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Berufstätige Eltern nutzen Angebot der Stadt, um Ferienzeit zu überbrücken

Nachfrage nach Betreuungsplätzen steigt

Hessisch Oldendorf (bj). Nach wie vielen Jahren man offiziell von einem Erfolgsmodell sprechen darf, sei dahingestellt. Für die Kinder, die an der verlässlichen Ferienbetreuung teilnehmen, stellt sich diese Frage sicher nicht. Sie stehen offenbar freiwillig früh auf, denn „wenn ich um 7.30 Uhr die Tür der Grundschule aufschließe, geht es sofort los. Die Kinder kommen voller Ideen hier an“, sagt Silvia Schrader. Sie habe sich kaum vorstellen können, mit welcher Begeisterung und Kreativität die Mädchen und Jungen sich den verschiedenen Angeboten zuwenden, erklärt die gelernte Erzieherin.

veröffentlicht am 10.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 12:41 Uhr

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So sind zum Beispiel Mira und Emma damit beschäftigt, eine große Pappröhre zu bemalen. „Die brauchen wir für unseren Lila-Rot-Club, den haben wir hier gegründet“, erklärt die siebenjährige Mira. Emma hat wenig später die Idee, mit ganz vielen Tüchern und Decken im Außengelände eine Bude für den Club zu bauen. Die Mädchen laufen zu Mareike Zuttermeister, die als zweite Betreuungskraft anwesend ist, erbitten sich Wäscheklammern und flitzen mit dem dritten Clubmitglied, Hannah, los, um ihre Wohnung zu bauen. „Die Kinder machen das hier alles aus Spaß, es gibt keinen Druck, alles ist ganz ungezwungen“, sagt Mareike Zuttermeister. Sie freut sich, dass sie als Honorarkraft für die verlässliche Ferienbetreuung eingestellt worden ist. „Ich studiere Sonderpädagogik, da ist das wie ein Praktikum, eine Supersache für mich“, sagt sie.

Gemeinsam mit Silvia Schrader und Nicole Wente arbeitet sie als Betreuungskraft für die verlässliche Ferienbetreuung für Grundschulkinder unter der pädagogischen Leitung von Stephanie Wagener. Die Mitarbeiterin des Familien- und Kinderservicebüros im Hessisch Oldendorfer Rathaus organisiert seit 2008 gemeinsam mit ihrer Kollegin Petra Neujahr die verlässliche Ferienbetreuung in Räumen der Grundschule am Rosenbusch. Die Betreuung löst für Eltern und Erziehungsberechtigte ein großes Problem: Sie können auch in den Ferien zur Arbeit gehen.

„Die Zahl der betreuten Kinder steigt stetig. In diesem Jahr überstiegen die Anmeldungen die zur Verfügung stehenden 25 Plätze pro Woche“, sagt Petra Neujahr. „Wir haben deshalb eine dritte Betreuungskraft beauftragt“, führt Stephanie Wagner aus und sie fährt fort: „Wir haben ab der zweiten Betreuungswoche zwischen 28 und 33 Mädchen und Jungen, die angemeldet sind, deshalb wird dann auch noch Nicole Wente dazukommen.“ Neu ist in diesem Jahr auch, dass den Eltern für ihre Sprösslinge nicht wie bisher drei Betreuungswochen, sondern vier Wochen angeboten werden. „Damit tragen wir dem späten Einschulungstermin Rechnung“, begründet Petra Neujahr das verlängerte Angebot.

„Die Eltern müssen pro Jahr zwölf Wochen Ferien abdecken“, sagt Petra Neujahr. „Unser Ziel ist es, mit der verlässlichen Ferienbereuung die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen,“ führt Stephanie Wagener aus. Und deshalb habe man sich seitens der Politik und Verwaltung entschieden, das Projekt aus städtischen Mitteln mitzufinanzieren. „Denn bis September 2011 haben die Eltern 25 Euro pro Woche bezahlt, der Rest kam vom Land Niedersachsen und vom Landkreis Hameln-Pyrmont. Nun bezahlen die Eltern 30 Euro pro Woche und das, was fehlt für Personalkosten, Honorarkosten und Material, kommt aus städtischen Mitteln dazu“, erklären die Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung.

„Wir haben seitens der Eltern nur positive Resonanz, es gab in all den Jahren noch keine Beschwerden“, betont Stephanie Wagner. Und das glaubt man gerne, wenn man sieht, wie fröhlich und ausgelassen, aber auch konzentriert die Mädchen und Jungen an den verschiedenen Stationen arbeiten. „Die Kinder entscheiden sich frei, was sie tun möchten. Es gibt keinen Zwang, es sind ja schließlich Ferien“, sagt Petra Neujahr. Manchmal falle die Entscheidung schwer, „denn es ist alles cool bei der Betreuung“, sagt die zehnjährige Sophie, während sie an ihrem siebten Perlenarmband arbeitet. Für den neunjährigen Lucas ist es wichtig, „dass man machen kann, was man möchte und dabei nicht leise sein muss“. Er zeigt stolz seinen gebastelten Regenmacher, bevor er sich ganz eilig in Richtung Mehrzweckhalle aufmacht. Dort sind schon Paula, Jonas, Leines und Leon damit beschäftigt, alles für ein Bowling-Turnier vorzubereiten. „Es macht einfach Spaß bei der Ferienbetreuung“, sagt die siebenjährige Paula und freut sich mit ihren Mitspielern schon auf den heutigen Freitag. „Freitag essen wir zusammen, und da gibt es sogar ungesundes Frühstück“, erklären die Kinder und wenden sich wieder ihrem Spiel zu.

Mira (li.) und Emma gestalten konzentriert eine Röhre, die „wir für unseren Lila-Rot-Club brauchen“. Betreuungskraft Mareike Zuttermeister freut sich über die Kreativität der Mädchen.

Foto: bj

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