im Juni 2007 an die Firma Sold Consulting veräußert. Seither finden dort regelmäßig Schulungen und Seminare für Teilnehmer aus verschiedensten Unternehmen statt.

Laut Annonce soll das Gebäude 320 000 Euro kosten. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude bietet rund 390 Quadratmeter Bürofäche. „Ich trenne mich schweren Herzens von dem Gebäude, aber ich muss es wirtschaftlich betrachten“, erklärt der Eigentümer Thomas Kexel aus Fischbeck auf Anfrage. „Der Schulungsmarkt hat sich seit der Wirtschaftskrise sehr gewandelt. Die Unternehmen führen Schulungen und Beratungen zunehmend in den eigenen Räumlichkeiten durch“, fährt der Geschäftsführer der Sold Consulting fort. Das Gebäude am Kirchplatz sei daher in der konzipierten Form nicht mehr ausgelastet, die Klientel komme nicht mehr in ausreichender Anzahl nach Hessisch Oldendorf. Hinzu komme, dass „Hessisch Oldendorf momentan nicht attraktiv ist. Der Leerstand in der Langen Straße und das fehlende gastronomische Angebot sind nicht gerade geschäftsfördernde Faktoren. Das ist von den Schulungsteilnehmern wiederholt thematisiert worden“, sagt Kexel. Auf die Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit habe der Verkauf des Hauses keinen Einfluss, denn „ich führe meine beratende und schulende Tätigkeit nun direkt in den Unternehmen durch. Allerdings ist mir als Eigentümer sehr daran gelegen, dass das Gebäude bald einen Käufer findet, der die aufwendigen und hochwertigen Sanierungsmaßnahmen sowohl außen als auch im Inneren des Gebäudes zu schätzen weiß“, wünscht sich Kexel.



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