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Werner W. Blum verarbeitet aktuelle Ereignisse in Karikaturen

Nachrichten inspirieren ihn

Fischbeck. Die einen lesen in der Zeitung erst den Sport- oder Politikteil, andere die Nachrichten aus aller Welt oder die Todesanzeigen. „Wenn ich die Zeitung in die Hand nehme, schaue ich als erstes nach den Karikaturen“, erzählt Werner W. Blum, der selber gerne das eine oder andere aktuelle Thema karikiert.

veröffentlicht am 04.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 03:21 Uhr

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Autor:

Annette Hensel
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So hat er etwa Wiktor Janukowitsch als Schlange gezeichnet, die vor einer Menschentraube das mit ukrainischer Nationalflagge behängte Unabhängigkeitsdenkmal auf dem Majdan emporschlängelt. Als Kommentar hat er mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen hinzugefügt: „Na, dann warten wir mal bis Dezember.“ Die politischen Ereignisse haben die erst kürzlich fertiggestellte Bleistiftskizze überrollt, umgehend nahm Blum Änderungen vor: Der Bleistiftschlange setzte er einen blonden Haarkranz auf, an ihrem Schwanz befestigte er einen Korb Dollarscheine – Julia Timoschenko lässt grüßen. „So, Leute, jetzt bin ich wieder dran“, hat er ihr dazu in den Mund gelegt. Gerade hat er für die Europawahl im Mai eine Karikatur entworfen: „Wer nicht wählt, darf auch nicht meckern“, mahnt er darin.

Der gelernte Schaufensterdekorateur und Plakatmaler hat seinen Beruf zum Hobby gemacht, malt nicht nur seit 60 Jahren in seiner Freizeit in Öl, sondern bringt sporadisch auch skizzierte Zeitgeschichte auf Papier. Inspiration findet er häufig in den Nachrichten: „Vor dem Fernseher fange ich dann gleich an, das politische Geschehen mit Bleistift grob zu umreißen“, erzählt der gebürtige Berliner. Später bearbeitet er die Skizze mit Fineliner. „Meist bin ich bei der politischen Karikatur zeitlich hintendran, deshalb möchte ich sie nicht zu meinem Schwerpunkt machen. Ich kann nur arbeiten, wenn ich meine persönlichen Ideen nach meinem eigenen Tempo verwirklichen kann“, erklärt Blum. Manchmal sind es auch Interviews mit Persönlichkeiten wie Sigmar Gabriel oder Gregor Gysi, die ihn spontan dazu bewegen, die Politiker zu zeichnen.

Stolz zeigt er zwei neue Karikatur-Serien: Eine mit einem witzigen rumpflosen Nikolaus, den er sich hat schützen lassen („Da habe ich ein Copyright drauf“), die andere – passend zu Ostern – mit zerzausten Küken; sie entstand erst im vorigen Monat.

„Ich hatte das Glück, in der Ausbildung einen Chef zu haben, der mein Talent erkannt und gefördert hat“, sagt Blum und erinnert an all seine damals mit Pinsel bemalten Schilder. Nach siebenjähriger Wanderzeit machte er sich 1963 als Schaufensterdekorateur im Ruhrpott selbstständig, in seiner Freizeit malte er Kunstwerke Renoirs, Monets oder Corots in Öl nach. Sie sind keine Kopien, sondern tragen seine eigenwillige Handschrift und werden nur an Freunde verschenkt, nie verkauft. 2006 zog Blum ins Weserbergland, viele seiner Ölgemälde zieren die Wohnung in Fischbeck, in der er mit seiner Lebenspartnerin lebt.



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