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Acht Feuerwehren im Einsatz

Nächtliches Feuer in Hessisch Oldendorf – Blausäuredämpfe steigen auf

HESSISCH OLDENDORF. Nächtliches Feuer in der „HO Logistik und Service GmbH“ (ehemals Dura Teppichwerke) an der Welseder Straße in Hessisch Oldendorf – Löschmannschaften aus zwei Städten und sechs Dörfern rückten am frühen Mittwochmorgen an.

veröffentlicht am 21.03.2018 um 10:22 Uhr
aktualisiert am 21.03.2018 um 15:50 Uhr

Ulrich Behmann

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Auch die Werkfeuerwehr war im Einsatz. Einsatzleiter Kay Schönfelder hatte nach der ersten Erkundung der zunächst unklaren Lage Verstärkung angefordert. Weitere Atemschutz-Geräteträger wurden benötigt, da der Fluchttunnel im Keller des Werks und ein Technikraum in der ersten Etage stark verqualmt waren. Rauch sei auch in andere Teile des großen Gebäudes gewabert, allerdings sei die Verqualmung in den leer stehenden Büros und Besprechungsräumen nur leicht gewesen, sagte Oberbrandmeister Tobias Ebbighausen. Nach Angaben von Polizeihauptkommissar Jens Petersen wurden bei dem Brand auch Blausäuregase freigesetzt. Der Sprecher betont: „Eine Gefahr für Anwohner bestand zu keiner Zeit.“

Um 1.05 Uhr hatte die Brandmeldeanlage Alarm ausgelöst. Die Feuerwehren Hessisch Oldendorf und Krückeberg und das Einsatzleit-Team der Stadtfeuerwehr fuhren umgehend zur Welseder Straße. Die Freiwilligen wurden vor Ort von der Werkfeuerwehr unterstützt. Anfangs sei nur eine leichte Verqualmung zu sehen gewesen, hieß es. Als um 1.35 Uhr ein zweiter Brandmelder Rauch im Keller meldete, ließ der stellvertretende Stadtbrandmeister Schönfelder den ersten Nachalarm auslösen. In Hessisch Oldendorf, Barksen, Großenwieden, Fuhlen und Welsede heulten Sekunden später die Sirenen. Die Feuerwehr Hameln besetzte ein Löschfahrzeug und die Drehleiter. Die Atemschutz-Überwachung aus Fischbeck machte sich ebenfalls auf den Weg nach Hessisch Oldendorf.

Die Suche nach dem Brandort gestaltete sich schwierig. Ein Technikraum im Erdgeschoss war völlig verqualmt. Schönfelder ließ die Brandschutztür deshalb wieder schließen. Als der Einsatzleiter die Tür ein zweites Mal öffnete, um gemeinsam mit Gruppenführer Ebbighausen einen zweiten Blick hineinzuwerfen, war der Rauch verzogen. Ein Atemschutz-Trupp ging hinein, kletterte über eine dort fest installierte Leiter in den darüberliegenden Raum. „In dem etwa sechs Quadratmeter großen Transformatoren-Raum steht ein zwei Meter hoher Schaltkasten. Der obere Teil des Metallschranks hatte sich schwarz gefärbt. Rauch quoll aus den Schlitzen, die Zimmerwände waren verrußt“, berichtet Ebbighausen. Man habe den Schrank nicht geöffnet, weil darin Starkstrom vermutet wurde. Bei e.on Westfalen sei ein Elektriker angefordert worden. Nach einiger Zeit habe es aufgehört zu qualmen. Das Feuer war von selbst erloschen, die Gefahr gebannt. Mit einem Hochleistungslüfter wurden die giftigen Brandgase aus dem Gebäude gedrückt. Gegen 3.30 Uhr rückten die meisten Freiwilligen ein. Die Werkfeuerwehr übernahm den Brandsicherheitswachdienst. „Wir haben den Bereich bis 6 Uhr kontrolliert und dann an den Betriebselektriker übergeben“, sagt Klaus Herrmann, Leiter der Werkfeuerwehr. In dem großen Schaltschrank befinden sich sogenannte Pufferbatterien. „Ein Akku ist hochgegangen“, sagte Herrmann. Der Schaden werde derzeit behoben. Es sei noch unklar, ob der Brand Auswirkungen auf den Betrieb habe. „Wir haben aber Strom. Im Werk kann weitergearbeitet werden.“ Nach Angaben der Polizei wurde die Batterieladestation zerstört. Der Schaden an der Anlage wird auf 25000 Euro geschätzt.

4 Bilder
Atemschutz-Trupps bereiten sich vor dem Werk auf ihren Einsatz im Gebäude vor. Foto: Feuerwehr

51 Feuerwehrleute waren mit elf Fahrzeugen vor Ort. Ehrenamtliche der DRK-Bereitschaft Hessisch Oldendorf standen in Bereitschaft – sie hatten ihre Kollegen vom Rettungsdienst abgelöst.



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