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Stadt zahlt jungen Hauskäufern bis zu 500 Euro im Jahr / Bislang zwölf bewilligte Anträge

My Home, my Hessisch Oldendorf

Hessisch Oldendorf. Sie sind jung, keine Singles und heimatverbunden, aber haben nicht viel Geld – so sehen die Bürger aus, die der Stadt Hessisch Oldendorf nicht nur lieb, sondern tatsächlich auch teuer sind. Um jungen Familien die Stadt als Hauptwohnsitz schmackhaft zu machen und gleichzeitig dem Gebäude-Leerstand entgegenzuwirken, unterstützt die Stadt seit dreieinhalb Jahren den Hauskauf durch junge Familien (unter bestimmten Voraussetzungen) finanziell.

veröffentlicht am 12.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 19:21 Uhr

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Autor:

Catherine Holdefehr
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„HOme“, Hessisch Oldendorf macht Eigentum, heißt das Programm, das es seit dem 1. Januar 2010 gibt. Ganz nach dem Motto: My home is my Hessisch Oldendorf. Einen Zinszuschuss von maximal 500 Euro (höchstens 25 Prozent der jährlichen Zinsbelastung) können Familien (Minimum zwei Personen), von denen mindestens eine Person unter 40 Jahre alt ist, für die Dauer von zehn Jahren bekommen. Bedingung ist, dass die Käufer eine Immobilie im Stadtgebiet erwerben, die älter als 40 Jahre ist, und das zu versteuernde Jahreseinkommen der Käufer unter 40 000 Euro liegt.

Auf die 26-jährige Anja und ihren 27-jährigen Mann Markus Schmidt (Namen von der Redaktion geändert) treffen alle Kriterien zu. Das junge Paar kommt aus der Region und war bereits seit längerem in verschiedenen Kommunen rund um Hameln auf der Suche nach einem passenden Haus. Ein großer Garten und ausreichend Abstand des eigenen Grundstücks zu den Nachbarn war Bedingung für das junge Paar. Nicht einfach, doch durch Bekannte fanden sie dann ein Haus in Kleinenwieden und entschieden sich, es zu kaufen. Ohne Anreiz, ohne Unterstützung. „Dann haben wir durch Zufall von dem Programm erfahren“, erzählt Anja Schmidt. Seitens der Stadt darauf hingewiesen worden seien sie nicht, und Werbung hätten sie auch nicht gesehen.

18 504 Einwohner hatte die Stadt Hessisch Oldendorf im Jahr 2011 nach den vor wenigen Tagen veröffentlichten Ergebnissen des Zensus 2011. Unter 40 sind davon nur rund 7300 – deutlich weniger als die Hälfte. In den vergangenen fünf Jahren ist die Einwohnerzahl nach Angaben der Stadt um rund 1000 Bürger zurückgegangen, infolgedessen stehen viele, vor allem ältere, Häuser leer. Nach Zensus 2011 gibt es in Hessisch Oldendorf 617 Gebäude mit Wohnraum und damit 9364 Wohnungen. 524 dieser Wohnungen stehen (Stand 2011) leer, das sind 5,7 Prozent. Fast zwei Drittel der Gebäude sind älter als 35 Jahre. Zwei „nicht gerade positive Entwicklungen“, die nach Aussage der Stadt zu der Programm-Idee geführt hätten. Mit dem klaren Ziel: Neubürger gewinnen, Abwanderung entgegenwirken und die Zahl der Leerstände verringern. „Nachdem wir von dem Projekt gehört hatten, haben wir uns bei der Stadt erkundigt“, sagt Anja Schmidt. Und die Kriterien passten – um Haaresbreite. Ihr neues altes Haus wurde im Jahr 1970/71 gebaut. Ihr Antrag sei problemlos durchgegangen, die Antragstellung sowie die Kommunikation mit den Verwaltungsmitarbeitern hätte reibungslos und schnell funktioniert, sagt die junge Frau. Als Anreiz, ein Haus in Hessisch Oldendorf zu kaufen, sieht sie das Projekt aber nicht. Die Summe sei zu niedrig, um tatsächlich als Kauf- und/oder Umzugsanreiz zu dienen, findet sie. „Es ist ein nettes Geschenk, aber nicht mehr.“

Zwölf bewilligte HOme-Anträge gab es in den vergangenen dreieinhalb Jahren seit Projektstart. Die meisten Familien wohnten bereits vorher im Stadtgebiet, nur zwei Familien konnten als Neubürger gewonnen werden.



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