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In etwa einem Jahr könnte es soweit sein

Mit dem Bürgerbus von Sonnental bis in die Kernstadt

HESSISCH OLDENDORF. Bad Münder, Coppenbrügge und andere Städte haben es schon vorgemacht: Ehrenamtlich betriebene Bürgerbusse machen in ländlichen Gebieten diejenigen wieder mobiler, die nicht (mehr) Auto fahren können. Zumeist ältere Leute profitieren von den Kleinbussen, mit denen sie für ihre Besorgungen kostengünstig in die Stadt fahren können.
Bereits im September letzten Jahres hatten die Grünen ein solches Vorhaben auch für Hessisch Oldendorf angestoßen.

veröffentlicht am 03.04.2018 um 15:20 Uhr

Einen ähnlichen Bürgerbus wie hier in Coppenbrügge, soll Hessisch Oldendorf in etwa einem Jahr bekommen. Foto: sto
Jens Spickermann

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In den letzten Monaten war es ruhig darum geworden, doch ab April könnte wieder Schwung in die Sache kommen. Wenn es so läuft, wie Initiator Günter Kuhnert sich das vorstellt, würde in etwa einem Jahr ein nagelneuer Bürgerbus bereitstehen.

Der Landkreis habe mitgeteilt, dass mit einer Förderung vor Ende des Jahres nicht zu rechnen sei, sagt Kuhnert. „Deshalb haben wir uns nicht so sehr gesputet.“ Vor der Bundestagswahl hatten an den Wahlkampfständen der Grünen aber bereits Listen ausgelegen, in die sich Bürger eintragen konnten, die den Bürgerbus ehrenamtlich fahren wollen. Auch danach meldenten sich noch Interessenten – inzwischen seien es acht, sagt Kuhnert.

Im April soll es nun eine öffentliche Sitzung geben, bei der die nähere Vorgehensweise abgestimmt wird, bevor ein Bürgerbus-Verein gegründet werden kann. Kuhnert ist froh, dass sich schon einige potenzielle Fahrer gemeldet haben, gibt aber zu bedenken, dass jeder Interessent auch gesundheitlich dazu geeignet sein muss. Ein entsprechender Nachweis muss vom Arzt ausgestellt werden. „Zu alt sollte man nicht sein“, so Kuhnert. Weitere Erenamtliche, die den Bus steuern möchten werden noch gesucht. In Coppenbrügge gebe es sogar um die 30 Fahrer, so Kuhnert. „Wenn man zehn bis 15 Leute hat, dann ist das eine gute Sache.“

Bei den bisherigen Planungen wurde bereits eingegrenzt, welche Strecken der Bürgerbus künftig abfahren soll: Aus dem Bereich Sonnental soll der Weg in die Kernstadt führen. Die Ortschaften Bensen und Barksen sollen ebenfalls eine Verbindung nach Hessisch Oldendorf erhalten. Für Fischbeck sei allerdings keine Bürgerbus-Linie vorgesehen, sagt Kuhnert. Der Ort werde nämlich durch den normalen ÖPNV ganz gut abgedeckt.

Unterstützt durch Fördergelder des Kreises und der Landesverkehrsgesellschaft könnte in einigen Monaten ein Kleinbus angeschafft werden, der ungefähr 100 000 Euro kosten würde. Die Stadt müsste davon nur zehn Prozent tragen, sagt Kuhnert. Deshalb sei in den Haushalt für 2018 eine Summe von 10 000 Euro eingestellt worden, um die Finanzierungslücke zu schließen.

Die Förderung durch den Landkreis werde wohl erst Ende des Jahres zustande kommen, weil zurzeit noch in anderen Kommunen Projekt laufen würden. So habe es ihm der Landkreis mitgeteilt, sagt Kuhnert.

Neben dem Bürgerbus mit festen Haltestellen kann sich Kuhnert auch gut vorstellen, einen sogenannten „Rufbus“ auszutesten. Der würde nur nach Bedarf fahren. In Süddeutschland gebe es schon solche Konzepte und der Landkreis sei nicht abgeneigt, so etwas auszuprobieren, meint Kuhnert. Auch „Mitfahrbänke“ stehen noch auf der Agenda, sie waren mit dem gleichen Antrag angeregt worden wie der Bürgerbus.

Zunächst will sich Kuhnert aber darum kümmert, dass das Bürgerbus-Vorhaben vorankommt. Wichtig ist dem grünen Ratsherr, dass die Initiative „entpolitisiert“ wird. Der Bürgerbus solle als eigenständiges, ehrenamtliches Vorhaben aufgefasst werden und nicht als eine Aktion der Grünen.

Trotz der Abgas-Debatte wird voraussichtlich ein Modell mit Dieselmotor bestellt. Ein alternatives Gefährt mit Elektromotor würde noch 20 000 Euro mehr kosten und sei außerdem nicht behindertengerecht, sagt Kuhnert.



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