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Erweiterung des Gerätehauses kostet voraussichtlich 750 000 Euro

Mehr Platz für die Feuerwehr

HESSISCH OLDENDORF. Die schwierige Hygiene und der mangelnde Platz sorgen für Probleme im Feuerwehrgerätehaus, berichtet Stadtbrandmeister Karsten Redeker. Dabei geht es nicht nur um Komfort. Fehlende Hygieneschleusen können auch zur Gefahr für die Gesundheit werden. Doch in etwas mehr als zwei Jahren sollen ein Um- und Anbau die Bedingungen am Steinbrinksweg deutlich verbessern: Nach einem ersten Konzept würde die Stadt dafür 750 000 Euro investieren.

veröffentlicht am 16.08.2018 um 13:20 Uhr

Direkt an die bestehende Halle – dort, wo jetzt Autos parken – sollen in einem ersten Bauabschnitt vier Fertiggarage für die Feuerwehrgerätschaften errichtet werden. Foto: ll

Autor:

Jens Spickermann und Lars Lindhorst
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Als das Feuerwehrgerätehaus Anfang der 1980er Jahre gebaut wurde, hatten die Planer offensichtlich nicht daran gedacht, auch für Feuerwehr-Frauen passable Bedingungen zu schaffen. Es gebe keine Umkleidekabinen in dem Gerätehaus, sagt Redeker. Männer wie Frauen müssten sich in der Halle, umziehen, in der auch die Fahrzeuge stehen. Damen-Toiletten gebe es ebenfalls nicht, nur in einem nebenan gelegenen Gebäude könnten die Frauen die Sänitäranlagen nutzen, die auch für Angestellte des Bauhofs vorgesehen sind.

Besonders problematisch ist allerdings die fehlende „Schwarz-Weiß-Trennung“. Das bedeutet, dass es keine Hygieneschleuse gibt, sondern die Feuerwehrleute nach einem Einsatz mit möglicherweise kontaminierten Uniformen alle Bereiche des Gerätehauses passieren können. So könnten Giftstoffe beispielsweise mit privater Kleidung in Kontakt kommen, erklärt Redeker.

Der Platzmangel führt auch dazu, dass Gerätschaften die Laufwege blockieren. Zusätzliche Fahrzeuge könnten so erst recht nicht untergebracht werden und auch für die vorhandenen wird es eng.

Um die Probleme in den Griff zu bekommen, hat die Stadtverwaltung nun zusammen mit dem Stadtbrandmeister und dem Ortsbrandmeister ein Planungskonzept erarbeitet. Demzufolge würden im ersten Bauabschnitt ab 2019 vier Fertiggaragen an die vorhandenen Fahrzeughallen angebaut. Drei Garagen sind als Abstellplatz für Anhänger und einen Messwagen der Kreisfeuerwehr vorgesehen, in der vierten Garage werden Ausrüstungsgegenstände untergebracht. Durch die Anbauten fielen allerdings Stellplätze auf dem Gelände weg, „die an anderer Stelle bereitzustellen sind“, heißt es in dem Konzeptpapier der Verwaltung. Hierfür seien Kosten in Höhe von rund 350 000 zu erwarten.

Im zweiten Bauabschnitt, vorgesehen für das Jahr 2020, würden die vorhandenen Werkstatt- und Lagerräume im rückseitigen Gebäudeteil zu Sanitärräumen umgebaut. Im südlichen Gebäudeteil ist geplant, Umkleide- und Aufenthaltsräume anzubauen. „Mit diesem zweiten Bauabschnitt sollen die Anforderungen an ein zeitgemäßes und insbesondere den einschlägigen Sicherheitsanforderungen entsprechendes Feuerwehrgerätehaus hergestellt werden“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Die Kosten hierfür belaufen sich Berechnungen zufolge auf etwa 400 000 Euro.

Es sollen die Anforderungen an ein zeitgemäßes Feuerwehrgerätehaus hergestellt werden.

Karsten Redeker, Stadtbrandmeister

Der zusätzliche Platz wird unter anderem dafür benötigt, Anhänger der Stadtfeuerwehr unterzubringen, die bislang in Zersen stehen. Das dortige Gerätehaus sei nicht mehr nutzbar, meint Redeker. Auch aus dem alten Feuerwehrhaus in Lachem, wo im letzten Jahr ein neues gebaut wurde, will die Stadtfeuerwehr noch Material nach Hessisch Oldendorf transportieren. Dadurch soll eine gewisse Zentralisierung erreicht werden. Daneben, so berichtet Redeker, werde einer von zwei Messfahrzeugen des Landkreises in Hessisch Oldendorf stationiert – dafür wäre der Anbau eine Voraussetzung. Mit den derzeitigen Planungen ist Redeker einigermaßen zufrieden, schließlich war er selbst daran beteiligt. Lieber sei ihm natürlich ein Neubau, sagt er. Der wäre aber kaum zu finanzieren.

Den Nachteil des An- und Umbaus gegenüber einem Neubau sieht der Stadtbrandmeister darin, dass die Feuerwehr an den Standort am Steinbrinksweg gebunden bleibt. Der liege ungünstig am Stadtrand, meint Redeker. Die Feuerwehrleute müssten nämlich von ihrem Wohnort aus meist durch die ganze Stadt zum Gerätehaus. Für den Einsatz müsse dann häufig nochmals die ganze Stadt mit den Fahrzeugen durchquert werden. „Das dauert dann alles recht lange.“

Das vorläufige Konzept ist am Mittwoch der Politik vorgestellt worden. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Ausschusses für Bau, Umwelt-, Feuerschutz und Energiemanagement für die Anbaupläne aus. Zunächst handele es sich bei den veranschlagten 750 000 Euro um „einen ganz groben Kostenrahmen“, wie Heiko Wiebusch, zuständiger Fachbereichsleiter im Rathaus erklärt.

Für die Realisierung des Konzepts steht noch die Zustimmung der weiteren politischen Gremien an. Laut Wiebusch muss auch eine neue Bauleitplanung erfolgen. Der derzeit geltende Bebauungsplan lasse noch keine An- oder Umbauten am Steinbrinksweg zu. Ganz in trockenen Tüchern ist die Erweiterung des Gerätehauses also noch nicht.



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