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Landwirt will Betrieb in Hemeringen erweitern / Höhere Anforderungen an den Tierschutz

Mehr Platz für künftig fast 15 000 Puten

HEMERINGEN. Über 9500 Mastplätze verfügen bislang die Stallanlagen, in denen in unmittelbarer Nähe der Windräder bei Hemeringen Puten gehalten und aufgezogen werden. Einen wachsenden Markt sieht Landwirt Friedrich-Wilhelm Twick für das beim Verbraucher geschätzte Putenfleisch. Nun will er die Zahl der Mastplätze auf 14 900 erweitern. Seine Pläne sehen vor, einen neuen Stall sowie Futtersilos und einen Gastank zu errichten, außerdem soll der kleinere bestehende Stall erweitert werden. Twick bezeichnet es als wichtig, die Einwohner frühzeitig über die Planungen zu informieren.

veröffentlicht am 31.05.2016 um 18:31 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:56 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Und zusammen mit Sohn Björn-Friedrich Twick verdeutlicht er einen persönlichen Anspruch, der ihnen wichtig sei: Durch die Erweiterung werde jedem einzelnen Tier künftig mehr Fläche zur Verfügung stehen. Damit werde den erhöhten Anforderungen des Tierschutzes entsprochen, die von der Landwirtsfamilie „auf jeden Fall“ unterstützt würden. Die Rechnung: Die Grundfläche der Ställe werde verdoppelt, die Zahl der Mastplätze hingegen nur um 50 Prozent erhöht.

Schon bei der Inbetriebnahme vor zehn Jahren sei die Erweiterung vorgesehen gewesen. Der Standort sei dort sehr günstig, weil es im weiten Umkreis kein Geflügel gebe. Björn-Friedrich Twick verweist darauf, dass deshalb bei der Putenmast in Hemeringen vergleichsweise sehr wenig Medikamente zum Einsatz kommen würden. In der Region sei die Putenmast kaum verbreitet. Warum sich die Landwirtsfamilie dazu entschlossen habe? Schon bei den Planungen zum Bau vor zehn Jahren habe es eine Überproduktion bei Mastschweinen gegeben, während der Selbstversorgungsgrad bei Puten etwa 80 Prozent betrage. Der Rest werde importiert. Von daher sei ein Markt vorhanden.

Natürlich sei absehbar, dass es auch kritische Stimmen geben könnte, weiß die Landwirtsfamilie. Aber ihr komme es darauf an, die Einwohner von Anfang einzubeziehen. Friedrich-Wilhelm Twick erinnert daran, dass dies auch beim Bau der ersten Gebäude so gewesen sei. Ein Jahr nach der Inbetriebnahme habe es dann einen Tag des offenen Stalls gegen. Das sei damals sehr positiv aufgenommen worden.

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  • Bislang verfügen die Ställe in Hemeringen über 9500 Mastplätze. Björn-Friedrich Twick zeigt wenige Tage alte Putenküken. Foto: cb

Für die geplante Erweiterung der Anlage in Hemeringen liege im Kreishaus noch kein Bauantrag vor, heißt es aus der Behörde. Allerdings, so geht aus einer Vorlage des Planungsausschusses der Stadt Hessisch Oldendorf für die Sitzung am heutigen Mittwoch hervor, hat es in diesem Monat bereits ein Treffen dazu gegeben. Daran beteiligten sich der Landwirt und sein Planungsbüro sowie neben der Stadt Hessisch Oldendorf vor allem die am Verfahren beteiligten Fachämter des Landkreises. Dabei seien zahlreiche Hinweise vorgebracht worden. Sie betrafen besonders Geruchsimmissionen und Tierschutzrecht, wie es in der Notiz heißt. Außerdem sei es um Ausgleichsmaßnahmen und Kompensationsflächen, aber ebenso um den Umgang mit der Öffentlichkeit gegangen.

Warum die Zahl der Puten auf 14 900 begrenzt ist? Damit wird eine bestimmte Höchstzahl unterschritten, um Tierhaltungsanlagen privilegiert im Außenbereich nach einem vereinfachten Verfahren genehmigen zu können. Ab 15 000 Puten handelt es sich nach Auffassung des Gesetzgebers nicht mehr um einen bäuerlichen Betrieb – und auch das Genehmigungsverfahren ist aufwendiger.

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