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Absolventen der Oberschule bewerten das neue gymnasiale Angebot

Mehr Chancen, aber auch mehr Druck?

HESSISCH OLDENDORF. Seit Februar dieses Jahres steht es fest: Mit Beginn des neuen Schuljahres wird es an der Oberschule Hessisch Oldendorf ein gymnasiales Angebot geben. Nach jahrelangen Widerständen der Stadt Hameln, die einen Wegfall der Schüler an den eigenen Gymnasien befürchtete, gab auch sie ihre Zustimmung.

veröffentlicht am 22.06.2016 um 15:53 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:58 Uhr

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Johanna Lindermann

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Johanna LindermannDWZ Volontärin
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Die Einführung des neuen Schulzweiges soll den Übergang auf ein allgemeinbildendes oder berufliches Gymnasium nach Klasse 10 vereinfachen. Nach Angaben der Schule entscheidet sich schon seit Jahren ein Großteil der Schüler für diesen weiterführenden Ausbildungsweg. Einige hätten sogar nach Klasse 4 eine Gymnasialempfehlung gehabt, sich aber für die Oberschule entschieden, um ihren Freundeskreis nicht zu verlieren und den langen Schulweg nach Hameln zu umgehen.

Für die meisten von ihnen wäre das neue gymnasiale Angebot von Vorteil gewesen, erzählen Schüler der Oberschule Hessisch Oldendorf, die vor wenigen Tagen ihren Abschluss nach Klasse 10 erhalten haben. Nur wenige von ihnen beginnen eine Ausbildung, etwa als Hotelfachfrau, Berufskraftfahrer oder im sozialen Bereich. Die überwiegende Mehrheit hingegen plant, auf der Elisabeth-Selbert-Schule oder der Handelslehranstalt das Abitur abzulegen. Auch wenn sie sich gut auf die beruflichen Gymnasien vorbereitet fühlen, bedauern viele, dass es nicht schon früher einen gymnasialen Zweig an der Oberschule gab.

Besonders für Schüler aus Hessisch Oldendorf, die eine Empfehlung für das Gymnasium bekommen haben, befürworten sie das neue Angebot. "Es ist auch schön für Kinder, die leistungsmäßig zwischen zwei Schulformen stehen. Sie können erst sehen, wie sie zurechtkommen, und später einfach den Zweig wechseln", sagt Belana R. Mitschüler Till-Tobias R. fügt hinzu: "Ich finde es gut, dass die Schüler jetzt mehr Zeit haben, um sich selbst zu finden." Viele entwickelten erst später ihr Potenzial und stünden dann vor dem Problem, Schule und Freunde verlassen zu müssen.

Gleichzeitig kritisieren die Jugendlichen die Tendenz, dass immer mehr Eltern ihre Kinder auf einem Gymnasium anmelden, ohne dass dies den Fähigkeiten des Kindes entspricht. Dieser Entwicklung, so hoffen die Absolventen, kann mit der Einrichtung eines Gymnasialzweiges entgegengewirkt werden.

Jedoch sehen die Schulabgänger auch eine mögliche Gefahr. Vor allem Realschüler könnten künftig zu viel Druck verspüren, auf den höheren Zweig wechseln zu müssen. Auch beanstanden sie, dass ein Übergang auf den Gymnasialzweig nur möglich ist, wenn der Schüler in Klasse 6 mit einer zweiten Fremdsprache begonnen hat. Da der Unterricht im Gymnasialzweig nach den Vorgaben für diese Schulform erfolgen wird, ist hier eine zweite Fremdsprache verpflichtend. Ob Französisch oder Spanisch angeboten wird, soll eine Elternbefragung klären.

Abgesehen davon gestaltet sich ein Wechsel in einen höheren oder niedrigen Zweig unproblematisch. Für die verschiedenen Schulzweige erfolgt im sechsten Jahrgang eine Aufteilung in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik in Grund-, Ergänzungs- und Zusatzkurse. Nach der siebten Klasse entscheiden die Lehrer aufgrund des Leistungsstandes der Schüler über den künftigen Schulzweig.

Hervorzuheben ist allerdings, dass das gymnasiale Angebot nicht mit einer Oberstufe gleichzusetzen ist. Dies bedeutet, dass an der OBS Hessisch Oldendorf auch zukünftig kein Abitur abgelegt werden kann. Hier ist ein Wechsel an eines der Gymnasien oder Fachgymnasien in Hameln vorgesehen. Dies ist weiterhin ebenfalls mit einem Realschulabschluss möglich. Sollte der Schüler noch keine zweite Fremdsprache erlernt haben, kann damit in Klasse 11 begonnen werden.



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