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Wer nutzt eigentlich das Angebot der Öffis?

Mit Pedelec zum Bus

Langenfeld/Segelhorst. „Mit dem Pedelec zur Haltestelle“, werben die Öffis auf Plakaten. Wer nutzt eigentlich diese E-Bikes? Im Stadtgebiet sind es neun Personen, die im Vorjahr eine MobilCard in Kombination mit einem Pedelec erworben haben. Dazu zählt auch Brigitte Klein.

veröffentlicht am 29.04.2016 um 14:17 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:44 Uhr

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Autor:

Annette Hensel
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Sie ist am 21. Juli 2015 von Düsseldorf nach Langenfeld gezogen. Als zwei Tage später die Schulferien beginnen, gibt es für sechs Wochen keinerlei Busverbindung nach Hessisch Oldendorf. Um mobil zu sein, muss sie also nach Alternativen suchen. „Auf der Internetseite der Stadt entdeckte ich den Hinweis auf das Pilotprojekt der Öffis, von Bürgerbüro-Mitarbeiterinnen erfuhr ich vom Öffi-Infostand auf dem Wochenmarkt. Da bin ich hingegangen, denn ich war unsicher, ob motorisiertes Radfahren das Richtige für mich ist“, so die 63-Jährige, die in den letzten 45 Jahren mitten in Großstädten wohnte und deshalb kein Auto benötigte.

Sie darf eine kleine Pedelec-Probefahrt machen und schwärmt hinterher: „Das war super!“ So entscheidet sie sich für die neu eingeführte MobilCard der Öffis, eine Jahres-Busfahrkarte in Verbindung mit einem Kalkhoff-Fahrrad, dem ein Elektromotor zugeschaltet werden kann.

„Mein Pedelec nahm ich in der Kernstadt in Empfang, gleich die erste Fahrt führte mich also rauf auf den Berg. Meine Tochter fragte, ob sie mir entgegenkommen soll, falls der Akku nicht ausreicht“, erinnert sich Brigitte Klein schmunzelnd und ergänzt: „Es gab ja noch keinen Erfahrungswert.“ Mühelos schafft sie es nach Langenfeld, denn die Reichweite des Elektroantriebs ermöglicht bis zu 125 Kilometer Fahrvergnügen. Danach wird die Batterie an einer normalen Steckdose aufgeladen.

„Für alles, was ich erledigen muss, Einkauf oder Arztbesuch, nehme ich nun das Pedelec – mir gefällt, dass die Akkuleistung einen größeren Aktionsradius ermöglicht“, betont Brigitte Klein und fügt hinzu: „Ich bin rundum zufrieden, der Service ist sehr kundenorientiert und die Busverbindung von Hessisch Oldendorf nach Hameln abgesehen von den Abendstunden gut.“ Gerne möchte sie das Pedelec noch ein Jahr länger in Kombination mit der MobilCard nutzen.

Auch Carmen Klinkert und ihr Mann besitzen kein Auto. Früher fuhren beide mit dem Fahrrad nach Hessisch Oldendorf zur Arbeit. Bei Schnee und Eis meisterten sie den ansteigenden Weg mitunter zu Fuß. „Im Bus entdeckte ich eines Tages Werbung für die Pedelecs und als ich ausstieg, standen Damen der Öffis an der Haltestelle und gaben mir Infomaterial mit. Ein paar Tage später suchte ich ihren Infostand auf dem Wochenmarkt auf und durfte eine Probefahrt machen – das war echt cool“, sagt die 44-Jährige und fährt fort: „Mit einem Pedelec hat man das Gefühl, die ganze Zeit mit Rückenwind zu fahren.“

Da der Bus von Segelhorst in die Kernstadt nur selten fahre, müsse man sich mit Terminen extrem nach den Fahrzeiten richten. „Deshalb haben mein Mann und ich uns im August für die MobilCard mit PartnerCard und Nutzung zweier Pedelecs entschieden – das bedeutet für uns ein Stück Unabhängigkeit und Flexibilität“, fährt sie fort. Am Wochenende hält im Dorf nie ein Bus, doch das ist für Carmen Klinkert kein Problem mehr. „Dann düse ich mit dem Pedelec in die City, und wenn ich viel einkaufen muss, nehme ich den Fahrradanhänger unserer Tochter mit und verstaue darin die Einkäufe.“

Am Öffi-Angebot überzeugt sie, dass für die PartnerCard nur die Hälfte bezahlt werden muss und dass die Karte übertragbar ist. „Die eine MobilCard nutzt unser Sohn zur Fahrt in die Schule nach Hameln, die andere teilen wir uns.“ Nach einem Dreivierteljahr Erfahrung kann sie das Pedelec-Fahren nur empfehlen: „Es macht Spaß, ist nicht anstrengend und bietet Bewegung an der frischen Luft. Der Motor unterstützt die Arbeit des Tretens, sodass man kleine Steigungen nicht mehr merkt.“

Zu jedem Pedelec gibt es in der Nähe von zentralen Bushaltestellen eine Box, in der es verschlossen aufbewahrt werden kann – und es kann ohne Aufpreis im Bus mitgenommen werden. Solange das Angebot so attraktiv bleibt, will das Ehepaar Klinkert nicht auf die Kombination Bus und Pedelec verzichten.

Zum 1. Juni 2015 startete „Mit dem Pedelec zur Haltestelle“ als landesweites, vom Landkreis mit 66 000 Euro gefördertes Pilotprojekt der Öffis im Stadtgebiet Hessisch Oldendorf, weil laut Geschäftsführer Thorsten Rühle die Siedlungsstruktur passte.

Seit 1. April 2016 sind Pedelecs auch im Flecken Aerzen und in der Gemeinde Emmerthal verfügbar – nach wie vor zu den Konditionen: Ein Jahr buchen, acht Monate zahlen (79 Euro pro Monat). Am Stand der Öffis auf der Emmer-Messe ließen sich letztes Wochenende gleich mehrere Interessenten beraten.

Ebenfalls zum 1. April wurde auch die Halbjahres-MobilCard eingeführt (à 89 Euro). Wer sich informieren oder für eine kostenfreie, unverbindliche Probewoche mit dem Pedelec anmelden möchte: Die Öffis sind am heutigen Freitag ab 14 Uhr auf dem Aerzener Wochenmarkt anzutreffen.



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