weather-image
27°
Umbau der Pfarrscheune in vollem Gang / Einweihung im April 2019 geplant

Modernes Konzept für altes Gemäuer

GROSSENWIEDEN. Es ist ein ganz besonderes Projekt, das man sich im Weserdorf auf die Fahnen geschrieben hat: die Sanierung der denkmalgeschützten Pfarrscheune. Erste Pläne entstanden 2014, heute sind die Umbauarbeiten in vollem Gang. Im April 2019 soll der barrierefreie Wohnraum für drei Wohngemeinschaften fertig sein

veröffentlicht am 22.08.2018 um 16:06 Uhr

Die Außenfassade zeigt, dass bis zur Umsetzung des dort gezeigten Plans noch viel Arbeit investiert werden muss. Foto: pj

Autor:

PETER JAHN
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Mit modernem Konzept wollen Großenwiedener das alte Haus mit neuem Leben erfüllen. Bei den künftigen Bewohnern ist dabei an ältere Menschen oder Menschen mit einer chronischen Krankheit gedacht. „Zusammen ist man weniger allein“, lautet das Motto. Und noch etwas versprechen die Initiatoren der evangelischen Kirchengemeinde: „Im Alter gibt es mehr als Verlust.“ Großenwieden ist bekannt für den großen Zusammenhalt, der hier gepflegt wird. Es ist das Netzwerk für gegenseitige Hilfe, das es seit 2007 gibt, das dafür sorgt, dass viele Anstrengungen unternommen werden, um das Leben im Dorf immer noch attraktiver zu machen.

Die historische Pfarrscheune ist einige 100 Jahre alt. Wann sie genau erbaut wurde, kann auch Steffen Nolte nicht sagen. Vermutet wird Ende des 17. Jahrhunderts, Anfang des 18. Jahrhunderts. Gemeinsam mit Dr. Kerstin Haver, Stephanie Handschuhmacher und Klaus Haarmann, dem ehemaligen Pastor der St.-Matthaei-Kirchengemeinde, kümmert sich Nolte intensiv um das Projekt. Im März haben Gemeindemitglieder mit der Arbeit an der Pfarrscheune begonnen. Zunächst galt es, alles auszuräumen, was sich in Jahrzehnten angesammelt hat. Das Fachwerk wird teilweise entkernt, Balken, an denen der Zahn der Zeit genagt hat, werden innen und außen erneuert. „Vieles geschah und geschieht in Eigenleistung“, stellen Haarmann und Nolte erfreut fest. Weiter geht es mit dem Wiederausfüllen von Fachwerkteilen, dem Stellen neuer Wände, Lehmputz wird aufgetragen und erste Hand an die Außengefache gelegt. Derzeit sind Trockenbauer, Heizungsmonteure und Elektriker auf der Baustelle. Bis zur Einweihung im nächsten Frühjahr werden voraussichtlich 321 000 Euro ins Projekt fließen. Vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser in Hildesheim sind für Maßnahmen aus dem Fördertopf für Dorfentwicklung, Wegebau und Kulturerbe 160 900 Euro für die Pfarrscheune bewilligt worden. Auch die Klosterkammer beteiligt sich an den Baukosten. Wie Haarmann bei der Vorstellung des Projektes bei der Besichtigung durch die Kommission im Rahmen von „Unser Dorf hat Zukunft“ erklärte, hat die Kirchengemeinde Großenwieden „bereits 148 000 Euro angespart“.

Bei dem überaus reichen Angebot, das das Netzwerk den Dorfbewohnern macht, will natürlich niemand im Alter Großenwieden verlassen. Wo gibt es sonst einen Marktexpress, Mittagstisch, ein Gartenprojekt, Tagestreffs und vieles mehr in unmittelbarer Nähe. „Es haben sich schon einige Interessenten für die Wohngemeinschaft gemeldet, die den Baufortschritt aufmerksam verfolgen“, sagt Nolte.

Das Fachwerk wurde teilweise entkernt und erneuert, der Fußboden aufgehoben und betoniert. Foto: PJ
  • Das Fachwerk wurde teilweise entkernt und erneuert, der Fußboden aufgehoben und betoniert. Foto: PJ


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare