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Orgelkonzert mit Paul Nancekievill in der Stiftskirche

Meister zieht alle Register

Fischbeck. Sie sei gut über den Winter gekommen, die Hillebrand-Berner-Orgel, so die Äbtissin des Klosters Fischbeck, Uda von der Nahmer. Das Instrument habe gar, so zitierte von der Nahmer Kreiskirchenkantor Prof. Hans Christoph Becker-Foss, „an Farblichkeit und Klangsüße gewonnen.“ Eine Feststellung, von deren Richtigkeit sich leider viel zu wenige Konzertbesucher beim Orgelkonzert mit Paul Nancekievill überzeugen konnten.

veröffentlicht am 21.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 13:41 Uhr

Organist Paul Nancekievil mit Äbtissin Uda von der Nahmer  F:eaw

Autor:

Ernst August Wolf
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„Klasse statt Masse“, so von der Nahmers Devise bei der Programmgestaltung der diesjährigen Fischbecker Konzertsaison. Mit der Verpflichtung des aus London stammenden und seit langen Jahren am „Dithmarscher Bauerndom“ in Meldorf tätigen Kirchenmusikdirektors Paul Nancekievill haben die Fischbecker Programmgestalter diesen Einspruch voll und ganz eingelöst.

Nancekievill, einer der Großen seines Faches, war auf Initiative von Becker-Foss nach Fischbeck gekommen. Dass die weltweit gerühmte Marcussen-Orgel seines Heimatdoms derzeit ein Jahr lang restauriert wird, erwies sich dabei für die Fischbecker als glücklicher Umstand.

Technisch meisterhaft

Nancekievill begeisterte nicht nur durch technisch meisterhaftes Orgelspiel, auch die programmatische Gestaltung des Konzertabends erwies sich als lehrreich und unterhaltsam.

Den strengen Klängen aus der „Warschauer Tabulatur“ des 16. Jahrhunderts folgten zwei mitreißende Händel-Fugen. Zentraler Baustein des Abends aber war Johann Sebastian Bachs erst 2008 in einer Hallenser Bibliothek entdeckte zweite Choralfantasie. Das Werk, das die Verzeichnisnummer 1128 trägt, erklang in unserer Region das erste Mal live. Getreu der norddeutschen Tradition eines Dietrich Buxtehude spielt Bach mit Echo-Effekten, zerlegt die Melodie des Kirchenlieds in einzelne Teile, verfremdet sie, umspielt, vergrößert und verkleinert die Motive.

Als Kontrapunkt Arnolt Schlicks schicksalsbeladenes „Da pacem I-III“, aus der Krisen- und Umbruchszeit vor der Reformation. Johann Christian Kittels vier Choralvariationen (um 1800) dagegen dann wieder sehr eingängig. Nach einem amüsanten Intermezzo des zeitgenössischen britischen Komponisten Alan Smith setzte Nancekievill mit Johann Sebastian Bachs „Toccata C-Dur“ dann den kolossalen Schlussstein eines imposanten Konzerts.



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