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Telekom spricht von Einzelfällen und sieht kein datenschutzrechtliches Problem

Mithören am Telefon – „das geht gar nicht“

Hessisch Oldendorf (wul). Einige Male habe sie Gespräche am Telefon mithören können, sagt Renate K. Darunter Dieter Pleitner, Geschäftsmann aus Hessisch Oldendorf. „Das geht gar nicht“, sagt er entrüstet über die Tatsache, dass das möglich ist. Er ist von Renate K. informiert worden, und für ihn ist es bereits das zweite Mal, dass er darauf angesprochen werde. Auch ein anderer Kunde seines Reifen-Centers habe neulich ein Gespräch zwischen ihm und einem weiteren Kunden verfolgen können, erzählt Pleitner. „Das ist schon sehr komisch“, sagt Pleitner; komisch im Sinne von merkwürdig.

veröffentlicht am 09.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 03:21 Uhr

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Dass Renate K. mehr als ein Telefonat mitgehört hat, liege daran, dass „ich ja immer mal wieder wissen wollte, ob mein Telefon wieder funktioniert“, erklärt sie. Wer derzeit bei ihr anruft, hört nur ein Besetztzeichen, und selbst könne sie über diesen Apparat auch nicht telefonieren. Die Telekom sei seit drei Tagen informiert, fünfmal habe sie beim Störungsdienst angerufen, und bislang sei noch nichts unternommen worden, sagt Renate K.. Ihren Namen möchte sie lieber nicht in der Zeitung lesen: „Ich weiß ja nicht, ob mir die Telekom dann irgendwie Ärger machen kann“, so ihre Begründung.

Von „unangenehm“ über „peinlich“ bis „katastrophal“ reichen die Aussprüche beim Gedanken daran, dass Fremde alles mithören können, was am Telefon vermeintlicherweise vertraulich ausgetauscht wird. Im Fachjargon heißt es schlicht „Übersprechen“. Dass es dazu kommen kann, bestätigt die Telekom-Sprecherin Stefanie Halle in Hamburg. Wenn die Isolierung der Kupferkabel beschädigt ist und Wasser eindringt, könne diese Störung die Folge sein. Nach Gewittern mit Blitzeinschlägen und auch bei alten Kabeln sei das möglich. Früher, als die meisten Telefone analoge Geräte waren, sei das häufiger passiert, erinnert sich auch Dr. Verena Meyer, Sprecherin des Datenschutzbeauftragten, doch im Laufe der zunehmenden Digitalisierung nehme die Anzahl dieser Störfälle ab. Bei der Telekom seien die technischen Fehler dieser Art so selten, wie Stefanie Halle von der Telekom sagt, dass darüber keine Statistik geführt werde. Ein datenschutzrechtliches Problem sehe das Unternehmen denn auch nicht darin. Aber: „Es ist natürlich nicht akzeptabel.“

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