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Drei Küken geschlüpft

Nachwuchs: Junges Trio im Storchennest

HESSISCH OLDENDORF. Auf dem Schornstein der ehemaligen Molkerei sind kleine Köpfchen zu sehen. Vermutet wurde es schon seit Tagen, jetzt zeigen sie sich der Öffentlichkeit: Kleine Storchenküken. Adele und Adebar – Hessisch Oldendorfs Storchenpaar – hat Nachwuchs. Gleich drei Küken wurden ausgebrütet. Das bestätigt Dietmar Meier, Storchenbeauftragter des Naurschutzbundes Deutschland (Nabu).

veröffentlicht am 19.05.2017 um 17:30 Uhr

Storchenvater Adebar spendet den drei geschlüpften Küken Schatten. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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„Seit letzter Woche wusste ich, dass es zumindest zwei sind. Die beiden hatten gleichzeitig ihre Köpfe gehoben. Das können sie anfangs noch nicht für längere Zeit“, erzählt Meier. Meiers Verdacht, dass sich ein weiteres Küken im Horst sitzt, wurde nun bestätigt. „Jetzt haben wir also drei Sprösslinge da oben. Drei hatten wir selten“, freut sich der Hessisch Oldendorfer Storchenvater.

Die Jungen seien unterschiedlich kräftig. Eine Störchin legt Eier in Abständen von Tagen. Dadurch schlüpfen die Jungen asynchron und sind unterschiedlich alt. In den ersten vier Wochen bewacht ein Elternteil die Jungen am Horst. Die folgenden Wochen holen beide Altstörche Futter heran.

Noch sei es nicht sicher, ob alle drei einmal ausfliegen werden, so der Naturfreund. „Aber es gibt gute Zeichen, dass sie die drei auch groß kriegen“, spricht Meier das momentan hervorragende Nahrungsangebot an. Durch den Regen gebe es reichlich Regenwürmer zu finden. Die seien neben Käfern, Larven und kleinen Amphibien als Nahrung ideal. „Die Altstörche müssen jetzt ranbringen ohne Ende“, so der Rohdener.

Ein Jungvogel kann sich bereits aufrichten. Foto: fn
  • Ein Jungvogel kann sich bereits aufrichten. Foto: fn

Bis sie flügge sind, verschnabulieren die Küken ungeahnte Mengen. Das Schlupfgewicht eines Storchenkükens beträgt etwa 80 Gramm und verzehnfacht sich innerhalb der ersten 14 Lebenstage. Bis zum Verlassen des Horstes steigt der tägliche Nahrungsbedarf bis auf etwa 1250 Gramm an. Im Durchschnitt werden zur Aufzucht eines Nestlings für die 64 Tage Nestlingszeit rund 50 – 55 Kilogramm Futter benötigt. Das Gewicht von zwei gefüllten Zementsäcken herangeflogen in Form von Würmern, Molchen oder Libellenlarven.

Hinzu kommt der Futterbedarf für die Altvögel. Der nimmt sich mit 500 Gramm pro Tag und Storch bescheiden aus. Doch dieses Pfund Nahrung muss auch erst einmal erbeutet werden. Der gesamte Nahrungsbedarf bei einer Brut mit drei Nestlingen und den beiden Altvögeln beträgt für einen Horst fast viereinhalb Zentner.

Sorgen bereiten den Naturschützern weiterhin die immer weniger vorkommenden Grünlandflächen. Auch die Hessisch Oldendorfer Störche haben einige Nahrungsflächen einbüßen müssen, meint der Experte vom Nabu. „Wenn Feuchtgebiete vorhanden sind, ist es das optimale Habitat. Intensiv genutzte Wiesen bringen nicht so viel“, sagt Meier.

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