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Manche Einsätze gehen ihnen an die Nieren

Hessisch Oldendorf (pj). Erfreut kann Heiner Rügge, Sicherheitsbeauftragter der Stadtfeuerwehr, feststellen, dass sich im Vorjahr weniger Unfälle ereigneten, wenn Feuerwehrleute zu Einsätzen gerufen wurden oder sich bei Übungen auf die Alarmierung vorbereiten. Gefährlich sind die Einsätze nicht nur für die Atemschutzgeräteträger, die bei fast allen Bränden gebraucht werden. Wer Atemschutzgeräteträger ist, muss regelmäßig seine Fitness bei der Leistungsüberprüfung und bei Einsatzübungen nachweisen. 178 ausgebildete Kräfte tun allein in Hessisch Oldendorf Dienst, wie Michael Strohmeyer, Atemschutzbeauftragter der Feuerwehr, erklärt.

veröffentlicht am 01.03.2010 um 16:21 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 20:41 Uhr

Feuer
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Hessisch Oldendorf (pj). Erfreut kann Heiner Rügge, Sicherheitsbeauftragter der Stadtfeuerwehr, feststellen, dass sich im Vorjahr weniger Unfälle ereigneten, wenn Feuerwehrleute zu Einsätzen gerufen wurden oder sich bei Übungen auf die Alarmierung vorbereiten. Gefährlich sind die Einsätze nicht nur für die Atemschutzgeräteträger, die bei fast allen Bränden gebraucht werden. Wer Atemschutzgeräteträger ist, muss regelmäßig seine Fitness bei der Leistungsüberprüfung und bei Einsatzübungen nachweisen. 178 ausgebildete Kräfte tun allein in Hessisch Oldendorf Dienst, wie Michael Strohmeyer, Atemschutzbeauftragter der Feuerwehr, erklärt.
 Zu tun gibt es für die Feuerwehrwehrleute im Laufe eines Jahres eine ganze Menge. 112-mal riefen im Vorjahr die Sirenen oder Meldeempfänger Brandschützer in Hessisch Oldendorf zu Einsätzen. 79-mal mussten Schläuche ausgerollt oder Hilfe geleistet werden. Vier Großbrände, zwölf Entstehungsbrände, sechs Klein- und drei Mittelbrände galt es zu bekämpfen. Vor allem zwei der Großbrände forderten den Feuerwehrleuten alles ab. In Segelhorst waren es nicht nur die Flammen, die für Gefahr sorgten, starker Wind fachte nicht nur das Feuer im alten Pfarrhaus immer wieder an, das stürmische Wetter ließ es nicht zu, dass mit Steckleitern gearbeitet werden konnte. Die Drehleitern aus Hameln und Rinteln wurden angefordert. Auch das Versorgungszelt konnte nicht ausgebaut werden. „Gut, dass der Pastor aus Deckbergen kam und die Tür zum Gemeindehaus aufschloss“, blickt Stadtbrandmeister Hans-Jürgen Hoffmann zurück.
 Wenig Verständnis hat der oberste Feuerwehrmann in der Stadt dafür, dass Kritik am Aufwand geübt wird. Bei einem solchen großen Feuer sei es besser, vielleicht ein Fahrzeug mehr anzufordern, als später erkennen zu müssen, dass es fehle, sagt Hans-Jürgen Hoffmann. Stolz stellt der Stadtbrandmeister fest, dass 2009 bei den Wohnhausbränden in Segelhorst und in Friedrichshagen zwar Wasserschaden zu verzeichnen sei, die Gebäude selbst aber gerettet werden konnten.
 In Fischbeck war es ebenfalls der starke Wind, der bei einem Mähdrescherbrand auf dem Feld für größere Gefahr sorgte. „Die Flammen liefen wie eine Feuerwalze auf die Wohnbebauung zu. Gut, dass Landwirte halfen und Gräben pflügten“, sagt Hoffmann.
 Zu zehn Fehlalarmen rückten die Feuerwehrleute im Vorjahr aus. Stets waren es Brandmeldeanlagen, die den Alarm ausgelöst hatten. Am 17. Januar diesen Jahres war es „mehr als ein übler Scherz“, als ein Feuer in Heßlingen mit eingeschlossenen Personen gemeldet wurde. Mit drei Fahrzeugen waren die Feuerwehrleute angerückt. Ein Fall für die Polizei, die Ermittlungen laufen.
 1159 Männer und Frauen in den 24 Ortswehren haben die Grundausbildung durchlaufen. 704 Feuerwehrleute, darunter 67 Feuerwehrfrauen stehen bei Einsätzen zur Verfügung, führt Stadtausbildungsleiter Jörg Gottschalk aus. Im Vorjahr bestanden die Truppmannausbildung 13 Frauen und 24 Männer, den zweiten Teil der Grundausbildung absolvierten 22 Feuerwehrleute.
 Ausgerückt sind die Feuerwehren im vergangenen Jahr auch, um 14 Ölspuren auf Straßen unschädlich zu machen, um zwei Sturmschäden zu beseitigen und nach Unwettern neun Keller auszupumpen. Zwei bei Unfällen eingeklemmten Personen konnte darüber hinaus geholfen werden. Was die Stadtfeuerwehr braucht, ist ein Unterstellplatz für das Boot, das die Großenwiedener aus eigenen Mitteln angeschafft haben. Stadtbrandmeister Hans-Jürgen Hoffmann verweist darauf, dass die Einsätze auf dem Fluss zunehmen, da sich dort immer mehr Freizeitsportler tummeln. Ein Boot, das führerlos auf dem Wasser trieb, konnte im vergangenen Jahr ans Ufer geholt werden. Außerdem rettete die Feuerwehr Menschen aus dem Fluss, die mit ihren Kanus gekentert waren. „Wir haben im Feuerwehrhaus im Steinbrinksweg ein Schlauchboot mit Außenbordmotor stehen, nun ist das zweite Boot in Großenwieden dazugekommen“, freut sich der Stadtbrandmeister. Mit dem Hessisch Oldendorfer Boot ist die Feuerwehr auch im Winter einsatzbereit, denn es hat auch einen Eisschlitten, der bei einer Witterung wie in diesem Jahr wichtig werden kann, wie Hans-Jürgen Hoffmann betont. Aus dem Fluss und aus Kiesteichen mussten Hessisch Oldendorfer Feuerwehrleute 2009 vier Wasserleichen bergen – „Einsätze, die an die Nieren gehen“, wie ein Brandschützer sagt.
 Bei allen großen Festen im Stadtgebiet ist auch die Feuerwehr dabei – weniger, um zu feiern, fast immer, um für Sicherheit zu sorgen. Hans-Jürgen Hoffmann nennt unter anderem das Felgenfest, das VW-Veteranentreffen und den Karnevalsumzug. Häufig laden die Wehren, deren Arbeit als Kulturträger in den Orten immer wieder lobend hervorgehoben wird, auch selbst ein. 2010 stehen sieben Feuerwehrfeste auf dem Programm.
 Allein bei den Stadtwettkämpfen der Feuerwehren setzt die Kritik des Stadtbrandmeisters an. „Neun Gruppen aus sieben Ortswehren sind zu wenig“, ärgert sich Hoffmann. Er betont, dass er „Dielenkuppeln und Eimerfestspiele nicht infrage stellen will“, doch beim Stadtwettstreit erwarte er einfach eine bessere Teilnahme.
 „Wir haben das neue HLF 20/16 bereits angefasst, es ist jetzt unsers“, freut sich der Stadtbrandmeister. Das Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug soll Ende Mai/Anfang Juni ausgeliefert werden und den Rüstwagen sowie das LF 8 ersetzen, die beide inzwischen über 30 Jahre gelaufen sind. Der Rüstwagen ist schon geraume Zeit nicht mehr voll einsetzbar (wir berichteten). Mitglieder des Stadtkommandos waren vor einiger Zeit in Luckenwalde bei Berlin, um sich das neue Fahrzeug anzusehen. Wenn es an die Weser kommt, ist allein die Seilwinde angebaut. Alles benötigte andere Gerät muss noch aus dem Rüstwagen und dem Löschgruppenfahrzeug ausgebaut und in das kombinierte Feuerwehrauto wieder eingebaut werden. Die beiden ausgedienten Fahrzeuge werden dann von der Stadt abgegeben. Erste Interessenten haben sich bereits im Rathaus gemeldet, erklärt Hans-Jürgen Hoffmann.
 Was den Nachwuchs anbelangt, kann die Stadtfeuerwehr auf 207 Jugendfeuerwehrleute in 16 Ortswehren und 17 Mitglieder in den Kinderfeuerwehren in Höfingen und Barksen verweisen. Die Stadtjugendfeuerwehrwartin, Agnes Dybowski, legte beim Jahrestreffen der Funktionsträger ihren ersten Bericht vor. Sie hatte das Amt im Vorjahr übernommen. Kinder und Jugendliche werden in der Weserstadt nicht nur feuerwehrtechnisch ausgebildet, Bernhard Frerichs und weitere neun Brandschutzerzieher gehen regelmäßig in die Schulen und Kindergärten, um den Mädchen und Jungen über die Gefahren im Umgang mit Feuer zu informieren.
 Im Hessisch Oldendorfer Stadtgebiet spielen wieder zwei Feuerwehrkapellen. In Rumbeck hat es nach kurzer Pause wieder einen Neubeginn gegeben. In den Musikzügen in Rumbeck und Pötzen spielen derzeit 21 Musiker, wie der Stadtbrandmeister erklärt. An Auftritten wird es nicht mangeln, denn neben den sieben Feuerwehrfesten wird es bei den Stadtmeisterschaften am 29. Mai in Segelhorst und beim Kreisfeuerwehrverbandstag am 4. Juni in Lachem zwei Großveranstaltungen im Hessisch Oldendorfer Stadtgebiet geben.
 Im Rahmen der Dienstversammlung im Feuerwehrhaus im Steinbrinksweg konnte Bürgermeister Harald Krüger den stellvertretenden Stadtbrandmeister Jürgen Hilpert befördern. Der Rohdener trägt künftig die Schulterstücke eines Hauptbrandmeisters. Der Bürgermeister richtete Dankesworte an die Feuerwehrleute, die stets einsatzbereit sind und damit für Sicherheit in der Stadt sorgen.



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