weather-image
19°

So schwarz kann Weihnachten sein: In satirischer Lesung der Piekbuben ist Adventszeit alles andere als besinnlich

Mordgelüste unter glatt gebügeltem Lametta

Hessisch Oldendorf. Dass schwarze statt weiße Weihnachten auch fröhliche Weihnachten sein können, diesen Beweis traten am Freitagabend die Hessisch Oldendorfer Stefan Bohrer und Lutz Göhmann erfolgreich an. Im Kultourismusforum dominierte die dunkle Farbe bei der etwas anderen Einstimmung auf die Advents- und Weihnachtszeit.

veröffentlicht am 03.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 05:41 Uhr

270_008_6020094_lkho103_0312_1_.jpg

Autor:

Sabine Brakhan
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Schwarz-satirisch waren die Texte und Lieder der musikalischen Weihnachtslesung unter dem Motto „Wer hat die Weihnachtsgans gekillt?“. Ebenfalls schwarz waren die Anzüge der beiden lesenden, singenden und musizierenden „PiekBuBen“ und ihres Praktikanten, Bürgermeister Harald Krüger, der in seiner Rolle als dritter Mann in der Skatrunde überzeugte. Und pechschwarz war offensichtlich auch der Markt, auf dem die Karten für den Auftritt der Hessisch Oldendorfer Kabarettformation gehandelt worden waren. Obwohl ursprünglich lediglich 150 Eintrittskarten gedruckt worden waren, hatten am Ende 180 Gäste das Vergnügen, Mordgelüsten unter glatt gebügeltem Lametta beiwohnen zu dürfen und einem verschollen geglaubten fünften Evangelium zu lauschen, welches urplötzlich im weltweiten Netz wieder aufgetaucht war. Na dann, frohe Weihnachten.

„Schwarz“, oder zumindest nicht ganz offiziell, waren sicher auch die Kanäle, die die beiden Hessisch Oldendorfer Unterhaltungskünstler angezapft hatten, um Interna bezüglich der geplanten Weihnachtsfeier aus dem heimischen Rathaus zu erfahren. Mit schwarzer Schokolade waren wahrscheinlich auch die fünf Paletten Lebkuchen überzogen, die laut Schilderung von Bohrer und Göhmann den Einsatz von Schneekanonen und Bundesgrenzschutz in der Fußgängerzone heraufbeschworen hätten. Überwiegend schwarz war sicher auch das angekokelte Christkindl, das irgendwo im tiefsten Bayerischen Wald einem Brandanschlag zum Opfer fiel und anschließend kurzerhand durch eine Asterix-Spielfigur ersetzt wurde – schließlich kann die Krippe an Weihnachten nicht verwaist dastehen. Zappenduster sah die Zukunft für den Weihnachtsmann aus, der ohne Beleuchtung und Pilotenschein Hausfriedensbruch durch den Schonstein beging. Schwarz angelaufen wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch Schorsch sein, die freche Beule in der Hose, nachdem er mit einem Nudelholz malträtiert und mit Kabelbindern abgebunden worden war. Bleibt nur zu hoffen, dass die arme Alma, die so unfreiwillig aus dem Leben geschiedene Weihnachtsgans, noch rechtzeitig knusprig braun aus dem Ofen auf dem Tisch gelandet ist. Schwarzärgern können sich all jene, die die etwas andere Weihnachtslesung verpasst haben.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt