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Nabu Hessisch Oldendorf wirft Landwirt „Baumfrevel“ vor / Stadt: Entnahme ist rechtlich nicht erlaubt gewesen

Neu gepflanzte Erlen einfach wieder herausgerissen

Barksen (tk). In Barksen ist ein Streit um herausgerissene Bäume, die gerade erst gepflanzt worden waren, entfacht: Vier junge Erlen hatte der Nabu Hessisch Oldendorf im Ortskern auf einem Teilstück zwischen Schildstraße und Hohensteinstraße gepflanzt. Damit wollte der Ortsverein die Lücke einer Baumreihe an der Böschungskante einer öffentlichen Grabenparzelle schließen, um „so zum grünen Dorfbild beizutragen“, wie Nabu-Ortsmitglied Friedrich Alms sagt. Umso erstaunter war er, als am nächsten Tag die vier frischen Bäume samt Pflanzpfählen „fein säuberlich samt Wurzelwerk wieder neben der Straße lagen“. Dem Anrainer der öffentlichen Fläche, Landwirt Jörg Holzgräfe, der die Bäume wieder ausgegraben hat, wirft Alms nun „Baumfrevel“ vor.

veröffentlicht am 11.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 17:21 Uhr

An dieser Stelle in Barksen standen die vier Erlen bis an den We
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Die Aktion, bei der der Nabu eigene Bäume geplanzt hatte, war vorher mit der Stadt Hessisch Oldendorf koordiniert worden. Manfred Bebermeier, zuständig für den Bereich Straßen- und Gewässerunterhaltung, bestätigt: „Hinsichtlich der Pflanzung hat die Stadt keine Bedenken ausgesprochen. Wir haben Herrn Alms aber aufgefordert, im Vorfeld mit dem Landwirt Absprachen über die Pflanzung zu treffen.“

Diese jedoch sei nie erfolgt, hält Landwirt Jörg Holzgräfe dagegen. „In einer Nacht-und-Nebel-Aktion hat der Nabu die Bäume gepflanzt, ohne mich darüber zu informieren.“ Aber auch den Standort der Erlen kritisiert Holzgräfe und begründet damit sein nach seiner Meinung „fachgerecht“ ausgeführtes Entfernen der Bäume. Die Bäume stehen in einer Straßenkurve, würden daher den Verkehr behindern. Außerdem hätte der Nabu die Bäume zu dicht am Stacheldrahtzaun gepflanzt – in der Folge würde seine landwirtschaftliche Arbeit behindert, meint Holzgräfe. Die nötige elektronische Sicherung auf der Kuhweide sei durch die Nähe der Baumstämme gefährdet, es bestünde daher das Risiko, dass die Kühe die Weide verlassen könnten. Und auch das Rangieren mit den Landmaschinen würde durch die Erlen behindert.

Dennoch, Alms pocht auf die Rechtsgrundlage – und die wird von Manfred Bebermeier so bestätigt: „Die Bäume hätten an dieser Stelle nicht einfach wieder entnommen werden dürfen.“ Denn die Grabenparzelle ist Eigentum der Stadt Hessisch Oldendorf, die dort als Einzige Arbeiten ausführen darf oder die Erlaubnis dazu erteilen kann. Das Gesetz sieht vor, dass bei städtischen Pflanzungen keine Mindestabstände zu etwaigen Nachbarn eingehalten werden müssen. „Dass Herr Alms bis an den Zaun gepflanzt hat, ist damit zumindest rechtlich einwandfrei“, sagt Bebermeier. Hinter dem Konflikt vermutet er persönliche Streitigkeiten zwischen den Parteien. „Für die Stadt ist dieser Vorfall kein Thema. Ich empfehle den Parteien aber, sich mit mir und dem Ortsbürgermeister zusammenzusetzen, damit wir die Sache in Ruhe klären können.“

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