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„Damit Hessisch Oldendorf bunt bleibt“

Neubau-Pläne für Moschee: Neben Kritik viel Zustimmung

HESSISCH OLDENDORF. Die muslimische Gemeinde in Hessisch Oldendorf plant einen Moschee-Neubau. Das Fachwerkhaus, das der Gemeinde bislang als Ort zum Beten, Unterrichten und Feiern diente, soll wegen des schlechten baulichen Zustandes abgerissen werden. Wie reagieren die Hessisch Oldendorfer darauf? Wir fragen nach:

veröffentlicht am 10.12.2018 um 10:42 Uhr

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Reporterin

„Eine neue Moschee zu bauen, finde ich gut“, sagt Jochen Huch spontan und ergänzt: „Einen Neubau sollte man ja wohl jeder Glaubensgemeinschaft zugestehen.“ Das sieht ein Familienvater aus der Kernstadt anders: „Die Parkplatzsituation an der Moschee ist doch jetzt schon oft katastrophal, wie soll das erst beim größeren Neubau funktionieren? Warum wird nicht auf der grünen Wiese gebaut?“, fragt der 39-Jährige und fügt hinzu: „Außerdem würde mich schon interessieren, ob der Bau direkt aus der Türkei finanziert wird.“

Auch Karin Krüger sieht den Neubau kritisch: „Die Parksituation ist angespannt. Derzeit wird sie dadurch gelöst, dass Moschee-Besucher auf privaten Grundstücken parken. Da staatliche Sonn- und Feiertage nicht im Einklang mit islamischen Gebets- und Feiertagen sowie Beerdigungen sind, gibt es diese Probleme auch während der Öffnungszeiten der ansässigen Unternehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie bei einem Ausbau der Gemeindeaktivitäten das Parken hier noch funktionieren soll.“

„Das alte Fachwerkgebäude passt doch gar nicht mehr zu den modernen Geschäften, die sich daran anschließen – angefangen beim neuen Aldi. Ich freue mich daher auf den Moschee-Neubau, er wird das Viertel garantiert aufwerten“, meint ein 26-Jähriger. Steuerfachwirtin Katharina Düse (27) befürwortet den Bau der Moschee ebenfalls: „In Hessisch Oldendorf leben die verschiedensten Kulturen und Religionen friedlich miteinander, man trifft auf Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit. Jeder sollte hier in der Stadt die Möglichkeit haben, seinen Glauben frei auszuleben, ob Christ oder Moslem, damit Hessisch Oldendorf bunt bleibt.“

Petra Fricke ergänzt: „Jeder Mensch, der glaubt, braucht einen Ort, an dem er beten, seinen Glauben ausüben kann“, und mutmaßt: „Bestimmt braucht die muslimische Gemeinde einfach mehr Platz, seit die Flüchtlinge in der Stadt sind.“ Eines möchte die Geschäftsfrau aus der Langen Straße noch loswerden: „Schade, dass die Imame aus der Türkei kommen und nicht in Deutschland ausgebildet wurden.“

„Der Neubau einer Ditib-Moschee in Hessisch Oldendorf sollte zu einem intensiveren religionspolitischen Austausch im Landkreis genutzt werden“, meint ein Pensionär und sagt: „Ich halte es für legitim, wenn die Verantwortlichen in der Moschee-Gemeinde neuen Raum für die Abhaltung ihrer Gebete, für muslimische Feiern oder für den Koranunterricht schaffen. Es wäre wünschenswert, wenn im interkulturellen Dialog Werte eines liberalen Islams Berücksichtigung fänden.“



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