weather-image
13°
Auch Baugrundstücke werden verkauft

Moderne Technik aus dem Wald: Archea baut Kompetenzzentrum auf

HESSISCH OLDENDORF. Vor vier Jahren hingen in den Gebäuden noch Spinnweben von der Decke bis zum Boden. Inzwischen wurde auf dem Gelände des ehemaligen Schullandheims am Horstweg einiges erneuert und der dort ansässige Biogasanlagenhersteller Archea hat sich zu einem international operierenden Unternehmen gewandelt. Ein Teil des Grundstücks möchte Archea nun als Baugrundstücke verkaufen, um Geld für weitere Ausbauarbeiten zu erhalten.

veröffentlicht am 28.02.2018 um 19:31 Uhr
aktualisiert am 28.02.2018 um 21:51 Uhr

In diesem Teil des Gebäudes will Oliver Nacke Seminarräume für Schulungen im Bereich Energie und Nachhaltigkeit einrichten. Bis die fertig sind, dauert es aber noch einige Zeit. Foto: jsp
Jens Spickermann

Autor

Jens Spickermann Volontär zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Oliver Nacke, Geschäftsführer der Firma, errichtet auf dem Grundstück Schritt für Schritt ein Kompetenzzentrum für nachhaltige Energiekonzepte – das ist zumindest das Ziel. In den Keller des Hauptgebäudes ist 2015 schon der Nabu eingezogen, in anderen Etagen sollen noch Büros für bis zu 40 Mitarbeiter aus der Energiebranche geschaffen werden. Für Nacke passt das gut zusammen: Sowohl erneuerbare Energien als auch der Naturschutzbund stünden für Umweltschutz und Nachhaltigkeit, sagt er. Er hofft nun darauf, dass zusätzlich zur Firma Rösemeier, die vor etwa zwei Jahren ebenfalls auf das Gelände zog, noch weitere Akteure aus den Bereichen erneuerbare Energien oder Umweltschutz hinzukommen. Das könnte bald passieren, denn Kontakte zu interessierten Ingenieuren aus Hamburg und Hannover gibt es schon.

Um Geld zu sparen – er möchte keinen Kredit aufnehmen – erledigt er die meisten Sanierungsarbeiten auf dem Gelände mit seinen Mitarbeitern in Eigenregie. Die Fassaden von zwei komplett fertigen Bungalows bestehen aus Lärchenholz, die Dächer sind mit Naturmaterial gedeckt. „So fügt sich das gut in die Umgebung ein“, sagt Nacke. Zwei weitere Bungalows, in denen sich bereits Büros befinden, möchte er von außen noch in gleicher Weise aufhübschen. An die übliche Architektur von Technologie-Unternehmen erinnert kaum etwas – die naturbelassene Atmosphäre soll erhalten bleiben. „Quadratisch-praktisch im Gewerbegebiet“, ein solches Bürogebäude komme für ihn nicht in Frage, sagt Nacke. Für Innovationen und Konzepte brauche er nämlich Natur statt Straßenlärm. Deshalb hat er stattdessen schon eine halbe Million Euro in das Hauptgebäude und die Bungalows auf dem Gelände investiert. Ersteres ist mittlerweile entkernt; er will darin Seminarräume für Schulungen einrichten. Die darin abgehaltenen Veranstaltungen sollen möglichst Ingenieure aus ganz Deutschland nach Hessisch Oldendorf locken. Übernachten könnten sie in 15 geplanten Unterkünften.

Neben deutschlandweiten Kontakten hat Archea auch internationale Verbindungen: Von den derzeit 25 Mitarbeitern seien etwa die Hälfte Ausländer, berichtet Nacke. Das war im Jahr 2014 noch grundlegend anders. Der Grund ist die Neuaufstellung des Unternehmens: Bis zu einer Gesetzesänderung im Jahr 2014, die die Investition in Biogasanlagen weniger rentabel machte, war Archea vor allem in Deutschland aktiv. Danach verlagerte sich das Geschäft zu 80 bis 90 Prozent ins Ausland – auf den Balkan, nach Afrika und Lateinamerika – und Mitarbeiter aus diesen Ländern wurden angeworben. Halbwegs im Wald sitzt deswegen eine ziemlich internationale Runde, die bald noch von Arbeitskräften aus China und Indien verstärkt werden soll.

Archea bietet einen Teil des Firmengeländes als Baugrundstücke für sechs Häuser an. Quelle: Architekturbüro Albersmeier
  • Archea bietet einen Teil des Firmengeländes als Baugrundstücke für sechs Häuser an. Quelle: Architekturbüro Albersmeier

Trotz der großen Summe, die Archea bereits in die Immobilien gesteckt hat, gibt es noch eine Menge zu tun. 1,5 bis 2 Millionen Euro könnte es noch kosten, alle Gebäude so zu renovieren, dass das Gelände vollständig als Kompetenzzentrum genutzt werden kann. Nacke will es aber langsam angehen lassen: „Wenn das noch drei Jahre dauert, dann dauert es halt.“ Besonders der doppelstöckige Mittelteil des Gebäudekomplexes wird noch viel Zeit und Geld kosten. Er habe schon überlegt, diesen Teil abzureißen, sagt Nacke. „Aber es ist ja nicht nachhaltig, wenn man etwas wegreißt und es dann neu baut.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare